Oktoberfest

Liebe des Paulaner-Braumeisters zu Stauder-Bier erlischt nie

Qualitätskontrolle einmal anders: Tarek Said taucht tief in die Paulaner-Bier-Produktionsstätte ein.      

Qualitätskontrolle einmal anders: Tarek Said taucht tief in die Paulaner-Bier-Produktionsstätte ein.      

Foto: Paulaner

Essen/München.  Tarek Said kommt aus dem Stauder-Land. Dennoch fühlt sich der Essener längst in München wohl. Bei Paulaner gilt er als Spezialist für Weißbier.

Tarek Said ist mitten im Stauder-Land aufgewachsen. Ein Essener durch und durch. Bis er mit Anfang zwanzig den Schritt in das Weißbier-Reich wagte und dort geblieben ist. Seit Jahren zählt er zu den wichtigsten Mitarbeitern der Paulaner Brauerei Gruppe in München. Als Braumeister reist der 35-Jährige viele Tage im Jahr um die Welt, um Kollegen der Bräuhäuser in China oder Indonesien in die Geheimnisse deutscher Bierkunst einzuweihen. Mit Stauder verbindet ihn aber weiter eine besondere Beziehung.

„Stauder ist meine Muttermilch. Wenn ich in Essen zu Besuch bin, trinke ich es nach wie vor gerne. Manchmal nehme ich mir auch etwas mit nach Hause. Stauder bedeutet für mich ein Stück Heimat“, sagt Said 14 Jahre nach seinem Wechsel zu den Bayern. Das Leben zwischen Ruhrgebiet und Alpenvorland, zwischen Pils und Hefe, zwischen Stau auf der A40 und Schickeria schlägt sich in seiner Sprache übrigens nicht nieder. Vielleicht haben sich der bayerische Einfluss und der Ruhrpottdialekt in diesem Fall auch einfach neutralisiert. Said redet reinstes Hochdeutsch.

Erste Gastronomie-Erfahrung bei Möbel Kröger in Essen gesammelt

Recht früh und zunächst eher zufällig hat er nach dem Abitur am Burggymnasium sein Weißbier-Wissen trainiert. „Meine ersten Gastronomie-Erfahrungen habe ich im Bistro des damaligen Möbelhauses Kröger gesammelt. Da haben wir auch Paulaner ausgeschenkt.“ Einmal Gefallen daran gefunden, habe er abends beim Weggehen in Essen häufiger mal Weißbier bestellt. Und als er dann 2005 nach Bayern zog, um zunächst bei Hilton eine Ausbildung im Hotelfach anzufangen, wurden die Geschmacksnerven weiter in eine ganz bestimmte Richtung gelenkt.

Als Tarek Said später in die Betriebsleitung der Paulaner-Tochter Hacker-Pschorr einstieg und sich selbst dabei ertappte, wie er nach Dienstschluss häufiger den Braumeistern über die Schultern geblickt hat, war der nächste Schritt getan. „Ich bin auf Risiko gegangen und habe eine weitere Ausbildung abgeschlossen“, erzählt der Essener. Seit 2014 darf er sich Braumeister nennen.

Oktoberfeste werden längst weltweit gefeiert

In den nächsten Wochen wird wieder besonders viel deutsches Bier durch die Kehlen von Biertrinkern auf allen Erdteilen rauschen. Es ist Oktoberfestzeit! Und dieses Volksfest wird längst nicht mehr nur in München gefeiert. Es gibt Oktoberfeste in Kanada und Brasilien, in den USA und Australien, und natürlich das Essener Rü-Oktoberfest. Außerdem an jedem Standort, an dem die Paulanergruppe ihre Bräuhäuser hat. Beispielsweise in Shanghai, Moskau oder Singapur. Etwa ein Drittel des Jahres verbringt Tarek Said in den Niederlassungen in Asien.

„Ich schule dort die Braumeister, überprüfe die Qualität der Produkte und kümmere mich um das Wartungsmanagement“, sagt Said. Das deutsche Bier genieße weltweit einen exzellenten Ruf. Grundsätzlich sei es so, dass in allen Paulaner-Häusern nach standardisierten Rezepturen gebraut werden. Wer sich nun in St. Petersburg, Jakarta oder München zuprostet, wird immer den ungefähr gleichen Geschmack feststellen, „ganz leichte Unterschiede gibt es nur aufgrund der Qualität des Wassers“.

Was Tarek Said in Bayern vermisst? Mettbrötchen

Seiner Heimatstadt Essen und seiner Familie in Schönebeck ist Tarek Said weiter eng verbunden. Etwa zwei Mal im Jahr macht er sich auf den Weg aus München in Richtung Ruhrgebiet. Zurück zu seinen Wurzeln. Zurück zu Stauder. Und zurück zu den Mettbrötchen. „Das ist neben meiner Familie das einzige, das ich in München vermisse.“

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