Bergbau

Lichterprozession in St. Dionysius zum Ende der Steinkohle

Diakon Stefan Westphalen (links) und Heinz Werner Kreul laden zum Ende des Bergbaus zu einer Lichterprozession ein. Die Fahne des Katholischen Knappenvereins Borbeck 1861 erinnert an die lange Tradition in Borbeck.

Diakon Stefan Westphalen (links) und Heinz Werner Kreul laden zum Ende des Bergbaus zu einer Lichterprozession ein. Die Fahne des Katholischen Knappenvereins Borbeck 1861 erinnert an die lange Tradition in Borbeck.

Essen-Borbeck.   Die Geschichte Borbecks und der katholischen St. Dionysius-Gemeinde ist eng mit dem Bergbau verbunden. Eine Lichterprozession soll daran erinnern.

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Mit einer ökumenischen Lichterprozession gedenkt die katholische St. Dionysius-Gemeinde in Borbeck dem Ende des deutschen Steinkohlebergbaus. Am Donnerstag, 4. Oktober, beginnt sie um 19 Uhr an der Lourdes-Grotte auf dem Kirchplatz. Initiatoren sind Diakon Stefan Westphalen und Heinz Werner Kreul, der Archivar der Gemeinde.

Sie erinnern an die Gründung des Katholischen Knappenvereins Borbeck am 8. Dezember 1861 unter Leitung von Vikar Pauli. Zu seiner Patronin machten die Borbecker Bergleute damals die Mutter Gottes.

Drei Jahre zuvor hatte die Französin Bernadette Soubiriusin in Lourde eine Marienerscheinung. „Durch sie wurde die Marienverehrung noch verstärkt“, erzählt Heinz Werner Kreul.

Der Tropfstein kam einst aus Thüringen

Als der 50. Gründungstag des Knappenvereins absehbar war, machte der damalige Präses Vikar Wilhelm Müller im Jahr 1902 den Vorschlag zum Bau einer Lourdes-Grotte zu Ehren der Patronin. „Die Mitglieder wurde verpflichtet, dazu einen erheblichen finanziellen Beitrag zu leisten. Auch in der Bürgerschaft fand der Plan dankenswerte Unterstützung und es wurde zu Spenden aufgerufen. So wurde das Werk in Angriff genommen“, erzählt der Archivar weiter.

Erbaut wurde die Grotte an der Rückseite der Dionysius-Kirche schließlich von einem Borbecker Stuckateurmeister namens Frantzen, der dazu Tropfstein aus Thüringen verwendete. Die Statue liefert Bildhauer Kirsch aus Borbeck, für die Bemalung sorgte Kirchenmaler Frieling aus Düsseldorf.

Grotte wurde mit Fackelzug eingeweiht

Die Lichterprozession am kommenden Donnerstag soll auch an die Einweihung der Grotte erinnern, die „in echt bergmännischer Weise“ in einem Fackelzug mit Wetterlampen gefeiert worden war, wie es in der Festschrift zum 50-jährigen Jubelfest hieß: „Möge es unseren Knappen Freude und Begeisterung für unseren Beruf bringen, den Mitbürgern das Bewusstsein, was ein Knappe ist.“

Das sehen auch die beiden Initiatoren so: „Wir sollten auch mit dem Ende des Steinkohlebergbaus die Leistung des Bergmanns nicht vergessen und in Ehren halten.“

Stefan Westphalen und Heinz Werner Kreul haben alle Kirchengemeinden sowie auch die Politiker im Großraum Borbeck zur Lichterprozession eingeladen. Oberbürgermeister Thomas Kufen lässt sich aus Termingründen ebenso entschuldigen wie Bischof Franz-Josef Overbeck, der noch bei der Bischofskonferenz in Fulda weilt. Gleichwohl werden über 70 Teilnehmer an der Prozession erwartet. Zum Abschluss wird in der Kirche das Steigerlied auf der Orgel angestimmt. Heinz Werner Kreul: „Wenn es noch Knappen-, Schützen- oder kirchliche Vereine mit Fahnenabordnungen gibt, sind sie herzlich eingeladen. Aber natürlich auch alle Bürger, die sich mit den vielen Zechen im Raum Borbeck verbunden fühlten.“

>>>>>Die Prozession führt über das Kirchengelände

Treffpunkt ist am Donnerstag, 4. Oktober, um 19 Uhr an der Lourdes-Grotte an der Dionysiuskirche. Von dort geht die Prozession über den Kirchplatz zum Borbecker Platz/Alter Markt, dann weiter zum Kruzifix auf dem Kirchplatz und zur Missionskapelle/Alte Bergbau-Lore (Hund) an der Alten Vikarie, weiter zum Jugendheim mit Blick Richtung Krankenhaus, dann zum Abschluss in die Dionysius-Kirche.

Anschließend ist eine Begegnung im Dionysius-Haus.

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