Klavier-Festival Ruhr

Moderner Kuba-Jazz begeistert auf Zeche Zollverein

Die Zeche Zollverein ist schon lange Spielort beim Klavier-Festival Ruhr. Unser Bild zeigt das Abschlusskonzert in Halle 12 im Jahr 2002.

Die Zeche Zollverein ist schon lange Spielort beim Klavier-Festival Ruhr. Unser Bild zeigt das Abschlusskonzert in Halle 12 im Jahr 2002.

Foto: CHRISTIAN KRUSKA / Waz

Essen.   Pianist Harold Lopez-Nussa, sein Bruder Ruy Adrian Lopez-Nussa (Schlagzeug) und Yasser Pino (Bass) begeistern mit Kuba-Jazz auf Zeche Zollverein

Kuba war immer schon die Heimat großer Jazz-Pianisten. Neben Alt-Stars wie Chucho Valdes und Gonzalo Rubalcaba gehört inzwischen eine neue Generation zu den Botschaftern der stilistisch reichhaltigen kubanischen Musik. So auch der 35-jährige in Havanna geborene ehemals klassische Pianist Harold Lopez-Nussa, der einst von Herbie Hancock für den Jazz geworben werden konnte. Zusammen mit seinem Bruder Ruy Adrian Lopez-Nussa als famosem Schlagzeuger und Yasser Pino am Bass präsentierte sich Harold Lopez-Nussa nun erstmals im Trio-Konzert beim Klavier-Festival-Ruhr auf der Zeche Zollverein.

Das begeisterte Publikum erlebte einen spieltechnisch überragenden Pianisten und sensiblen Balladen-Interpreten, der neben der rhythmisch aufgeladenen Volks- und Barmusik Kubas alle Spielarten des Latin-Jazz glänzend beherrscht, der aber auch ein Hüter des traditionsreichen klassischen Klavier-Trios ist.

Grandioser Spielwitz und kubanische Seele

Lopez-Nussa eröffnete den Abend mit diversen Eigenkompositionen, die aber voller markanter musikalischer Zitate stecken, die der geübte Hörer aus dem Repertoire von anderen kubanischen Jazz-Musikern kennt. Auch wenn Lopez-Nussa als rasanter Klavier-Virtuose mit grandiosem Spielwitz als Modernisierer des Kuba-Jazz gilt, so bleibt er doch ein Pianist, der sich seine kubanische Seele nicht abkaufen lässt und der tief in der Musik-Tradition seines Landes verwurzelt bleibt. Das jederzeit überzeugende Trio mischte hier einen großen bunten Cocktail aus Son, Rumba, Cha Cha und Tango, der die Sinne zu bezaubern wusste. Zuletzt spielte Lopez-Nussa noch den ewig jungen Klassiker „Tomo y Obligo“ von Carlos Gardel, der schon alleine das Eintrittsgeld wert gewesen wäre. Stehende Ovationen für ein wunderbares Trio.

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