A52-Lückenschluss

Land bringt A52-Lückenschluss wieder auf die Tagesordnung

Die A52 endet derzeit in Essen am Kreuz Essen-Ost. Ein Lückenschluss würde bis zur A42 an der Stadtgrenze Bottrop führen.

Die A52 endet derzeit in Essen am Kreuz Essen-Ost. Ein Lückenschluss würde bis zur A42 an der Stadtgrenze Bottrop führen.

Foto: Socrates Tassos

Essen.   NRW-Verkehrsminister Wüst will einen Beteiligungsprozess zur Durchstreckung der A52 starten. Die Befürworter spüren wieder Aufwind.

Das Land bringt wieder Bewegung in den schon beerdigt geglaubten A52-Lückenschluss im Stadtgebiet Essen. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) will nach eigenem Bekunden einen breit angelegten Beteiligungsprozess zu dem Thema starten.

Dies hatte Wüst jüngst auf dem Neujahrsempfang der Essener Kreishandwerkerschaft angekündigt. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums ergänzte jetzt: „Ein solcher Prozess soll bereits im Vorfeld der förmlichen und rechtlich normierten Planungs- und Genehmigungsverfahren alle Interessierten und Betroffenen vor Ort einbinden.“

IHK hofft auf mehr Akzeptanz eines A52-Lückenschlusses

Mit Wüsts Ankündigung erhalten die Befürworter eines Ausbaus der A52 zwischen dem Dreieck Essen-Ost und der A42 im Norden damit wieder Aufwind. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), Gerald Püchel, begrüßte den Vorstoß: „Wir hoffen, dass durch die neuen Ansätze mehr Akzeptanz für das Projekt erzielt werden kann und so eine Umsetzung endlich in greifbare Nähe rückt. Der Wirtschaftsstandort braucht dringend eine Entlastung durch eine leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung.“

Die IHK befürchtet andernfalls ein Verkehrschaos in der Stadt. Die Kammer sieht dieses Problem auf Essen zu rollen, weil ringsum Autobahnen wie die A52, die A44 und die A40 ausbaut werden. Diese würden mehr Verkehr in die Stadt lenken und die Verkehrssituation im Essener Norden weiter verschärfen. Mit drastischen Worten hatte Püchel schon im vergangenen Sommer davor gewarnt: „Die Stadt wird im Verkehr absaufen.“ Püchel hatte dann bei einem persönlichen Besuch bei Wüst für das Thema nochmals eindringlich geworben.

Bürgerinitiative kündigt wieder mehr Gegenwehr an

Auch bei der FDP rennt der Verkehrsminister mit seinem Vorstoß offene Türen ein. „Einmal mehr hoffen wir darauf, dass ein Stein ins Rollen gebracht wird“, sagte Hans-Peter Schöneweiß, Fraktionschef der Essener FDP. Aus Sicht der Freien Demokraten gewinnt die Durchstreckung nicht nur wegen der Entwicklung des Gewerbegebietes Freiheit Emscher an der A 42 und wegen des neuen Wohn- und Gewerbegebiets „Essen 51“ im Kruppgürtel neue Bedeutung. „Eine leistungsfähige Nord-Süd-Achse sorgt auch für Emissionsreduktionen auf den überlasteten Hauptverkehrsachsen Gladbecker und Altenessener Straße“, so Schöneweiß.

Einen Beteiligungsprozess wollen derweil auch die Gegner eines A52-Ausbaus. „Dieser ist unabdingbar“, sagte Christian Heidelauf von der Bürgerinitiative „Stoppt A52“. Die Bürgerinitiative sei zwar nicht mehr so aktiv, wie noch vor einigen Jahren, als das Thema stärker in der Diskussion war. „Sollte der Beteiligungsprozess starten, dürfte dies allerdings ein Adrenalinschub sein und sicher wieder zu einer lebhafteren Aktivität der Bürgerinitiative führen“, kündigte Heidelauf an.

Zeitplan für Beteiligungsprozess noch offen

Wann ein solcher Beteiligungsprozess starten wird, ist noch offen. Generell dürfte ein solcher Prozess Gespräche mit Interessensgruppen beinhalten, es könnte auch eine Gremienarbeit und öffentliche Veranstaltungen geben, bei denen die Planungsgrundlagen wie Verkehrsgutachten, Straßen- und Tunnelentwürfe und die landschaftliche Planung offengelegt und erörtert werden. „Diese offene Kommunikation soll dann natürlich auch später während der förmlichen Planungs- und Genehmigungsverfahren und auch während des Baus fortgesetzt werden“, kündigte der Ministeriumssprecher an.

>>>Die A52 im Bundesverkehrswegeplan<<<

  • Die A52 steht im aktuellen Bundesverkehrswegeplan, der die Prioritäten im deutschen Straßenbau festschreibt, nur unter der Rubrik „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“. Die IHK möchte erreichen, dass die Planungen nun so weit vorangetrieben werden, dass der Lückenschluss im nächsten Bundesverkehrswegeplan als Bau-Projekt aufgenommen wird. Das wäre jedoch frühestens 2030 der Fall.
  • Ursprünglich tauchte die A52 im aktuellen Bundesverkehrswegeplan gar nicht mehr auf. Der damalige NRW-Verkehrsminister Groschek wollte die A52 nicht mehr aufnehmen. Die IHK Essen legte dagegen allerdings ihr Veto ein, zumindest mit dem Erfolg, dass die A52 nun unter dem weiteren Planungsbedarf auftaucht.

Leserkommentare (5) Kommentar schreiben