Sommerkino

Lichtburg Open Air: So startet Essen die Sommerkino-Saison

Famose Kulisse fürs Freilichtkino: Der Burgplatz bietet viel Abstand und Atmosphäre fürs Lichtburg Open Air.

Famose Kulisse fürs Freilichtkino: Der Burgplatz bietet viel Abstand und Atmosphäre fürs Lichtburg Open Air.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Zurück ins Kino, aber unter freiem Himmel: Lichtburg Open Air feiert erfolgreichen Auftakt auf dem Burgplatz. Programm läuft bis September.

Der Burgplatz wird in diesen Tagen zum Beachplatz. Mit einer Bataillon von Liegestühlen vorne und den Burgplatzstufen hinten, die wie Dünensitze für beste Sicht auf die große Leinwand sorgen. Zum zweiten Mal nach 2019 eröffnet die Lichtburg mitten in der City ihr großes Lichtburg Open Air. In diesem Jahr geht’s mit dem Programm sogar noch früher los als im Vorjahr. Auch das Konzept wurde verändert.

Standort Burgplatz sorgt für ausreichend Abstand, bietet aber auch Atmosphäre

Eigentlich war nach dem großen Publikums-Erfolg des Vorjahres schon ziemlich früh klar, dass man das Frischluft-Kino in 2020 unbedingt wiederholen müsse. Aber dann kam Corona, und so stand eine ganze Weile in Frage, ob sich das Projekt realisieren ließe. Mit dem Umzug vom kleineren Standort direkt am Dom auf den größeren Burgplatz gibt es nun ein Konzept, das sowohl Abstand gewährleistet, aber auch Atmosphäre bietet. Nicht nur für Stadtwerke-Vorstand Lars Martin Klieve war bei der Eröffnung am Donnerstagabend schon ziemlich klar, „dass der Burgplatz nur darauf gewartet hat, endlich mal ein Open-Air-Kinostandort sein zu können“. Neben den Stadtwerken gehört in diesem Jahr auch der Allbau zu den Unterstützern des Freilichtkinos wie das Bistum Essen als direkter Nachbar.

Rund 400 Zuschauer finden auf dem City-Areal Platz, luftig verteilt in Zweiersitzen, aber es gibt auch Einzelplätze. Jeder Sitz ist den Besuchern fest zugeordnet, die Nachverfolgbarkeit der Gäste gehört zum Hygienekonzept wie das Tragen der Alltagsmaske auf den Zugangswegen und am Getränkestand.

Treue Lichtburg-Gäste wie Marion und Christian Traenka zeigten sich am Premierenabend vom Konzept angetan. Denn die Sorge, „dass es sich ein bisschen knubbeln könnte“, hatte sich für die Essener schnell erledigt. Und die gemütliche Atmosphäre in den bereitgestellten Sonnenliegen machte gleich Lust auf einen Folgebesuch. Gut beraten ist deshalb, wer sich rasch um Karten kümmert, denn die Plätze werden nach der Reihenfolge der Reservierungen verteilt, also von den Liegestühlen über die Gartenstühle bis zu den Burgplatztreppen aufwärts, erklärt Theaterleiter Bernhard Wilms.

Die riesige, aufblasbare Leinwand sorgt für beste Sicht

Maike Behrendt und Philipp Borgböhmer hatten es sich am Eröffnungsabend auf den Treppen bequem gemacht. Aber für die Essener Kinofans steht schon fest: „Beim nächsten Mal soll es ein Liegestuhl sein.“ Dort konnte man sich am Donnerstagabend auch gemütlich einmummeln, denn das Wetter hatte sich dem finnischen Eröffnungsfilm, der Culture-Clash-Komödie „Master Cheng in Pohjanjoki“, angepasst. Nach strahlendem Sommerwetter kühlte es ordentlich ab. „Ein herzerwärmender Film“, schwärmte eine Besucherin, als die 96 Quadratmeter große aufblasbare Leinwand gegen Mitternacht dunkel wurde. „Aber man sollte sich ruhig eine Wolldecke einpacken.“

Hüsteln soll hier anschließend schließlich keiner, denn bis zum 6. September gibt es fünfeinhalb Wochen Kinoprogramm non stop. Marion Helmy konnte sich am Eröffnungsabend gleich auf die nächste Vorstellung freuen. „Ich habe mir auch sofort eine Karte für „Bohemian Rhapsody“ am Freitagabend besorgt“, berichtet die Essenerin. „Es ist schön, mal wieder gemeinsam mit anderen Menschen einen Film zu sehen“, darin sind sich am Eröffnungsabend alle einig. Auch wenn die Auswahl der aktuellen Streifen aufgrund der Pandemie in diesem Jahr kleiner ist.

Dafür kommen etwas nostalgisch veranlagte Menschen auf ihre Kosten, bei Blockbustern wie „Dirty Dancing“, „Pulp Fiction“ und „Ghostbusters“ oder auch beim „Frühstück bei Tiffany“ wird so mancher in den kommenden Wochen in Erinnerungen schwelgen. Das Konzept der Kinoklassiker hat in den Essener Filmkunsttheatern in den vergangenen Wochen viel Zuspruch gefunden, berichtet Kinochefin Marianne Menze.

Oberbürgermeister Thomas Kufen, der sich am Eröffnungsabend einmal mehr als Fan der Lichtburg und ihrer Betreiberin Marianne Menze bekannte, hofft auf einen ähnlichen Zuspruch wie 2019, als rund 9500 Besucher kamen. Gerade in Coronazeiten werde deutlich, wie wichtig Kino sei, um „einfach mal in Gemeinschaft abzuschalten“. Und dass man in diesem Sommer statt fernzureisen auch Urlaub vor der Haustür machen kann, dafür warb der vorab gezeigte neue Imagefilm der Stadt. Er ist deutlich schneller geschnitten als die anschließende Komödie von Mika Kaurismäki. In Finnland ticken eben nicht nur die Uhren, sondern auch die Menschen ein bisschen anders.

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