Polizeieinsatz

Mann nach Messerstecherei in Essen in Untersuchungshaft

Messerstecherei in Essen-Schonnebeck.

Messerstecherei in Essen-Schonnebeck.

Foto: Foto: Justin Brosch

Essen.  Nach dem heftigen Streit, bei dem am Freitag eine Frau lebensgefährlich verletzt worden war, sitzt ihr Partner wegen versuchter Tötung in U-Haft.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein Streit zwischen Lebensgefährten ist am Freitagabend in einer Wohnung in Essen-Schonnebeck eskaliert. Eine Frau (41) wurde dabei mit einem Küchenmesser schwer am Bauch verletzt – sie schwebte in Lebensgefahr, aber ist laut Polizei nach einer Not-Operation inzwischen stabil. Sie war noch vor dem Haus an der Karl-Meyer-Straße im Krankenwagen erstversorgt und dann ins Krankenhaus gebracht worden.

Gegen 19.30 Uhr war die Polizei von Nachbarn des Paares alarmiert worden. Sie hatten sich bedrohlich lange und laut gestritten. Die Polizei nahm noch in der Tatwohnung den Lebensgefährten (51) der Frau fest. Er sitzt wegen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft. Die Hintergründe des Streits sind bisher unklar. Nach Angaben der Polizei war der Mann stark betrunken.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete der zuständige Richter für den 51-Jährigen noch am Samstag Untersuchungshaft wegen versuchten Totschlags an.

Innenminister Reul will das Tragen von Messern verbieten

Am Freitag erst hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) in einem Zeitungsinterview neue Gesetze gegen Messer-Träger angekündigt.

Nach zahlreichen Bluttaten mit Stichwaffen sollte das Tragen von Messern nach Ansicht von Reul so weit wie möglich verboten werden. "Da, wo man es kann, sollte man das Mitführen von Messern verbieten", sagte er der Rheinischen Post. "Wir haben in NRW schon jetzt täglich mehr als zehn Vorfälle mit Messern."

"Früher gab es die Faust, heute ist es das Messer, das rausgeholt wird", sagte Reul. "Und das auch schon auf dem Schulhof." Zuletzt hatte der blutige Tod eines Mädchens in Viersen für Aufsehen gesorgt. Es soll von seinem früheren Freund am helllichten Tag in einer Viersener Parkanlage erstochen worden sein. Der 17-Jährige sitzt wegen Mordes in Untersuchungshaft.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte bereits "zunehmende Messerangriffe hierzulande" angemahnt. Es vergehe kaum noch ein Tag, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden. (mit dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (16) Kommentar schreiben