„Soul of Africa“-Museum

Diskussion um Standort: Verlässt  das Voodoo-Museum Essen?

2015 besuchte der afrikanische König Johannes aus Nigeria das kleine „Soul of Africa“-Museum in Essen-Rüttenscheid.

Foto: Kerstin Kokoska

2015 besuchte der afrikanische König Johannes aus Nigeria das kleine „Soul of Africa“-Museum in Essen-Rüttenscheid. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die Stadt Essen sucht für das „Soul of Africa“-Museum Standorte im Nordviertel und hofft auf Fördergeld. Besitzer will in Rüttenscheid bleiben.

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Das „Soul of Africa“-Museum in Essen-Rüttenscheid soll an einen neuen Standort umziehen und dort deutlich wachsen. Jetzt gibt es Diskussionen zwischen Inhaber Henning Christoph und der Stadt, wo der künftige Standort sein soll.

Christoph will, wie in einer Studie geplant, ins RWE-Schalthaus an der Rüttenscheider Martinstraße ziehen. Die Stadt denkt dagegen an die nördliche Innenstadt, weil sich so besser Fördergelder generieren lassen würden. „Keine Alternative für mich“, betont Christoph, der dann seine Sammlung aus Essen abziehen würde.

Kulturdezernent: „Außergewöhnliche Sammlung“

Eigentlich war alles klar: Das bislang in einer kleinen Wohnung an der Rüttenscheider Straße beheimatete „Soul of Africa“-Museum mit afroamerikanischen Devotionalien aus Voodoo und Magie, Naturreligionen und Göttern sowie Kunst und Medizin sollte einige hundert Meter weiter an die Martinstraße umziehen und auf 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche wachsen. „Es ist eine außergewöhnliche Sammlung, die wir schätzen und sehr gerne in Essen haben“, betont Kulturdezernent Andreas Bomheuer.

1,85 Millionen Euro müssten laut Studie des Landschaftsverbandes Rheinland an der Martinstraße investiert werden. Zusagen für 800.000 Euro hat Henning Christoph für den Ausstellungsaufbau von vier Stiftungen bekommen. „Das ist Phase 2“, sagt der Sammler. Phase 1 sind 850.000 Euro für den Umbau der Immobilie, zu der 1200 Quadratmeter Grundstück gehören. Zehn Prozent übernimmt die Stadt, zehn Prozent Henning Christoph. Bei den 80 Prozent Landesmitteln gibt es aber derzeit keine Aussicht auf Zusage, wie Kulturdezernent Bomheuer sagt. Für Rüttenscheid sei es ungleich schwerer Landesmittel zu bekommen als für Bereiche der Stadt, „die Entwicklungs- und Förderbedarf haben“, erklärt er.

Deshalb haben Bomheuer und Oberbürgermeister Thomas Kufen in einem Gespräch mit Henning Christoph angeregt, einen Standort in der nördlichen Innenstadt in Betracht zu ziehen. Dort würden deutlich eher Fördermittel genehmigt. Außerdem würde das Viertel durch das Museum aufgewertet.

Museums-Besitzer behagt das schwierige Umfeld nicht

„Mir wurden Immobilien vorgeschlagen wie der ehemalige Delphi-Palast an der Viehofer Straße“, sagt Henning Christoph und schüttelt den Kopf. Ihm behagt das schwierige Umfeld dort nicht. Und die Aussicht, eine Monats-Miete von deutlich über zehn Euro pro Quadratmeter zahlen zu müssen.

Im Rüttenscheider RWE-Schalthaus garantiert ihm Inhaber Innogy eine Miete von 500 Euro pro Monat. Und einen Erbpacht-Vertrag über 25 Jahre. „Das Museum gehört nach Rüttenscheid. Das ist so in der Studie vorgesehen“, sagt Christoph. Anfang der Woche hatte er Besuch aus dem NRW-Kultusministerium, in dem man seine vor allem aus Westafrika und Mittelamerika stammende Sammlung aus 12.000 Einzelstücken schätzt.

Museum aus Mannheim habe Interesse angemeldet

OB Kufen will das „Soul of Africa“-Museum halten und plant einen Workshop. Henning Christoph wird mit Andreas Bomheuer im NRW-Bauministerium vorsprechen. „Fördergeld gibt es meines Wissens“, sagt der Ethnologe und hat einen konkreten Plan: Von September 2019 bis Juli 2020 ist ein Teil seiner Sammlung leihweise in Hildesheim. „Wenn sie zurückkommt, soll alles ins neue Museum. Ich bin jetzt 73 Jahre alt, dann 76 Jahre alt. Es wird also Zeit.“

Sollte es mit Rüttenscheid nicht klappen, ist für Henning Christoph ein Wegzug die einzige Alternative. Ein Museum aus Mannheim hat, so Christoph, Interesse angemeldet und würde die Sammlung übernehmen.

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