Ernährung

Mit diesen Tipps umgehen Sie Kalorienbomben beim Oktoberfest

Eine typische Oktoberfestszene: Die Laugenbrezel sehen so harmlos aus, stecken aber voller Kalorien. Das Bier im Hintergrund ist hoffentlich alkoholfrei

Eine typische Oktoberfestszene: Die Laugenbrezel sehen so harmlos aus, stecken aber voller Kalorien. Das Bier im Hintergrund ist hoffentlich alkoholfrei

Ruhrgebiet.   Deftiges Essen gehört zum liebsten Fest der Bayern dazu. Mit etwas Geschick können die größten Kalorien- und Fettfallen aber umgangen werden.

Das Oktoberfest ist vielleicht nicht der beste Termin, um mit einer Diät zu beginnen. Ein Programm „Abnehmen dank Schweinshaxe“ muss erst noch erfunden werden. Doch auf der anderen Seite muss man es auch nicht übertreiben und derart zuschlagen, dass das Dirndl zu platzen droht oder die Lederhose in Fetzen fliegt. Dr. Anke Hettstedt, Oberärztin der Internistischen Klinik im St. Elisabeth-Hospital Bochum, macht mit uns einen kulinarischen Rundgang und betrachtet die bekannten Wiesn-Spezialitäten durch die Brille einer Ernährungsexpertin. Die Kalorien-Angaben sind jeweils auf 100 Gramm gerechnet.

Snacks

Laugenbrezel laden dazu ein, im Vorbeigehen gegessen zu werden. Doch Achtung: Sie kommen auf 300 Kilo-Kalorien (kcal) und viele leere Kohlenhydrate. Leere Kohlenhydrate bedeutet leider nicht, dass man unbegrenzt davon essen kann, sondern – im Gegenteil –, dass sie auf eine hohe Energiedichte und wenig weitere Nährstoffe kommen. Also: „Besser ersetzen durch Vollkornbrot“, rät Hettstedt, „und dazu Gewürzgurken, Radieschen oder Rettich knabbern.“ Ihr Energieniveau liegt jeweils um die 20 kcal. Bei den Gurken gilt: Je kleiner, desto besser. „Die richtig dicken Brummer sind häufig gesüßt.“

Fleisch

Ein schwieriges Thema. Oktoberfeste sind nicht unbedingt für ihre fettarme Hähnchenbrust bekannt. In Weißwurst und Leberkäse stecken zwischen 250 und 260 kcal und wenig Gutes. „In beiden Fällen werden Fleischreste mit verarbeitet. Es gilt: Pflanzliche Fettsorten wie Raps- oder Olivenöl sind für unser Gefäßsystem besser als tierische Fette.“ Die Schweinshaxe schneidet mit 190 Kalorien etwas figurfreundlicher ab. Das Grillhendl vereint Gut und Böse. Gegen das magere Fleisch gibt es wenig einzuwenden, doch die Haut ist fettreich und oft ungesund gewürzt. Wenn der Fleischhunger gestillt werden soll, empfiehlt Anke Hettstedt Kasseler. „Mit 130 Kilo-Kalorien ist es fettarm und eiweißreich.“

Beilagen

Den Wettkampf der zünftigen Knödel- und Nudelsorten gewinnen die Kartoffelklöße. Mit 100 kcal sind sie die Leichtgewichte unter den deftigen Beilagen. „Sie sättigen und immerhin stecken auch Proteine und Spurenelemente in ihnen“, sagt die Expertin. Schlechter schneiden die Semmelknödel ab: Hier vereinen sich Brötchen, Butter, Mehl und Ei zu 280 kcal und wenig Nahrhaftem. Für alle Knödel und auch für Schupfnudeln oder Spätzle gilt: Die Soße macht sie noch kalorienreicher.

Auf der Verliererliste ganz oben steht der Obazda. Der süddeutsche Mischmasch aus Camembert und Frischkäse oder Butter sieht so unscheinbar aus und doch stecken stolze 350 kcal drin. Und der Gewinner? Heißt Sauerkraut. Das Kalorienleichtgewicht (20) ist ballaststoff- und vitaminreich.

Nachtisch

Mit etwas Geschick lässt sich auch bei einem Oktoberfest ein Dessert finden, das zum Abschluss eines wohl durchdachten Genussrundgangs nicht alles kaputt macht. Dabei sollte ein großer Bogen um gebrannte Mandeln gemacht werden. Der karamellisierte Zucker verwandelt sie in Dickmacher mit 600 kcal. Schon besser ist da trotz der Zuckerschicht ein glasierter Apfel. Die Vitamine und Mineralstoffe bleiben erhalten. „Sein Pektin senkt den Cholesterinspiegel und schwemmt Schadstoffe aus“, sagt Anke Hettstedt. Beim Apfelstrudel gibt es solche und solche.

„Gegen den hauchdünnen klassischen Strudelteig und Äpfel gibt es keinen Widerspruch. Der Einfachheit halber wird der Strudel aber leider oft mit fettem Blätterteig gemacht.“

Fazit

Bevor Sie mit besten Gedanken an die eigene Gesundheit jedes Oktoberfest meiden, hat Anke Hettstedt folgenden wertvollen Tipp: „Die Tages- oder Wochenbilanz kann den Ausgleich schaffen. Wer weiß, dass er abends etwas Deftiges isst, sollte sich mittags an einen Salat halten.“

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