Benefizveranstaltung

Lions-Club startet 12. Kettwiger Entenrennen im Internet

Für über 1400 Plastikenten konnte der Lions-Club Cosmas et Damian Patenschaften, sprich Lose, verkaufen. Der Erlös kommt wieder einem Essener Jugendförderprojekt zugute.  

Für über 1400 Plastikenten konnte der Lions-Club Cosmas et Damian Patenschaften, sprich Lose, verkaufen. Der Erlös kommt wieder einem Essener Jugendförderprojekt zugute.  

Foto: FLORIAN SENFT

Essen-Kettwig.  Trotz Pandemie findet die Austragung statt – diesmal im Freibad auf einem künstlichen Bachlauf. Ein Lions-Team hat Vorläufe und Finale gefilmt.

Nicht nur bei Kettwigern ist die „Entenjagd“ Kult: Jedes Jahr im Oktober säumen hunderte von Zuschauern aus der Region das Ufer am Ruhrbogen, um bei der Benefizaktion des Lions-Clubs Cosmas et Damian im Rahmen des Herbst-Cups der Kettwiger Rudergesellschaft dabei zu sein. Im Corona-Jahr ist das unmöglich: Der Herbst-Cup ist abgesagt, Menschenmassen sind gerade ein „No-Go“. Für ihre Benefizaktion haben sich die Lions deshalb etwas Besonderes einfallen lassen – und das könnte ab 25. Oktober genauso Kultstatus erlangen.

Statt einer „Entenjagd“ gibt es im zwölften Jahr ein „Entenrennen“: Die mehr als 1400 Gummitiere liefern sich einen rasanten Wettlauf auf einem künstlich angelegten Bach. „Wir haben lange überlegt, wo wir es machen, und sind dann auf das Freibad Kettwig gekommen“, erklärt Peter Fütterer vom Organisationsteam der Lions. „Hier ist es weitläufig, und die Freibadsaison ist vorbei. Wir haben ein gut abschüssiges Gelände und können viel ausprobieren.“

Rampen und Hindernisse können die Enten aus der Bahn werfen

Nach mehreren Versuchen steht die 65-Meter-Strecke schließlich fest: Sie führt vom Standort Kleinkinderbecken hinab ins Tal. Diverse Kurven und Rampen gibt es, die durch Steine und Holzlatten unterhalb der Plastikplane (sie simuliert den Bachlauf) gebildet werden. Und es sind außer den Verwerfungen im Plastikmaterial Hindernisse wie das Playmobil-Piratenschiff und eine Jacht mit blauen Schlumpffiguren, die die Enten von ihrem Weg abbringen oder sogar hinaus auf die Wiese katapultieren können. Die „Wolf“-Figur, im vergangenen Jahr noch von Tierschützern als überholtes Symbol des „Bösen“ bei der Entenjagd auf der Ruhr scharf kritisiert, ist diesmal nicht Jäger, sondern Zuschauer.

Der einzige Zuschauer. Denn auch bei diesem Event setzt Corona Grenzen. Lediglich das Team des Lions-Clubs und des ausrichtenden Fördervereins des Clubs ist vor Ort – dafür aber mit einem technischem Equipment, das es jedem Interessierten ermöglicht, hautnah dabei zu sein. Es werden sieben Vorläufe mit jeweils um die 200 Enten ausgetragen sowie das finale Rennen mit allen Enten. Verschiedene Kameras und eine Drohne zeichnen das Geschehen auf. Übertragen wird das Ganze auf Youtube sowie auf Facebook und Instagram .

Jeden Tag wird ein Entenrennen online gestellt

Start ist am Sonntag, 25. Oktober. Jeden Tag bis zum 31. Oktober wird ein Vorlauf online gestellt, am 1. November gibt es dann das spektakuläre Finale. Zu sehen sind im Video die Enten, wie sie übereinander purzelnd die Schikanen des Bachlaufs meistern. Wer sich verschwimmt oder den Bach verlässt, scheidet aus. Im Zielbereich führt der Bach die Enten in die Nähe eines Zielrohres. Die ersten sechs Stück werden gewertet, die anderen landen im Planschbecken.

„Unter notarieller Aufsicht werden die sechs Nummern notiert und die Gewinner bekannt gegeben“, erklärt Carsten Kümpers das Prozedere. Der Vorsitzende des Fördervereins des Lions-Clubs ist froh, dass 1450 Lose verkauft werden konnten – ebenso viele wie in den Vorjahren. „Corona hält die Leute glücklicherweise nicht davon ab, sich für etwas Gutes einzusetzen.“

Erlös kommt einem Jugendförderprojekt zugute

Traditionell kommt der Erlös einem Jugendförderprojekt in Essen zugute. „In diesem Jahr spenden wir für die Lernhäuser im Essener Norden“, berichtet Stefan Agatz, Vorsitzender von Cosmas et Damian. „In den Lernhäusern des Kinderschutzbundes werden Mädchen und Jungen mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund bei ihrem Schulabschluss unterstützt.“

Dass dieses Projekt auf sicheren finanziellen Füßen steht, dazu hätten die vielen Entenpaten und weitere Spender beigetragen, freut sich Agatz: „Ich rechne mit einem fünfstelligen Betrag.“ Der Vereinsvorsitzende hofft, dass die neue Form des Entenrennens den Zuschauern daheim Spaß machen wird. „Für uns ist es jedenfalls spannend. Das können wir durchaus wiederholen.“

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