Musiklegenden

„Manhattan Transfer“ sorgt für Jubel in der Philharmonie

Das legendäre amerikanische Vocal-Quartett „Manhattan Transfer" mit (v.l.n.r.) Tris Curless, Janis Siegel, Cheryl Bentyne und Alan Paul in der Philharmonie Essen.

Das legendäre amerikanische Vocal-Quartett „Manhattan Transfer" mit (v.l.n.r.) Tris Curless, Janis Siegel, Cheryl Bentyne und Alan Paul in der Philharmonie Essen.

Foto: Sven Thielmann, Essen

Essen.  Jazziges Vokalvergnügen in altersreifer Pracht: „Manhattan Transfer“ begeisterte mit dem WDR Funkhausorchester Fans in der Essener Philharmonie

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Die Zeit vergeht. Wie sich nun in der Essener Philharmonie zeigte, ist sie auch an der seit stolzen 48 Jahren bestehenden A-capella-Formation „Manhattan Transfer“ nicht spurlos vorübergegangen. Dass sie mit einem Ruf wie Donnerhall den Konzertsaal bis hoch in die Ränge füllte, spricht freilich für die vier New Yorker Vokalisten, die als bislang einzige Combo 1981 gleichzeitig sowohl einen Grammy für Jazz als auch einen für Pop bekam. Und so Musikgeschichte schrieb.

„Sing Sing Sing“: Zum Aufwärmen gab’s mitreißende Musik von Benny Goodman

In Essen präsentierten sich jetzt Janis Siegel, Cheryl Bentyne, Alan Paul und Trist Curless vor der opulenten Kulisse des bestens aufgelegten WDR Funkhausorchester. Das unter Leitung von Ludwig Wicki mit ihrem Solo-Klarinettisten Andy Miles zunächst druckvoll swingend das „House-warming“ besorgte. Passenderweise mit Benny Goodman-Sounds und einem feinen „Sing Sing Sing“.

Was „Manhattan Transfer“ prompt wörtlich nahm und sich mit unverwechselbarem Harmonie-Gesang auf die „Route 66“ begab. Dass man sich bei der folgenden Reise durch die eigene Hitparade häufig auf die intime Begleitung des eigenen, grundsoliden Piano-Trios verließ, beflügelte die Textverständlichkeit ihrer rasant gesungenen Vokalisen, Scat-Improvisationen und im US-Entertainment-Style servierten Soli nicht wirklich. Auch vor der Streicherpracht samt funkelndem Blech hätte man sich mehr Präsenz der, sagen wir, gereiften Stimmen gewünscht.

Publikum feierte das wie entfesselt groovende Vokal-Quartett

So befand man nach der Pause mit ihnen „That’s the Way It Goes“, freute sich über ein quirliges Medley ihrer größten Erfolge und wunderte sich ein wenig über eine arg brave Darbietung ihres populären „A Nightingale Sang in Berkely Square“. Als schließlich das markante Intro von Joe Zawinuls „Birdland“ aufbrandete, mit deren von Jon Henricks vertextete Version „Manhattan Transfer“ weiland zu Superstars wurden, stand der Saal plötzlich wie eine Eins und feierte das nun wie entfesselt groovende Vokal-Quartett samt WDR Funkhausorchester mit rauschendem Jubel.

Beim „Chanson D’Amour“ leuchteten im ganzen Saal die Handys

Zum Dank gab’s als Zugabe ihren 76er Chartbreaker „Chanson D’Amour“ in bewegender Klangpracht samt wildem Handy-Leuchten des begeisterten Publikum, dem die darob gerührten New Yorker mit dem berühmten Lullaby „Good Night“ von John Lennon zum Abschied süße Träume wünschten. Was ihren schönen, aber nicht sonderlich aufregenden Auftritt stimmungsvoll ausklingen ließ.

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