Konzert

Dem Fremden begegnen und ihm eine Klangbrücke bauen

Das Orchester und eine Sängerin bei der Probe. Essener Gymnasiasten haben mit jugendlichen Flüchtlingen ein Konzert auf die Beine gestellt.

Foto: Socrates Tassos

Das Orchester und eine Sängerin bei der Probe. Essener Gymnasiasten haben mit jugendlichen Flüchtlingen ein Konzert auf die Beine gestellt. Foto: Socrates Tassos

essen   Essener Schülerinnen und Schüler treten gemeinsam mit jugendlichen Flüchtlingen auf. Wie die Schüler eine Klangbrücke zum Fremden bauen wollen.

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In der Philharmonie herrscht Gewusel. 110 Jugendliche im Alter zwischen 11 und 16 Jahren nehmen ihre Plätze auf der Bühne ein. Sie proben für ein Konzert, das am Donnerstag, 9. Februar, um 11 Uhr aufgeführt wurde.

„Dem Fremden begegnen“, unter diesem Motto gestalteten Schülerinnen und Schüler ein Konzert, bei dem mehrere Schulorchester zusammen mit jugendlichen Flüchtlingen auf der Bühne stehen werden.

Idee zum Projekt kam bereits vor zwei Jahren

Organisiert hat das Projekt Sebastian Schürger, Orchesterleiter der Waldorfschule Essen. „Die Idee für ein Projekt mit Flüchtlingen kam bereits vor zwei Jahren. Über das Integrationszentrum Essener Gymnasien für Flüchtlinge bekam ich den Kontakt zu jungen Flüchtlingen“, erzählt er.

So sind neben 70 Musikern rund 40 Flüchtlinge beteiligt. Diese durften sich Lieder aussuchen, die sie singen möchten. Musikalisch begleitet werden sie von den Symphonieorchestern der Waldorfschule und des Gymnasiums an der Wolfskuhle. Auf dieser Grundlage wurden Tänze entwickelt und Bilder gemalt, die beim Konzert ebenfalls gezeigt wurden.

Ein Lied auf Deutsch

Amer aus Syrien hat sich für das Lied „80 Millionen“ von Max Giesinger entschieden. „Ich möchte den Leuten beweisen, dass ich Deutsch sprechen kann, auch wenn ich noch nicht so lange hier bin“, sagt er. Der 16-Jährige ist der Einzige, der auf Deutsch singt. Alle anderen Lieder werden in der Heimatsprache der Nachwuchskünstler gesungen, beispielsweise türkisch oder arabisch.

Das Kennenlernen ging sehr schnell

Seit letzten September laufen die Vorbereitungen. Jede Schule probte erst einmal nur für sich. Vor drei Wochen kamen die Orchester das erste Mal zusammen. Erst vor zwei Tagen trafen alle Teilnehmer aufeinander. „Das Kennenlernen ging sehr schnell“, erzählt Hannah. Sie spielt Kontrabass im Orchester. Zuerst sei es schwer gewesen, sprachliche Probleme habe es aber nicht gegeben.

„Wir wollen mit dem Konzert Menschen zusammenbringen, die sich sonst vielleicht nicht sehen würden“, stellt Mira klar. Viele Eltern kämen zu dem Konzert. Sie hoffe, dass sich keine getrennten Grüppchen bilden, sondern alle miteinander ins Gespräch kommen.

Kleines Konzert in der Waldorfschule

Zurzeit ist keine weitere Fortsetzung geplant. „Das ist ein zu großer organisatorischer Aufwand, um regelmäßig ein solches Konzert auf die Beine stellen zu können“, so Schürger. Stattdessen sollen ein paar der eingeprobten Stücke am Samstag, den 18. Februar, bei einem kleinen Konzert in der Waldorfschule aufgeführt werden. Einzelne Schüler werde er in Zukunft musikalisch betreuen.

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