Gemeindezentrum

Leer stehendes Gemeindezentrum in Altenessen ist begehrt

Das Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Essen Altenessen soll verkauft werden. Noch steht der Käufer nicht fest.

Foto: Sebastian Konopka

Das Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Essen Altenessen soll verkauft werden. Noch steht der Käufer nicht fest.

Essen-Altenessen.   Seit zwei Jahren steht das Walter-Wolff-Haus in Altenessen leer. Jetzt muss sich die ev. Kirchengemeinde zwischen zwei Bewerbern entscheiden.

Seit das neue Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Altenessen am Mallinckrodtplatz fertig ist, steht das alte Walter-Wolff-Gemeindezentrum an der Karl-Denkhaus-Straße nahezu leer. Zwei Interessenten haben jetzt der Gemeinde Kaufangebote unterbreitet: der „KD 11/13 – Verein für Kooperation und Inklusion“ mit seinem Vorsitzenden, Ex-Pfarrer Willi Overbeck, sowie das Allee-Center, das hier 49 weitere Parkplätze anlegen möchte.

Jetzt muss sich das Presbyterium in einer der nächsten Sitzungen für eines der Angebote entscheiden. Willi Overbeck, einst selbst Geistlicher in Altenessen, hofft selbstverständlich, dass der von ihm mitgegründete Verein den Zuschlag erhält. Denn das Haus habe „das Potenzial, den akuten Raumbedarf im Stadtteil und den angrenzenden Gebieten zu decken und Raum für Bildungs-, Sprach-, Kultur- und vor allem Begegnungsangebote zu geben“. Das schreibt der Verein KD 11/13, der sich nach den Hausnummern des Gemeindezentrums an der Karl-Denkhaus-Straße 11-13 benennt, in seinem 19-seitigen Konzept, mit dem er sich bei der Gemeinde beworben hat.

Wirtschaftliche Machbarkeitsstudie gibt Rückenwind

Als Hauptmieter des „Zusammenhalte-Hauses“, wie Willi Overbeck sagt, hat er die Migrantenvereine im Blick, die noch in einer ehemaligen Schule an der Heßlerstraße untergebracht sind, etwa das Forum der Russlanddeutschen, den Türkischen Elternverband oder den Slowenische Sport- und Kulturverein Bled. „Das sind Traditionsvereine, die aus der Immigration entstanden sind.“

Seit zwei Jahren arbeitet der Verein bereits an seinem Konzept. Eine von der Bezirksvertretung V mit 6000 Euro finanzierte wirtschaftliche Machbarkeitsstudie gebe ebenso Rückenwind wie eine Kostenberechnung, die Architekt Heinrich Böll für den Kirchenkreis erstellt habe. Außerdem sei der Verein mit einer massiven Spende in die Lage versetzt worden, den Eigenanteil zu tragen, falls der Umbau des alten Gemeindezentrums wie erhofft mit Fördergeldern des Landes unterstützt wird. „Gespräche mit dem Ministerium laufen“, sagt der Vereinsvorsitzende.

SPD-Sprecher befürchtet: „Ding in den Sand gefahren“

Ob die Stadtteilbibliothek im Walter-Wolff-Gemeindezentrum eine neue Heimat finden kann, ist schon aus Platzgründen eher unwahrscheinlich. Diesen Vorschlag hatte Theo Jansen, SPD-Sprecher in der Bezirksvertretung, vorgebracht. Zudem sorge er sich um das Haus: „Ich sehe, dass dieses Ding in den Sand gefahren wird.“

Willi Overbeck widerspricht energisch

Dieser Einschätzung widerspricht Willi Overbeck energisch. Er sieht vielmehr eine große Chance für Altenessen, wenn das Konzept zum Tragen komme. So stehe für die Stadtteilbibliothek ein freies Eckgrundstück neben der Kita Abenteuerland bereit. Die Stadt sei über diese Idee bereits informiert.„Hier entsteht eine richtig soziale Ecke“, gerät der Vereinsvorsitzende schon fast ins Schwärmen.

Er hofft, spätestens im Januar mehr zu wissen. Dann werde eine gemeinnützige GmbH gegründet, die das Objekt erwerben soll. Der Verein werde Mehrheitsgesellschafter bleiben, dazu Kirchengemeinden, Moscheevereine und die IG Altenessen als Mitgesellschafter ins Boot holen. Willi Overbeck: „Damit ist der gesellschaftliche Spiegel des Stadtteils abgebildet. Dies ist eine in die Zeit und den Stadtteil passende Herausforderung.“

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Die Vorstände von Migrantenverbänden und Moscheevereinen haben das Haus bereits besichtigt. Ihnen fehlt meist der Platz für Versammlungen oder Feste.

Das alte Gemeindehaus bietet Platz. Allerdings müssten sie bereit sein, sich Räume mit anderen zu teilen und das Haus gemeinsam zu leben, fordert der Verein.

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