10 Jahre Kulturhauptstadt

Kulturstiftung fördert Reparatur von Werdener Tanz-Kunstwerk

Freuen sich über die gelungene Reparatur: Die Künstlerin Ilse Straeter (2.v.r.) mit Christian Sutter (l., Kulturstiftung der Stadt Essen), Benjamin Brenk (Mitte, Bezirksbürgermeister) und Martina Schürmann (r., 1. Vorsitzende Werdener Bürger- und Heimatverein) vor der Skulptur „Wind Bewegt“ an der Ruhrbrücke in Essen-Werden.

Freuen sich über die gelungene Reparatur: Die Künstlerin Ilse Straeter (2.v.r.) mit Christian Sutter (l., Kulturstiftung der Stadt Essen), Benjamin Brenk (Mitte, Bezirksbürgermeister) und Martina Schürmann (r., 1. Vorsitzende Werdener Bürger- und Heimatverein) vor der Skulptur „Wind Bewegt“ an der Ruhrbrücke in Essen-Werden.

Foto: Vladimir Wegener

Essen-Werden.  10 Jahre Kulturhauptstadt: Das Kunstwerk „Wind Bewegt“ von Ilse Straeter an der Ruhrbrücke in Werden ist repariert. Was nun an Technik drinsteckt.

Jetzt tanzen sie wieder im Wind: die fünf Figuren auf den stählernen Stafetten am Ortseingang von Werden. Mithilfe einer kräftigen Finanzspritze der Kulturstiftung Essen wurde das Kunstwerk „Wind Bewegt“ von Ilse Straeter in den vergangenen Wochen umfangreich restauriert. Das verhalf dem Kulturhauptstadt-Projekt nicht nur zu altem Glanz, sondern auch zu neuer Technik.

Fünf Tanz-Figuren aus Edelstahl als Hommage an die Folkwang-Schule

Ilse Straeter erschuf die fünf Tanz-Figuren aus Edelstahl nach dem Stück „Le Jardin des Souvenirs“ von Malou Airaudo, der Nachfolgerin von Pina Bausch als Leiterin des Folkwang-Tanzstudios. Die Essener Künstlerin, selbst Folkwang-Absolventin und eine leidenschaftliche Besucherin von Tanzaufführungen, hatte anhand ihrer Skizzen zunächst Scherenschnitte erstellt und später die Tänzer als handgroße Metallfiguren gefertigt – ursprünglich gedacht als Dekorationsobjekte für die Wohnung.

Zum Kulturhauptstadt-Jahr 2010 wurde das Ganze dann allerdings eine richtig große Figurengruppe – ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum als Hommage an die Folkwang-Schule.

Eine Tänzerin war durch den Sturm Ela beschädigt worden

Doch zehn Jahre später bewegten sich die Tänzer kaum mehr im Wind: Die Drehgelenke versagten ihren Dienst. Sturm Ela hatte zudem eine Figur erheblich beschädigt.

Um das Kunstwerk an der Ruhrbrücke instand setzen zu lassen, bemühte sich die Künstlerin um Fördergelder: „Da ich als Einzelperson bei der Kulturstiftung keine Anträge stellen darf, habe ich den Werdener Bürger- und Heimatverein um Hilfe gebeten.“ Die auch gewährt wurde.

Kulturstiftung bewilligte 5000 Euro für die Reparatur

„Das Kunstwerk zu erhalten und wieder funktionstüchtig zu machen, war uns sehr wichtig“, erklärt dessen Vorsitzende Martina Schürmann. 5000 Euro bewilligte die Kulturstiftung der Stadt Essen dem Verein. 1500 Euro steuerte die Bezirksvertretung IX bei. Weitere Hilfe kam vom Werdener Werbering.

In einer Maschinenbau-Firma in Essen-Kray wurden die Figuren samt Stahlrohren im Juli und August generalüberholt. „Die Gelenke sind nach neuester Technik hergestellt und korrosionsunempfindlich“, erläutert Ulrich Straeter, der mit seiner Frau Ilse in Rüttenscheid eine Kunstgalerie und einen Verlag betreibt. Stangen und Figuren des Ensembles wurden außerdem wieder auf Hochglanz gebracht.

Warum sie sich nicht bei jedem Windstoß drehen

Nicht nur das Künstlerpaar freut sich über diesen Anblick, auch Reinhold Florian. Vor zehn Jahren laserte der Metallfachmann die tanzenden Figuren aus dem Metall heraus. „Wir haben viele Designstücke für die Automobilindustrie gemacht und ab und zu auch was für Künstler angefertigt“, erinnert er sich. „Die Firma gibt es nicht mehr. Aber immer, wenn ich runter in die Stadt komme, sehe ich die Tänzer und erinnere mich an damals“, sagt der Werdener.

Dass sich die Figuren nicht gleich bei jedem Windstoß, sondern erst bei dauerhaftem Wind drehen, ist gewollt. Aus Sicherheitsgründen, so Ilse Straeter. „Die Statiker haben uns das ausgerechnet. Die Drehgelenke wurden darauf eingestellt.“

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