Betrug

Essen: Miet-Benz einfach weiterverkauft – wie geht so etwas?

Lesedauer: 3 Minuten
Dieser Tatverdächtige verkaufte einen Mietwagen an einen nichts ahnenden Kunden in Essen-Kray. Die Polizei Essen fahndet mit diesem Bild nach dem Mann. Noch gibt es keine heiße Spur.

Dieser Tatverdächtige verkaufte einen Mietwagen an einen nichts ahnenden Kunden in Essen-Kray. Die Polizei Essen fahndet mit diesem Bild nach dem Mann. Noch gibt es keine heiße Spur.

Foto: Polizei Essen

Essen/Düsseldorf.  Die Polizei Essen sucht einen Mann, der einen gemieteten Mercedes einfach weiterverkauft hat. Wie konnte das funktionieren? Fragen und Antworten.

Die Polizei Essen sucht einen Mann, der einen Mercedes C220 an einen nichts ahnenden Käufer veräußert hat, obwohl dem Verkäufer das Fahrzeug gar nicht gehörte. Tatsächlich hatte er das Auto nur von einer Düsseldorfer Mietwagen-Firma geliehen. Einen Tag nach Veröffentlichung des Fahndungsfotos, das den Verdächtigen zeigt, gibt es am Donnerstag, 16. September, noch keine Spur.

Wie konnte der Coup gelingen? Wichtige Fragen und Antworten zum Fall.

Wann ist das Ganze passiert?

Der Vorgang liegt mehr als ein Jahr zurück. Anfang August 2020 mietet ein Mann bei einem Düsseldorfer Autoverleiher die Benz-Limousine, Modell C 220, Baujahr 2020, geschätzter Neupreis um die 50.000 Euro. Vereinbarter Miet-Zeitraum: eine Woche.

Per Telefon wird mehrfach eine Verlängerung des Mietzeitraums vereinbart: erst eine weitere Woche, dann noch eine. Dann hört die Mietwagen-Firma nichts mehr. Nach mehrmaligen Appellen, den Wagen zurückzubringen, erstattet sie Anzeige. Das war am 15. September 2020. Doch schon am 2. September 2020 hatte der Unbekannte den Wagen in Essen-Kray verkauft - für 29.000 Euro,

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Warum findet die Polizei den Mann bislang nicht, obwohl er beim Autoverleiher seine Personalien angeben musste?

Hier wird die Geschichte etwas kompliziert: Der Mensch, der den Wagen gemietet hat, ist nicht derselbe, der den Wagen später in Kray verkauft hat. Natürlich konnte die Polizei den eigentlichen Mieter des Wagens sofort ausfindig machen – doch der sagt, den Wagen weitergegeben zu haben während des Mietzeitraums. Das ist dem Vernehmen nach mehrfach passiert. Das Ende vom Lied: Wie der Mann heißt, der den Wagen letztendlich veräußerte, weiß angeblich niemand oder will niemand wissen. Dass der Mieter eines Leihwagens seinen Wagen nicht an Dritte vergeben kann, versteht sich von selbst. Ist aber trotzdem passiert und nach Angaben der Polizei auch keine Seltenheit.

Wie konnte der Gesuchte den Mietwagen verkaufen?

Weil er vermutlich gefälschte Papiere verwendet hat - also einen falschen Kfz-Schein und -Brief. Unklar ist, auf welchem Weg er den Wagen als „zu verkaufen“ beworben hat, und wie Verkäufer und Käufer letztendlich zusammenfanden. Fest steht: Der Verkauf fand am 2. September 2020 auf dem Gelände einer Tankstelle in Essen-Kray statt. Die Tankstelle hat mit dem krummen Deal nichts zu tun, betont die Polizei.

Wo ist der Wagen heute?

Keine drei Wochen, nachdem die Anzeige erstattet war wegen Unterschlagung und Betrug, fand die Polizei den Mietwagen in Bayern. Dort wohnt offenkundig der nichts ahnende Käufer, der 29.000 Euro für den Mercedes hingeblättert hatte. Das Auto konnte per GPS geortet werden und kam zurück zur Autovermietung. Der Käufer bleibt ganz offensichtlich jetzt auf seinem Schaden sitzen.

Was wissen wir über den Täter heute?

Die Fotos des Unbekannten, nach dem gesucht wird, machte eine Begleitperson des Käufers - womöglich hatte die Begleitperson direkt einen Verdacht, dass die Sache nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Polizei rät: Wer Gebrauchtwaren ankauft, sollte das nach Möglichkeit nicht an anonymen Orten wie öffentlichen Parkplätzen oder Autobahnraststätten tun. Wenn der Käufer den Verkäufer nicht zu sich nach Hause einladen will, kann das Gründe haben – doch Vorsicht ist dann in jedem Fall geboten.

Die Fahndung läuft weiter: Wer kennt den abgebildeten Mann? Wer kann Angaben machen über seinen Aufenthaltsort?

Hinweise an 0201-8290.

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