Comic-Streit

Muslimische Studentin muss nach Comic-Streit an Uni Duisburg-Essen Strafe zahlen

Die Ausstellung "What Comics can do!" im Foyer der Bibliothek der Universität Duisburg-Essen sorgte 2013 für Proteste.

Die Ausstellung "What Comics can do!" im Foyer der Bibliothek der Universität Duisburg-Essen sorgte 2013 für Proteste.

Foto: WAZ FotoPool

Essen.   Eine muslimische Studentin hat 2013 an der Uni Duisburg-Essen ein Bild einer Comic-Ausstellung zerschnitten. Jetzt muss sie eine Strafe zahlen.

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Der Comic-Streit an der Uni Duisburg-Essen, der im Sommer 2013 für Wirbel sorgte, hat ein juristisches Nachspiel, das vermutlich erst jetzt zu Ende geht. Eine muslimische Studentin, die damals das Bild einer Ausstellung im Foyer der Bibliothek zerschnitt, muss 400 Euro zahlen wegen Sachbeschädigung.

Die Comic-Schau hatte damals den Unmut von muslimischen Studierenden erregt. Als Höhepunkt der Auseinandersetzung zerstörte eine Studentin ein Kunstplakat. Daraufhin beendete die Hochschule die Schau vorzeitig und erntete dafür erhebliche Kritik. Begründet worden war der Abbruch mit der Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter.

Gezeigt worden waren Collagen, die unter anderem Motive des populären Orient-Comics „Habibi“ des US-Künstlers Craig Thompson benutzt hatten. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte jetzt ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Essen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Weil die Studentin aus arabischen Schriftzeichen die Zeile „Nieder mit Allah“ las, fühlte sie sich religiös beleidigt und schnitt das Stück mit der Schere aus, hatten die Ermittlungen ergeben. Die im Grundgesetz garantierte Glaubens- und Gewissensfreiheit erlaube keine Sachbeschädigung, urteilte das Oberlandesgericht jetzt – zumal der Bibliothekar angeboten habe, die Collage abzudecken. (dpa)

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