Tiere

Mehr als 600 Hunde planschen im Essener Grugabad

Gerappelt war in dieser Saison das Grugabad noch einmal: Mehr als 600 Vierbeiner folgten mit ihren Haltern der Einladung zum Hundeschwimmtag.

Foto: Socrates Tassos

Gerappelt war in dieser Saison das Grugabad noch einmal: Mehr als 600 Vierbeiner folgten mit ihren Haltern der Einladung zum Hundeschwimmtag. Foto: Socrates Tassos

Essen.   Zum Abschluss der Freibadsaison gehörten die Becken im Grugabad den Vierbeinern. 600 Hunde aus der Region kamen zum tierischen Schwimmtag.

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Für einen kurzen Moment beobachtete Charly (5) seine planschenden Hundekumpels. Dann gab der kleine Dackelrüde Vollgas und flitzte ins 21 Grad warme Wasserbecken. Mehr als 600 vierbeinige Badegäste aus der ganzen Region feierten beim Hundeschwimmtag im Grugabad eine riesige Poolparty zum Abschluss der Badesaison.

Wellen- und Nichtschwimmerbecken waren geöffnet. Es flogen bunte Bälle, Gummiknochen oder Quitsche-Enten ins Wasser – die Vierbeiner sprangen hinterher. So wie die schwarze Labradorhündin Emma (7), die schwimmend ihren Ball apportierte und dabei lautstark von Freundin Amy (7) am Beckenrand unterstützt wurde. Der Mops musste an der Leine bleiben. Frauchen Hannah Schwieger (26): „Sie ist sehr zickig, würde sich mit den anderen Hunden anlegen.“

Golden Retriever Olli muss sich erstmal an den Trubel gewöhnen

Gemütlich stapfte dagegen die 60 Kilo schwere Bernhardiner-Lady Bella (4) durch das Becken und bediente sich großzügig bei den Spielsachen der Artgenossen. Besitzerin Rita Mlezek (50) schmunzelte: „Bella grapscht sich hier alles, was sie kriegen kann. Zuhause schaut sie ihr Spielzeug kaum an.“

Nur wenige Meter entfernt musste sich Golden Retriever Olli (4) erstmal an den Trubel gewöhnen. Dabei ist der ängstliche Rüde – er lebte früher in einem Wald bei Istanbul – eigentlich eine echte Wasserratte. Herrchen Sven Schröder (45): „Einmal musste ich fünf Kilometer durch die Ruhr schwimmen, um Olli wieder einzufangen.“

Podenco-Mischling rollt mit Gehhilfe im seichten Wasser

Auch die dreijährige Russische Toyterrierhündin Lee – mit 2,5 Kilo das Fliegengewicht unter den bellenden Badegästen – schaute sich das bunte Treiben lieber von außen an. Sie tippelte aufgeregt über den Asphalt und wollte am liebsten gleich wieder auf den Arm von Larissa Oesterwind (23).

Ganz anders der weiß-beigefarbene Podenco-Mischling Theo (7), dessen schwache Hinterbeine von einer Miniatur-Gehhilfe unterstützt wurden. Er marschierte und rollte fröhlich am seichten Beckenrand, während Dackel-Mischlingshündin Lulu (2) in knallroter Schwimmweste nach einem Bandscheibenvorfall ebenfalls zu Therapiezwecken ihre Runden durchs Wasser zog.

Team der Deutschen Tierrettung vor Ort

Für manche Gäste endete der Badeausflug allerdings schmerzhaft. Das dreiköpfige Team der Deutschen Tierrettung musste etliche Patienten versorgen. Mitarbeiterin Brigitte Schuberth-Trexler (63): „Meistens haben sie Schürfwunden, weil das Wasser ihre Fußballen aufweicht.“ Parson-Russel-Mischling Barney (2) erwischte es schlimmer. Rettungssanitäterin Sarah Bauer (26) musste ihm an der verletzten Pfote eine Kralle ziehen.

Besorgte Hundehalter hatten im Vorfeld zudem wegen der Wasserqualität beim Grugabad nachgefragt, aber selbst für empfindliche Augen bestand keine Gefahr, versicherte Thomas Schulte (47), Vize-Betriebsleiter im Bad: „Wir haben den Zusatz von Chlor vor drei Wochen gestoppt, so dass unser Wasser rein wie ein Badesee ist.“

Heimtierausweise wurden rigoros kontrolliert

Bis nachmittags planschten die bellenden Gäste – ausschließlich diejenigen mit Heimtierausweis und Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung.

„Wir haben rigoros kontrolliert, weil das Krankheitsrisiko einfach zu groß ist“, sagt Schulte und ergänzt zur Hygiene: „Vor der nächsten Badesaison erneuern wir das Wasser und reinigen die Becken ausgiebig mit Maschinen, Feuerwehrschlauch und Schrubber.“

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