Kommunalpolitik

Morddrohung gegen Politiker – keine Hinweise auf den Täter

Johannes Busley stellte sich im Februar 2018 der Redaktion als neuer Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kettwig vor. Seine Kandidatur für den Stadtrat Essen hat er nach einer Morddrohung zurückgezogen.

Johannes Busley stellte sich im Februar 2018 der Redaktion als neuer Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kettwig vor. Seine Kandidatur für den Stadtrat Essen hat er nach einer Morddrohung zurückgezogen.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Kettwig.   Nach der Morddrohung gegen Johannes Busley (SPD) hat die Polizei bislang keine Hinweise auf den Täter. Genossen kandidieren aus Solidarität.

Wer hat den Vorsitzenden der Kettwiger SPD, Johannes Busley, mit dem Tode bedroht? Die Polizei konnte bislang keinen Verdächtigen ermitteln. Derweil erfährt Busley Solidarität seiner Genossen: Vier Parteifreunde wollen statt seiner bei den Kommunalwahlen für den Rat der Stadt kandidieren.

„Unsere Kandidatur ist als Liebeserklärung an unsere Demokratie zu verstehen. Wir sind gegen alle Feinde unserer demokratischen Staatsform. Wer Mitmenschen nötigt, ihr Engagement für dieses Land zurückzufahren, ist ein Feind der Demokratie“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme der SPD Kettwig.

Als Unterzeichner werden Saman Javaheri, Dana Savic, Ilse Strobl und Alexander Land genannt, Letzterer ist stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins.

„Wir wollen unserem Vorsitzenden des Rücken stärken“

„Mit unserer Kandidatur wollen wir unserem Vorsitzenden den Rücken stärken“, heißt es weiter. Dieser wisse, dass er nicht allein sei. „Aber mit diesem Schritt wissen es auch alle da draußen. Wir schließen die Reihen. Wenn einer von uns wegbricht, sind gleich vier neue da.“

Johannes Busley war in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar an der eigenen Haustür von einem Unbekannten mit dem Tode bedroht worden. Der Täter habe ausdrücklich auf Busleys Kandidatur für den Rat der Stadt angespielt.

Polizei und Staatsschutz nahmen Ermittlungen auf, fanden bislang aber keine Hinweise, die auf die Spur des Unbekannten geführt hätten.

Busley hatte seine Kandidatur auf dem Neujahrsempfang seines Ortsvereins öffentlich gemacht – nur wenige Tage vor der mysteriösen Begegnung an der Haustür. Der Familienvater zog seine Kandidatur nach dem schockierenden Erlebnis zurück. Kein Ehrenamt könne es wert sein, das Wohl der Familie aufs Spiel zu setzen.

SPD steht womöglich Kampfabstimmung ins Haus

Der Vorstand der SPD Kettwig sei eng in diese Entscheidung eingebunden gewesen, unterstütze sie und wolle nun noch einen Schritt weitergehen, um dem Vorsitzenden den Rücken zu stärken, erläuterte der Ortsverein am Montag die Beweggründe der vier Unterzeichner für eine Kandidatur.

Sollten die Vier ihre Kandidatur aufrechterhalten, steht der Kettwiger SPD eine Kampfabstimmung ins Haus. Der Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Werden, Kettwig, Bredeney, Daniel Behmenburg, hat seinen Hut bereits in den Ring geworfen. Behmenburg ist Kettwiger, ist aber Mitglied im SPD-Ortsverein Werden.

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