Schulhund

Mischling Maya soll Schulhund in Essen-Bredeney werden

Lehrerin Eva Wöbel (li.) und Hundetrainerin Melanie Brass zeigen den Grundschülern der Meisenburgschule, wie sie mit Hunden umgehen.

Foto: Kerstin Kokoska

Lehrerin Eva Wöbel (li.) und Hundetrainerin Melanie Brass zeigen den Grundschülern der Meisenburgschule, wie sie mit Hunden umgehen. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die Meisenburg-Grundschule in Essen-Bredeney sucht erstmals einen Schulhund. Mischling Maya stellt sich erfolgreich bei den Kindern vor.

Maya ist noch etwas aufgeregt. So viele neugierige Kinder auf einmal ist sie nicht gewöhnt. Ein paar Leckerlis später ist davon nichts mehr zu sehen. Geduldig lässt sie sich von den Schülern der 1b der Meisenburgschule streicheln und füttern. Maya ist der Hund von Klassenlehrerin Eva Wöbel und soll die Klasse demnächst öfter besuchen, aus einem ganz bestimmten Grund: Das Tier soll die Kinder beruhigen.

Durch den Medienkonsum neigten Kinder heute allgemein mehr zu Konzentrationsstörungen, sagt Wöbel. Ein Hund könne da Abhilfe schaffen und trage zur Entspannung bei – vorausgesetzt, sein Charakter eigne sich dafür. Sollte bei der am Mittwoch anberaumten Probe alles gut laufen, könnte Maya demnächst offiziell zum Schulhund werden.

Hündin Maya soll Schulhund werden

Die Meisenburg-Grundschule in Essen sucht einen Schulhund. Mischling Maya kam bei den Schülern schon mal gut an.
Hündin Maya soll Schulhund werden

Hunde spiegeln das Verhalten der Kinder wider

Wöbel selbst sei als Lehrerin natürlich auch gefragt, die Kinder zu beruhigen. Hunde jedoch hätten einen anderen Zugang. „Ich stelle eben Anforderungen an die Kinder. Der Hund nicht.“, erklärt sie. So wirke Maya anders als ein Mensch und spiegele zum Beispiel das Verhalten der Kinder wider. „Wenn sich ein Kind dem Hund gegenüber falsch verhält, macht er eben nicht das, was das Kind von ihm will“, stellt sie fest.

„Ich habe mehrere Studien gelesen, in denen bewiesen wurde, dass Hunde positiv zur Atmosphäre in der Klasse beitragen“, erklärt Wöbel ihre Motivation. So nehme allein die Anwesenheit eines Hundes den Kindern ihre Ängste und trage zur Entspannung der Klasse bei.

Klasse soll durch den Schulhund ruhiger werden

Das Risiko, dass die Kinder durch den Hund nicht mehr dem Unterricht folgen, sondern vom Hund abgelenkt sind, hält Wöbel für gering: „Natürlich soll der Unterricht durch den Hund nicht gestört werden.“

Stattdessen soll Maya dazu beitragen, dass die Klasse insgesamt ruhiger und entspannter wird. „Die Kinder werden Rücksicht auf Maya nehmen“, sagt sie. Auch bei Referaten oder ähnlichen Vortragssituationen sieht sie Vorteile für die Kinder: „Es gibt Kinder die Angst haben, vor anderen Kindern zu sprechen. Einen Hund anzusprechen ist für sie einfacher“, sagt sie.

Hundetrainerin Melanie Brass bringt den Kindern bei, wie sie mit Hunden umgehen. Dafür hat sie drei Bilder mitgebracht. Die Kinder sollen bestimmen, wie die abgebildeten Tiere gelaunt sind und ob sie diese streicheln dürfen oder nicht. Ein Hund schaut traurig, er macht sich klein und klemmt den Schwanz ganz dicht an den Körper – für die Kinder ist sofort klar: Der Hund hat Angst und wird nicht gestreichelt. Danach folgt das Highlight: Alle dürfen Maya entweder streicheln oder ihr ein Leckerli geben.

Reaktion der Kinder ist eindeutig

Brass hat Maya in einem Gehorsamskurs ausgebildet. Auf das Kommando von Eva Wöbel reagiert das Tier sofort. Über eine Tierschutzorganisation hat sie vergangenen Herbst nach einem Haustier gesucht – und sich sofort in die Mischlingsdame aus Griechenland „verliebt“, wie Wöbel sagt.

Die Reaktion der Kinder nach dem Unterricht fällt eindeutig aus: Maya scheint bei ihnen ähnliche Gefühle hervorzurufen wie bei ihrer Lehrerin. Einer Karriere als Schulhund steht wohl nichts im Wege.

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