Parkplatznot

Kupferdreher Marktplatz wird keine Parkfläche

Die Fläche auf dem Kupferdreher Marktplatz bleibt auch an den Tagen ohne Markt autofrei, das hat die Politik beschlossen.

Foto: Christof Köp

Die Fläche auf dem Kupferdreher Marktplatz bleibt auch an den Tagen ohne Markt autofrei, das hat die Politik beschlossen. Foto: Christof Köp

Essen-Kupferdreh.   FDP und CDU wollte alternative Stellplätze während der Bauphase in Kupferdrehs Mitte schaffen. SPD fürchtete um die Aufenthaltsqualität.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wer in Kupferdreh einkaufen möchte, wird auch künftig nicht auf dem Marktplatz parken dürfen. Eine Mehrheit in der Bezirksvertretung stimmte gegen die Idee, diese Fläche außerhalb der Marktzeiten als Parkfläche freizugeben. Es sollte eine zeitlich begrenzte Lösung sein, um die Parkplatznot während der Baumaßnahmen im Stadtteil zu lindern.

Rund 90 Parkplätze entfallen derzeit wegen der Baustelle für den neuen Busbahnhof. Daher forderten Händler Abhilfe, brachten den Marktplatz ins Spiel. Der Kupferdreher FDP-Bezirksvertreter Jürgen Klein reichte den Antrag ein, den er schließlich gemeinsam mit den Christdemokraten stellte.

Parken sollte an marktfreien Tagen möglich sein

Demnach sollte der Marktplatz an marktfreien Wochentagen für Kurzparker (30-60 Minuten) nutzbar sein – höchstens bis zum Ende der Bauarbeiten. Zudem sollte nur ein Teilbereich zum Abstellen der Fahrzeuge genutzt werden dürfen, um die Aufenthaltsqualität für Besucher zu gewährleisten. Immerhin setzt sich die CDU gleichzeitig dafür ein, die Attraktivität des Platzes mit Kiosk, Café, Bücherschrank und WC zu steigern.

Daher betont Ratsherr Dirk Kalweit, dass die CDU grundsätzlich gegen das Parken auf dem Marktplatz sei: „Besondere Situationen verlangen jedoch besondere Lösungsansätze von der Politik.“ Hier gehe es darum, die Attraktivität des Stadtteils mit Blick auf die Einkaufs-, Gesundheits- und Naherholungsmöglichkeiten zu festigen. „Was nützt sonst die beste verkehrliche Infrastruktur und stadtplanerische Gestaltung, wenn in der Bauphase die Lichter im Stadtteil ausgehen.“ Die Verwaltung sollte also prüfen, wie teuer die temporäre Lösung inklusive Einrichtung, Betreuung und Rückbau werden würde und wer diese Kosten trägt.

Aufenthaltsort statt Abstellfläche

Dazu kommt es nun nicht, da die übrigen Parteien wie SPD, Grüne und Essener Bürgerbündnis gegen den Antrag stimmten. Ihre Bedenken galten etwa den Kosten, erklärt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Jürgen Bree (SPD). Der Aufwand, die Fläche als Parkplatz herzurichten, sei mit Blick auf die begrenzte Zeitdauer zu hoch. Das Hauptargument aber laute: „Der Kupferdreher Markt soll die ursprüngliche Form behalten und als Aufenthaltsort, nicht als Abstellfläche dienen.“ Das sei immerhin der Mittelpunkt im Stadtteil. Viel sinnvoller sei die teilweise bereits eingeführte Parkscheiben-Regelung in umliegenden Straßen.

„Parkplatzmangel gab es bereits in früheren Bauphasen, auch diese sind ohne den Marktplatz bewältigt worden“, sagt Bree. Rolf Reithmayer (SPD) ergänzt: „Die geforderte Lösung nimmt den größten Parkdruck ohnehin nicht, denn der besteht genau an Markttagen.“

Mit Enttäuschung reagiert Werbegemeinschaft

FDP und CDU indes sind überzeugt, dass die Verhinderung der temporären Parkmöglichkeiten Gewerbetreibenden, Geschäftsleuten, Gesundheitsbranche und Bürgern gleichermaßen schade. So kritisiert der Kupferdreher FDP-Ratsherr Hans-Peter Schöneweiß die Ablehnung und kontert die Kritik, Park&Ride-Nutzer könnten die Fläche missbrauchen: „Durch regelmäßige Kontrollen des Ordnungsamtes kann eine Zweckentfremdung verhindert werden.“ Die Entlastung der Seitenstraßen käme zudem Anwohnern entgegen.

Mit Unverständnis und Enttäuschung regiert auch die Werbegemeinschaft. Die Vorsitzende Eva Großimlinghaus fragt, warum man Leuten längere Wege zumuten wolle, wenn eine Möglichkeit bestehe, diese Zumutungen zu verringern. „Wir haben uns Mitte des Jahres über die Belebung vieler Leerstände gefreut und festgestellt, dass Kupferdreh für den Einzelhandel immer noch ein wirtschaftlich interessanter Standort ist“, sagt ihr Stellvertreter Peter Bellendorf, der sich nach rund 20 Jahren mit diversen Baumaßnahmen ein wenig Entgegenkommen der Politiker gewünscht hätte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik