Stadtplanung

Nach 25 Jahren: Stadt Essen sucht einen neuen Planungschef

Nach 25 Jahren als oberster Planungschef ist für Hans-Jürgen Best im November Schluss.

Nach 25 Jahren als oberster Planungschef ist für Hans-Jürgen Best im November Schluss.

Foto: Socrates Tassos

Essen.   Essens oberster Planungschef Hans-Jürgen Best wird 65 und räumt im November seinen Posten. Den besetzt die SPD, das hat die „GroKo“ vereinbart.

Im rührigen Arbeitskreis Essen 2030 haben sie ihm jüngst einen neuen Titel angeheftet: „Pontifex Maximus der Essener Planung“, so wurde Hans-Jürgen Best da genannt, was den obersten Essener Planungschef fraglos gefreut haben dürfte. Denn als unideologischer „Brückenbauer“ ohne politische Scheuklappen verstand er sich schon immer. Doch nach mehr als 25 Jahren soll in diesem Jahr Schluss sein: Best wird 65 und gibt den Job im November auf.

Bis dahin sind es noch ein paar Tage, doch schon in Kürze beginnt das vorbereitende Stühlerücken in der Verwaltungsspitze. Denn wer immer dem studierten Raumplaner Best folgt, der von Oberhausen kommend eine echte planerische Blütezeit der Stadt(mit)gestalten konnte, soll das Planen und das Bauen wieder zusammen in seinen Händen halten.

Simone Raskob muss den Bau-Bereich abgeben

Dazu wird Umwelt- und Sportdezernentin Simone Raskob – mutmaßlich wenig begeistert – wohl den bei ihr angesiedelten Fachbereich Bauen abgeben müssen. Unklar bleibt vorerst, ob ihr – wenn man so will als eine Art „Entschädigung“ – der vom OB ausdrücklich gewünschte gestärkte Fachbereich Verkehr zugeordnet wird. Über diesen neuen Dezernatszuschnitt befindet der Rat in einem ersten Schritt, bevor im Anschluss der Planungs- und Bau-Job in der Verwaltungsspitze ausgeschrieben wird.

Wer’s werden soll? „Der beste Bewerber natürlich“, formuliert die Politik mit treuherzigem Augenaufschlag, doch wahr ist auch: Laut Personal-Tableau der Großen Ratskoalition wurde der Zugriff auf den Posten den Sozialdemokraten zugesagt, weil Best eben – was er sich oft nicht anmerken lässt – der SPD angehört und diese mit Muchtar Al Ghusain sonst nur einen der ihren in der Verwaltungsspitze wüsste.

Wiederwahl Krombergs gilt als ausgemacht

Im Gegenzug geht der Stadtdirektor-Posten Bests wohl an Peter Renzel von der CDU, die im Übrigen bei der Wiederwahl von Ordnungsdezernent Christian Kromberg mit den Stimmen der Genossen rechnen darf. Dessen Amtszeit läuft Ende des Jahres aus.

Und Best? Hätte theoretisch mit einem Extra-Votum des Rates seine achtjährige Amtszeit vollenden können. Aber „man muss den Nachfolgenden auch Platz machen“, führt er selbst als Argument dagegen an. Seinen Sinn fürs Planerische mag er mit dem Dezernenten-Posten jedenfalls nicht an den Nagel hängen: „Wer meint, ich würde dann den ganzen Tag Rad fahren, der irrt sich mit Sicherheit gewaltig.“

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