Reise

Mit dem Motorrad durch Afrika: Essener dreht Namibia-Film

Andreas Prinz (r.) und Dirk Schäfer (l.) in Afrika.

Andreas Prinz (r.) und Dirk Schäfer (l.) in Afrika.

Foto: Privat

Essen-Frohnhausen.  Von Essen-Frohnhausen in die Welt: Andreas Prinz ist Weltenbummler und hat mehr als 60 Länder gesehen. Jetzt hat er einen Afrika-Film gedreht.

Weltenbummler, Frohnhauser, Schrauberprinz und Filmemacher: Langweilig und angepasst ist das Leben von Andreas Prinz sicher nicht. Seit 30 Jahren wohnt er in Frohnhausen und betreibt dort als „Schrauberprinz“ eine Motorradwerkstatt.

Eigentlich habe er Maschinenbau studiert, aber das sei nicht sein Ding gewesen, erzählt der 60-Jährige. „Ich will freier sein und viel reisen. Dann habe ich mich beruflich eben meinem Hobby gewidmet und seitdem schraube ich an Motorrädern.“ Büro und Anzug gegen Werkstatt und Blaumann.

Sein Hobby spielt auch bei seiner zweiten Leidenschaft eine wichtige Rolle. Prinz reist mit seinem Motorrad durch die Welt. Er war in Australien, Asien, in den USA, „ich schätze, es sind so an die 60 Länder. Wie viele genau, weiß ich gar nicht“, sagt er. Er fühle sich einfach tierisch wohl, wenn er in anderen Regionen unterwegs sei, „wenn ich mir morgens überlege, wo fahren wir heute hin. Einfach spontan sein“. Er sei schon immer viel gereist, so der Frohnhauser. Im Laufe des Lebens habe sich dann wohl so eine Art Sucht entwickelt.

Heimat von Andreas Prinz ist Essen-Frohnhausen

Die meiste Zeit ist Andreas Prinz mit seiner Frau Susanne Ulrichs unterwegs. „Ich habe das Glück, dass ich eine Frau habe, die das gleiche Hobby teilt: Sie liebt Motorräder und Reisen.“ Seine Frau sei Beamtin, er selbstständig, daher könnten sie auch längere Auszeiten nehmen, sagt Prinz. Bereits dreimal war das Paar ein komplettes Jahr lang unterwegs. „Zuletzt haben wir es immer so gemacht, dass wir neun Monate lang in Deutschland waren und drei Monate weg.“

Auf ihren Fahrten führten sie ein einfaches Leben, es gebe auch mal Probleme mit Behörden oder der Technik, dann wüsste man wieder, wie schön alles in Deutschland funktioniere. „Nach einer langen Reise freuen wir uns auf unser Zuhause – auf die Familie, die Wohnung, selbst auf die geregelte Arbeit – und natürlich auf Frohnhausen.“ Der Urlaub sei zum Auftanken da, erklärt der Essener. „Dann ist man wieder geerdet und dankbarer für das, was man hier so hat. Ein schöner Effekt.“

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Eigentlich wollte das Paar im Frühjahr nach Mozambique reisen, „ein wunderbares Land und paradiesisch schön“, so der Essener. Doch wegen der Corona-Pandemie habe man die Fahrt gecancelt. „Wir sind südafrika-abhängig, die Natur ist unglaublich, die Menschen sind cool, ein absoluter Traum.“

Essener hat Film über Namibia gedreht

Dass Prinz sein Reise-Herz an Afrika verloren hat, hört man bei seinen Erzählungen sofort heraus. In Namibia verbrachte er im November 2019 drei Wochen, um gemeinsam mit dem Reise- und Motorradfotografen Dirk Schäfer einen Film zu drehen. „Ich kenne Dirk seit über 20 Jahren. Da wir beide totale Afrika-Freunde sind, sind wir nach Namibia gereist. Wir waren jeder schon sechs bis sieben Mal da. So ist die Idee geboren“, erklärt Andreas Prinz.

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Das Ergebnis ist „Namibia – zehn Leben“, eine Mischung aus Roadmovie und Porträtfilm über besondere Menschen, so der Essener. „Wir sind mit dem Motorrad kreuz und quer durch das Land gereist, haben besondere Menschen und ihre Projekte besucht. Dazwischen zeigen wir das Land und seine Landschaften.“

Besonders in Erinnerung geblieben, sei ihm eine Begegnung in der Wüste. „Es gibt dort jemanden, der zeigt einem Tiere, die man normalerweise nicht zu sehen bekommt. Wir sind mit ihm durch den Sand gelaufen und auf einmal schmeißt er sich auf den Boden, buddelt, und holt eine unglaublich kleine Eidechse aus dem Sand.“

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