Integration

Kulturinstitute laden ins Konzert mit Flüchtlingsbegleitung

Stehen hinter dem Integrationsprojekt (v. li.): Ballettchef Ben Van Cauwenbergh, Babette Nierenz, Künstlerische Leiterin Philharmonie, OB Thomas Kufen, Kulturdezernent Andreas Bomheuer,  TuP-Geschäftsführer Berger Bergmann. Foto:Prengel

Stehen hinter dem Integrationsprojekt (v. li.): Ballettchef Ben Van Cauwenbergh, Babette Nierenz, Künstlerische Leiterin Philharmonie, OB Thomas Kufen, Kulturdezernent Andreas Bomheuer, TuP-Geschäftsführer Berger Bergmann. Foto:Prengel

Essen.   Integrationsprojekt der Theater und Philharmonie will verschiedene Besuchergruppen zusammenführen. Freier Eintritt für Flüchtlinge.

Die Theater und Philharmonie (TuP) probt in der gerade angelaufenen Spielzeit eine neue Form von Willkommenskultur. Unter dem Motto „Kultur entdecken – Mashallah“ sollen Essener Bürger gemeinsam mit Flüchtlingen die Konzerte und Aufführungen in Philharmonie und Aalto-Theater besuchen. Das Integrations-Projekt will damit vor allem das Miteinander der unterschiedlichen Besuchergruppen stärken. Wer in Begleitung von jeweils einem oder zwei Flüchtlingen eine Aufführung besucht, erhält ein vergünstigtes Ticket für 15 Euro, Flüchtlinge haben freien Eintritt.

Für Oberbürgermeister Thomas Kufen ist das Angebot damit auch eine besondere Anerkennung der vielen ehrenamtlichen Helfer, die sich in Flüchtlingseinrichtungen engagieren. Doch nicht nur sie sind eingeladen, mit Menschen aus Syrien, aus dem Irak oder Afghanistan ein Konzert der Essener Philharmoniker oder einen Tanzabend des Aalto-Balletts zu besuchen. Auch das Stammpublikum, so hoffen die Organisatoren, soll von dem Angebot Gebrauch machen. Als Vermittler tritt dabei das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Essen auf. Tuncer Kalayci verweist auf die vielen Runden Tische in der Stadt, die Besucher unterschiedlicher Nationen gerne zusammenbringen.

An einer Institution wie der Theater und Philharmonie, die Kollegen aus 40 Nationen beschäftige, sei es „ganz selbstverständlich, auch Neuankömmlinge zu begrüßen“, sage Babette Nierenz, künstlerische Leiterin. Mit der Aktion wolle man das Engagement für Flüchtlinge verstetigen. Für insgesamt zehn Vorstellungen der laufenden Spielzeit hat man deshalb ein Kontingent von jeweils 40 Tickets reserviert. Zur Auswahl stehen beispielsweise ein Auftritt von Christoph Eschenbach, das Weltmusikfestival „Sounds of Africa“, Sinfoniekonzerte der Essener Philharmoniker, eine Gospel-Revue, der Ballettabend „3 By Ekman“ oder die Mozart-Oper „Entführung aus dem Serail“.

Damit öffne sich „ein Haus der abendländischen Kultur für andere Kulturen“, sagt Kulturdezernent Andreas Bomheuer. Berger Bergmann, Geschäftsführer der TUP, hält es auch nicht für ausgeschlossen, das Projekt zu verlängern, sollte die Nachfrage entsprechend sein. „Uns kostet das nichts, außer dem Engagement der Kollegen“, so Bergmann. Bei einer durchschnittlichen Auslastung von 80 Prozent gebe es fast immer einige freie Plätze, die man anbieten könne. Letztlich sei das Angebot auch nicht ganz uneigennützig, gibt OB Thomas Kufen zu bedenken. Schließlich stehe auf Sicht auch die Frage im Raum, „wer unsere Häuser in 15 oder 20 Jahren besucht?“

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