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Lions Club Essen-Werethina unterstützt das Hospiz in Werden

Das Hospiz in Essen-Werden verzeichnet einen starken Zulauf. In der Dudenstraße ist daher demnächst eine Erweiterung um zwei auf neun Zimmer geplant.

Das Hospiz in Essen-Werden verzeichnet einen starken Zulauf. In der Dudenstraße ist daher demnächst eine Erweiterung um zwei auf neun Zimmer geplant.

Foto: Julia Tillmann

Essen-Werden.  Der Lions Club Essen-Werethina lädt in die Folkwang-Uni der Künste zum Förderpreiskonzert „Viva España“ ein. Das kommt zwei Projekten zugute.

Im Christlichen Hospiz Werden stellte der Lions Club Essen-Werethina sein 13. Benefizkonzert „Viva España“ vor. Die musikalische Veranstaltung dient gleich zwei guten Zwecken: Mit dem Erlös werden Studierende der Folkwang Universität der Künste mit einem Jahres-Stipendium gefördert, zugleich soll der dringend notwendige Ausbau des Hospizes an der Dudenstraße ermöglicht werden.

Der Lions Club Werethina hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Essen und unmittelbarer Umgebung mit vielfältigen Aktivitäten Bedürftige jeder Art zu unterstützen. So konnte der Club seit 2007 aus eigenen Mitteln bereits 47 Studierenden der Sparte Musik mit 100.000 Euro ein Stipendium ermöglichen.

Studium ohne wirtschaftliche Zwänge

In den vergangenen vier Jahren wurden jeweils fünf Studierende mit 150 Euro monatlich unterstützt. Diese Summe wird dann vom Bund durch das sogenannte Deutschlandstipendium noch einmal verdoppelt.

So können die Stipendiaten sich ohne wirtschaftliche Zwänge ihrem Studium widmen. Denn Jobben raubt viel Zeit, weiß Professor Till Engel, Dekan des Fachbereiches Musik: „Das geht auf Kosten der Übungszeit und eines seriösen Studiums.“

Der international renommierte Pianist Engel hat 2010 künstlerische Leitung und Moderation der Abende übernommen. Er ist Motor und kreatives Zentrum, suchte das Programm mit Werken von Isaac Albéniz, Joaquín Turina und natürlich Joaquín Rodrigo sowie Künstler wie Hisako Kawamura und Tomasz Zawierucha aus.

Beim Konzert liegt feurige Musik in der Luft

„Wir haben bekannte Musiker für unsere Sache begeistern können. Das ist ein gehöriges Stück Arbeit, die alle zusammen zu trommeln. Es wird jedes Jahr schwieriger, aber es macht auch riesigen Spaß.“

Das diesjährige Motto ist Spanien, da liegt sofort feurige Musik in der Luft, zumal mit Alex Rodriguez Parés und Joaquim Font auch zwei spanische Studierende mitwirken. Auch wird es einen besonderen Akzent auf die Gitarre geben, das spanische Instrument schlechthin.

Auswahl der Studierenden nach künstlerischer Qualität

Engel erläutert das Verfahren des Deutschlandstipendiums: „Die Vergabe ist nicht an das Geschlecht, die Religion oder die Herkunft gebunden. Jedoch sollte eine deutliche Spitzenbegabung zu erkennen sein und wirtschaftliches Bedürfnis. Bei einem offiziellen Auswahlvorspiel der Universität suchen wir aus 40 bis 50 Bewerbern nach künstlerischer Qualität aus.“

Über die finanzielle Zuwendung hinaus sind Mitglieder des Lions Clubs den Künstlern bei ihrer weiteren Entwicklung aktiv behilflich. Es soll keine reine Benefizveranstaltung werden, sondern ein Event, an das man gerne zurückdenkt. Neben dem musikalischen Genuss wird also auch das Gesamtpaket stimmen, denn ein vielköpfiges Team sorgt für einen reibungsvollen Ablauf.

Jürgen Welter kümmert sich seit 1987 im Hintergrund mit um die Organisation, auch um das leibliche Wohl der Gäste: „Wie in jedem Jahr lässt sich da der Werdener Partyservice passend zum jeweiligen Konzertmotto ein Gourmet-Erlebnis einfallen. Wir freuen uns auf spanische Küche und Weine. Die Dekoration wird mediterrane Stimmung herbeizaubern.“ Vor dem Konzert und in der Pause stehen Fingerfood und nach Konzertende ein Buffet zur Verfügung. Hieran nehmen auch die Künstler teil.

Erweiterung des Hospiz-Angebotes geplant

Christian Streffer entsinnt sich noch des ersten Benefizabends seines Lions Clubs Werethina: „Mit Generalmusikdirektor Heinz Wallberg haben wir 1984 das erste Benefizkonzert überhaupt durchgeführt. Wir hatten Gidon Kremer als Solisten und der alte Saalbau war voll.“

Hier im Hospiz erinnert man sich mit Liebe und Zuneigung an die verstorbene Gründerin Dorle Streffer, die sich unermüdlich für die Hospizbewegung einsetzte. Das Haus trägt bereits ihren Namen, als weitere Ehrung begrüßt nun im Entree ihr Ölporträt die Gäste. Ihres Gatten Augen blitzen: „Unser Lions-Motto ist ‚We serve‘ und wir von Werethina haben daher das Hospiz mit bisher 40.000 Euro unterstützt.“

Hospiz-Geschäftsführer Franz K. Löhr nennt bedrückende Zahlen: „Wir haben rund 800 Anmeldungen im Jahr und benötigen dringend Platz für mehr Gäste.“ An der Dudenstraße ist daher eine Erweiterung um zwei auf neun Zimmer geplant. Die Verhandlungen mit den Krankenkassen verlaufen zäh. Statische und denkmalbehördliche Bedenken wurden bereits ausgeräumt.

Das Ausweichquartier ist dann im Krankenhaus

Auch hat Löhr bereits mit dem Krankenhaus St. Josef gesprochen und das Hospiz könnte während der Bauphase dorthin ausweichen. Der Lions-Club Essen-Werethina will sich an der geplanten Erweiterung des Hospizes beteiligen.

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