Müllentsorgung

Müllstreit: Politik unterstützt Rüttenscheider Markthändler

Die Händler können ihren Müll ab Januar nicht mehr in einem Container auf dem Rüttenscheider Markt entsorgen. Sie sollen den Abfall zum Frischezentrum im Nordviertel bringen.

Foto: Hans Blossey

Die Händler können ihren Müll ab Januar nicht mehr in einem Container auf dem Rüttenscheider Markt entsorgen. Sie sollen den Abfall zum Frischezentrum im Nordviertel bringen. Foto: Hans Blossey

Essen-Rüttenscheid.  CDU und Linke in Essen fordern den Erhalt des Müllcontainers auf dem Markt. IG Rüttenscheid zeigt sich besorgt um die Sauberkeit des Viertels.

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Derzeit das Gesprächsthema auf dem Rüttenscheider Markt: die Abschaffung des Müllcontainers mit Beginn des neuen Jahres. Vergangene Woche haben sich rund 40 Händler in einer Interessenvertretung organisiert, sie suchen das Gespräch mit der für Märkte zuständigen Essener Verwertungs- und Betriebsgesellschaft (EVB). Inzwischen haben die Marktbeschicker Unterstützung in der Politik und im Stadtteil gefunden.

„Das ist Politik nach Gutsherrenart“, kritisiert Linken-Ratsherr Wolfgang Freye die Entscheidung, die Entsorgungsleistungen auf den Essener Märkten zu streichen und die Händler zur Entsorgung des Abfalls zum Frischezentrum im Nordviertel zu schicken. Die Händler seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden und hätten „kaum noch die Möglichkeit, sich auf diese Umstellung einzurichten. Das widerspricht dem Ziel nach einer Stärkung der Wochenmärkte, zu dem sich die Stadt ansonsten immer lautstark bekennt.“ Zur Wirtschaftsförderung an anderer Stelle würde die Stadt „auch Geld in die Hand nehmen, und das nicht zu knapp“, erklärt Freye. Die Wochenmärkte seien eine wichtige Belebung für die Stadtteile, man dürfe „nicht allzu kleinlich sein mit der Weiterberechnung der Entsorgungs- und Reinigungskosten“.

Rüttenscheider Markt ist wichtiger Anziehungspunkt

Auch die CDU stellt sich an die Seite der Händler. Die Rüttenscheider Ortsunion hat einen Besuch auf dem Markt geplant, um mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig wolle man die EVB um Aufklärung bitten, was den dringenden Sparplänen zugrunde liegt, erklärt Heiner Schulte-Geldermann, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung II. Er kündigt an: „Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Container und auch die Marktreinigung erhalten bleiben.“

Die Interessengemeinschaft Rüttenscheid (IGR) lehnt den Wegfall des Containers und Einschränkungen bei der Marktreinigung ebenfalls ab. „Als Stadtteil muss man sich Sorgen um die Attraktivität des sehr erfolgreichen Rüttenscheider Marktes und um die Sauberkeit im Viertel machen“, erklärt die IGR mit. „Der Markt ist für Rüttenscheid ein wichtiger Anziehungspunkt und mit rund 90 Händlern am Samstag das Highlight in Essen, das viele der kleineren Märkte mit durchzieht“, so die IGR. Sie begrüßt die Gründung einer Interessengemeinschaft der Markthändler auch deshalb, „weil die EVB in der Vergangenheit Initiativen der Rüttenscheider Händler nicht unterstützt hat und zwar mit der Begründung, dass ihr die Gewerbeordnung dies nicht erlaube. Eine starke und engagierte Organisation der Händler eines Marktes wird sicher mehr erreichen können.“

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