Gericht

Männer sollen 18-Jährige in Essener Disco vergewaltigt haben

Die Angeklagten mit ihren Verteidigern Michael Wolf, Victor Berger und Manfred Gregorius (v.l.).

Die Angeklagten mit ihren Verteidigern Michael Wolf, Victor Berger und Manfred Gregorius (v.l.).

Foto: Stefan Wette

Essen.   Drei junge Männer sollen eine 18-Jährige auf der Toilette einer Essener Disco vergewaltigt haben. Nun stehen sie vor Gericht.

In der beliebten und meist belebten Diskothek Delta Musik Park an der Frohnhauser Straße sollen drei junge Männer eine 18-Jährige zum Sex gezwungen haben. Seit Donnerstag müssen sie sich wegen Vergewaltigung, Nötigung und Bedrohung vor der XXIV. Essener Strafkammer verantworten. Sie bestreiten jede Schuld und sprechen von einvernehmlichem Sex auf der Herrentoilette.

Die Angeklagten, von denen zwei in Untersuchungshaft sitzen, haben alle einen syrischen Hintergrund, sprechen aber gut Deutsch, einen Dolmetscher haben sie nicht. 21 bis 23 Jahre sind sie alt, sind strafrechtlich bisher noch nicht in Erscheinung getreten.

Zwei Angeklagte sollen den Freund der 18-Jährigen bedroht haben

In der Nacht zum 7. Juli sollen sie laut Anklage gezielt in die Diskothek gegangen sein, um ein junges, weibliches Opfer von seiner Begleitung zu trennen und zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Dies sei ihr Plan gewesen, sagt Staatsanwältin Laura Riebau.

Die 18-Jährige soll den Angeklagten “wegen des schüchternen Erscheinungsbildes geeignet” erschienen sein. Zwei hätten den guten Freund der Frau in eine Ecke gedrängt und gedroht, “ihn abzustechen”. Er habe das geglaubt, auch wenn er kein Messer gesehen hätte.

Der Dritte habe die Frau an der Hand zur Toilette gezogen. Aus Angst und weil sie ihren bedrohten Freund gesehen habe, sei sie mitgegangen.

Sicherheitsmitarbeiter der Diskothek schritten ein

Auf der Herrentoilette habe sie zunächst den 22-jährigen Ajdel H. befriedigen müssen, danach auch den ebenfalls 22 Jahre alten Abdulkader A., der zuvor ihren Freund festgehalten haben soll. Erst danach schritten Sicherheitsmitarbeiter der Diskothek ein.

Ob die Anklage stimmt, will an geplant vier Sitzungstagen die Strafkammer aufklären. Denn die drei Angeklagten bestreiten am Donnerstag vehement. Einvernehmlich sei alles erfolgt, sagen sie. Ajdel H. erzählt, er sei mit der Frau ins Gespräch gekommen. Sie habe zu ihm gesagt, er sei attraktiv. Dann sei ihr Freund gekommen, doch den habe sie weggeschubst. “Ich bin 18 und du bist 17”, soll sie dabei gesagt haben. Dann sei sie mit dem Angeklagten zur Toilette gegangen. Ajdel H.: “Ich habe nie mit dem Vorwurf der Vergewaltigung gerechnet.”

Die anderen Angeklagten bestätigen ihn im Grunde. Auch Abdulkader A. will nichts gegen den Willen der 18-Jährigen gemacht haben.

Ein wenig gegen Ajdel H. spricht, dass er in der Nacht auf dem Smartphone geforscht hatte. Da ging es um die Fragen, welche sexuellen Handlungen strafbar sind. Aus eigenem Interesse? Nein, da sei er nur in Sorge um seinen Freund Abdulkader A. gewesen, sagt er. Der sei nämlich in Tatortnähe geblieben und als einziger von ihnen sofort festgenommen worden. Ajdel H.: “Ich wollte wissen, was mit ihm passieren könnte.”

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