Gericht

Missbrauch: Familienvater aus Essen steht wieder vor Gericht

Ein 52 Jahre alter Familienvater aus Essen muss sich erneut wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten.

Ein 52 Jahre alter Familienvater aus Essen muss sich erneut wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Ein Familienvater missbrauchte seine Stieftochter und wurde verurteilt. Jetzt steht er wieder vor Gericht: wegen Missbrauchs seines Sohnes.

Nach außen hin führte der Industriearbeiter aus Essen ein biederes Familienleben. Doch der 52-Jährige hatte ein düsteres Geheimnis. Seit Montag steht er das zweite Mal wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht.

Erst war es die Stieftochter, dann der eigene Sohn. Wie es dazu gekommen ist, kann sich der bullige Angeklagte (knapp 1,90 Meter, 140 Kilo schwer) angeblich selbst nicht mehr erklären. „Ich fühlte mich wohl stimuliert“, sagte er den Richtern am Essener Landgericht. „Es hat sich einfach so ergeben.“

Angeklagte verbüßt mehrjährige Haftstrafe wegen Missbrauchs der Stieftochter

In einem ersten Prozess ist er bereits zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das war im März 2018. Diese Strafe sitzt der Essener zurzeit ab. Er hatte sich mehrfach an der Tochter seiner Ehefrau vergangen. Bis es nach seinen eigenen Angaben plötzlich „Klick“ gemacht hat. Da habe er aufgehört.

Später meldete sich dann aber auch noch der Sohn. Was dieser der Polizei erzählte, war ebenfalls erschütternd. Die sexuellen Übergriffe auf den Jungen sind passiert, nachdem sich der Angeklagte von seiner Ehefrau getrennt und an der Frintroper Straße eine eigene Wohnung bezogen hatte. Sein Sohn war oft bei ihm zu Besuch. So war es mit seiner Ex-Frau abgesprochen. Doch genau das hat der 52-Jährige im Frühjahr 2014 das erste Mal ausgenutzt.

Essener absolviert im Gefängnis eine Sexualtherapie

Erst wurde der Fernseher eingeschaltet, dann schlüpfte man gemeinsam unter die Decke. Der Junge war damals gerade neun Jahre alt, ging noch zur Grundschule. In der Anklage ist von Schmerzen die Rede, die das Kind bei den Übergriffen erlitten hat. Und davon, dass der Vater nicht mal das richtig ernst genommen hat. „Ich bin eigentlich sehr harmoniesüchtig“, sagte der Angeklagte den Richter. Diese Formulierung wurde allerdings sofort gekontert. „Wenn das Kind „Aua“ schreit, hat das mit Harmonie nichts zu tun“, so Richter Markus Dörlemann. „Das hat vielmehr mit Macht, Kraft und Unterordnung zu tun.“ Im Gefängnis absolviert der Angeklagte gerade eine Sexualtherapie. Auf Kinder, so sagt er, stehe er eigentlich gar nicht.

Im Prozess muss die erste Strafe nun aufgestockt werden. Was danach kommt, weiß der 52-Jährige selbst nicht. Seine Freunde hat er angeblich alle verloren. Nur die eigenen Eltern halten noch zu ihm.

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