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Theater Courage bringt "Plan 9 aus dem Weltall" zur Bühne

Müllsäcke geben prima  Alienkostüme ab: Jinny Herrmann (l.) als Mrs. X, Dimitrij Schewalje (m.) als Mr. D.Fensive und Falk Hagen als Praktikant gehen auf trashigen Invasionskurs.

Müllsäcke geben prima Alienkostüme ab: Jinny Herrmann (l.) als Mrs. X, Dimitrij Schewalje (m.) als Mr. D.Fensive und Falk Hagen als Praktikant gehen auf trashigen Invasionskurs.

Essen.   Es gibt viele Gründe, warum der über 50 Jahre alte Film „Plan 9 aus dem Weltall“ heute noch als schlechtester Film aller Zeiten gilt. Mit der Bühnenadaption „Plan 9“ will das Theater Courage an diese Leistung anknüpfen. Kennen muss man die Vorlage allerdings nicht, um das Stück genießen zu können.

Von Dialogen, die dank Schnittfehler gleichzeitig tags und nachts stattfinden, bis zu Darstellern, die mitten im Film ausgetauscht werden, was dadurch vertuscht wird, dass sich der neue Schauspieler ein Cape vors Gesicht hält: Es gibt viele Gründe, warum der über 50 Jahre alte Film „Plan 9 aus dem Weltall“ heute noch als schlechtester Film aller Zeiten gilt. Mit der Bühnenadaption „Plan 9“ will Regisseur Michael Hoch ab dem 18. Mai im Theater Courage an diese Leistung anknüpfen.

„Wir machen das schlechteste Theaterstück aller Zeiten“, ist der Kopf hinter der freien Theatergruppe „Wolfs Reviertheater“ überzeugt. Gut, mit dieser Vorgabe wappnet man sich schon einmal perfekt Kritikern gegenüber – herunterschreiben kann man das Stück damit ja nicht mehr.

Einen entscheidenden Unterschied zum Stück wird es geben. „Der Regisseur Ed Wood wollte mit seinem Film ein Meisterwerk schaffen“, so Michael Hoch, „herausgekommen ist dann leider eher das Gegenteil.“ Hoch dagegen will ganz bewusst Trash schaffen: Kostüme und Requisiten sind selbst zusammengeflickt oder waren ursprünglich Gimmicks aus Comicheften.

Es reicht völlig, Sinn für schrägen Humor zu besitzen“

Dass der Film nicht gerade hohen Ansprüchen genügt, kann man eigentlich schon am Plot ausmachen: Außerirdische wollen die Erde erobern. Acht Pläne sind bereits gescheitert – welche das sind, erfährt der Zuschauer übrigens nie. Dafür aber den titelgebenden Plan 9: Mit Todesstrahlen wollen die Aliens die Menschheit in Zombies verwandeln.

Kennen muss man die Vorlage allerdings nicht, um das Stück genießen zu können, verspricht Hoch: „Es reicht völlig, Sinn für schrägen Humor zu besitzen“. Allerdings, so räumt er ein, gebe es für Kenner des Werks eine ganze Reihe an Insider-Witzen und Anspielungen.

Berühmt wurde der Film wohl hauptsächlich wegen seiner Fülle an haarsträubender unfreiwilliger Komik: Von UFOs, die an sichtbaren Seilen hängen, über schlichtweg bescheuerte Dialoge, die von untalentierten Darstellern vorgetragen werden, bis hin zu groben handwerklichen Schnitzern enthält der Film so ziemlich alles, was das Trash-Herz begehrt. War der Film anfangs ein Riesenflop, entwickelte er sich später zum Kult. US-Filmregisseur Tim Burton schuf 1994 mit „Ed Wood“ gar eine liebevolle Hommage an dieses Werk. Auch Hoch liebt den Film ob seiner Unperfektion. Eine Schwierigkeit darf man jedoch nicht unterschätzen: „Unsere Lacher im Stück sind ja durchaus gewollt“, so Hoch. Es gilt also, den Dilettantismus möglichst gekonnt auf die Bühne zu hieven.

Dabei helfen neben Ensemblemitgliedern von „Wolfs Reviertheater“ mit Peter-Maria Anselstetter, Falk Hagen und Sophie Eichelberg auch gestandene Schauspieler des Theaters Courage. „Peter ist Trash-Fan“, erzählt Hoch. „Als ich gefragt habe, ob wir das Stück im Courage aufführen können, war er so begeistert, dass er gleich mitspielen wollte.“ Bei den Proben müsse er sein Ensemble oft im Zaum halten: „Zu gut spielen ist nicht erlaubt!“

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