Hallo-Friedhof

Mehr Druck auf Falschparker bei muslimischen Bestattungen

Viel Platz für weitere muslimische Bestattungen gibt es auf dem Hallo-Friedhof nicht mehr. In spätestens fünf bis acht Jahren soll er komplett belegt sein, wenn nicht weitere alternative Flächen genutzt werden.

Viel Platz für weitere muslimische Bestattungen gibt es auf dem Hallo-Friedhof nicht mehr. In spätestens fünf bis acht Jahren soll er komplett belegt sein, wenn nicht weitere alternative Flächen genutzt werden.

Foto: Vladimir Wegener

Essen-Stoppenberg.   Bei muslimischen Beerdigungen sollen Ordnungskräfte eher einschreiten. Bestatter sollen verstärkt auf Parkplatz an der Sportanlage hinweisen.

Sieben libanesische Bestattungen mit einer großen Gästezahl wurden bisher in diesem Jahr auf dem Hallo-Friedhof in Stoppenberg gezählt. Das bedeutet: zugeparkte Straßen bis hinunter zur Langemarkstraße und versperrte Zu- und Einfahrten. Bezirksbürgermeister Michael Zühlke drängte am gestrigen Dienstag in einer Gesprächsrunde mit Polizeipräsident Frank Richter und Ordnungsdezernent Christian Kromberg darauf, alles zu tun, um diese eskalierende Parksituation in den Griff zu bekommen.

„Die Ordnungskräfte sollen exemplarisch einschreiten“, verlangt der Bezirkspolitiker, der eine Ausdehnung der Parkplätze ins Landschaftsschutzgebiet strikt ablehnt: „Wir werden dafür keine Grünflächen opfern.“ Je nach Größe der Trauergemeinde soll künftig nur noch eine muslimische Bestattung pro Tag stattfinden.

Waschgelegenheien oder ein Lokal

Dagegen wiederholt Michael Zühlke seinen Vorschlag, einen neuen muslimischen Friedhof auf der „Freiheit Emscher“ anzulegen, wenn der Hallo-Friedhof in fünf bis acht Jahren komplett belegt ist. „Es geht nicht darum, den Friedhof auf einer Industriebrache anzulegen, sondern in einem Gebiet, das noch entwickelt werden muss.“

Dann könnten dort auch Bedürfnisse wie z. B. nach Waschgelegenheiten oder einem Lokal erfüllt werden. Grundsätzlich unterstütze er die muslimischen Bestattungen: „Ich bin über jeden Muslim froh, der sich hier begraben lässt. Das heißt nämlich, dass er hier angekommen ist und in seiner Heimat bleibt.“

Platz für weitere 600 Erdbestattungsgräber

In die Pflicht müssten auch die Bestatter genommen werden, die den Kunden sagen müssten, dass der Hallo-Friedhof bald belegt ist und sie sich dann dort nicht bei ihren Angehören begraben lassen könnten. Außerdem müssten sie für das Parken an der Sportanlage „Am Hallo“ werben, denn dort gebe es ausreichend Platz. „Die Bestatter sollen Teil der Lösung sein und nicht Teil des Problems“, wünscht sich Michael Zühlke.

Auf dem Hallo-Friedhof gibt es unterhalb des muslimischen Grabfeldes noch zwei Wiesen, die wiederbelegt werden könnten. Bis zu 600 Erdbestattungsgräber fänden hier Platz. Außerdem ist auf dem alten Friedhofsteil noch Kapazität für Kinderreihengräber, die wiederbelegt werden könnten.

Probeweise auf den Nordfriedhof

Dass das möglich ist, habe der Imam der libanesischen Gemeinde signalisiert. Ob allerdings andere muslimische Glaubensrichtungen mit einer Wiederbelegung eines Grabfeldes einverstanden sind, wird in der Bezirksvertretung bezweifelt. Michael Zühlke: „Und wer weiß, ob er noch in 30 Jahren hier Imam ist?“

Um weitere Kapazitäten zu schaffen, wird bereits im kommenden Jahr probeweise ein Teil des Nordfriedhofs angeboten. Die Fläche ist laut Grün und Gruga unbelegt und müsste mit entsprechender Infrastruktur ausgebaut werden. Der Vorteil: Entlang der Kuhlhoffstraße würde ausreichender Parkraum zur Verfügung stehen.

Grün und Gruga macht mehrere Vorschläge

Grün und Gruga schlägt mehrere „Handlungsoptionen“ zur Lösung des Parkproblems vor.

Die Bestatter erhalten Handzettel, die auf den Parkplatz am Sportpark hinweisen.

Zukünftig wird bei Großbestattungen auch ein Ordnungsdienst im Bereich der Langemarkstraße eingesetzt.

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