Mozart und seine theatralischen Impulse

„Vorhang auf!“ Hinter diesem Titel erwartet man nicht unbedingt ein dezentes Orchesterkonzert in edelster Umgebung. Dennoch hat Johannes Klumpp gute Gründe, das 2. Mozart-Programm seines Folkwang Kammerorchesters im voll besetzten Saal der Villa Hügel in der Pose eines Operndirektors anzukündigen. Schließlich hat Mozarts Herz nicht nur fürs Theater geschlagen. Opernhafte Elemente durchziehen auch etliche seiner Instrumentalstücke.

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„Vorhang auf!“ Hinter diesem Titel erwartet man nicht unbedingt ein dezentes Orchesterkonzert in edelster Umgebung. Dennoch hat Johannes Klumpp gute Gründe, das 2. Mozart-Programm seines Folkwang Kammerorchesters im voll besetzten Saal der Villa Hügel in der Pose eines Operndirektors anzukündigen. Schließlich hat Mozarts Herz nicht nur fürs Theater geschlagen. Opernhafte Elemente durchziehen auch etliche seiner Instrumentalstücke.

Das betrifft auch Mozarts einziges Konzert für zwei Klaviere in Es-Dur KV 365, das das Solisten-Duo Gülru Ensari und Herbert Schuch für einen harmonischen Dialog nutzte: nobel, kultiviert und rhetorisch etwas blass. Auch Johannes Klumpp hielt sich hier mit dem Folkwang Kammerorchester dezent zurück, anders als in den orchestralen Beiträgen. Ganz besonders markant in zwei Zwischenmusiken aus der Schauspielmusik zu „Thamos“, die Klumpp mit messerscharfen Akzenten durchzuckte. Da schwang eine gehörige Prise Theaterdonner mit. Und das Orchester nahm den Duktus des Dirigenten willig und spieltechnisch auf erfreulich hohem Niveau auf.

Stilistische Bezüge zwischen Symphonie und Oper vertiefte Klumpp durch die zur Symphonie erweiterte Ouvertüre zur Oper „La finta semplice“ und die aus der dreisätzigen Form der italienischen Opern-Ouvertüre hervorgegangene frühe Symphonie in D-Dur KV 181. Der Kopfsatz vibrierte vor Spannung, während die Oboe die Kantilene des Mittelsatzes wie eine Arie zelebrierte – ein Beweis auch für die solistischen Qualitäten des tüchtigen Orchesters.

Klumpps leidenschaftliches Plädoyer für Mozarts theatralische Impulse goutierte das Publikum mit begeistertem Beifall.

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