Haltestellen

Kritik an „gefährlicher Haltestelle“ in Essen-Holsterhausen

Ernst Roth fordert mehr Sicherheit für die Fahrgäste, die an der Rubensstraße ein- und aussteigen, und erhält Rückendeckung aus der Politik.

Ernst Roth fordert mehr Sicherheit für die Fahrgäste, die an der Rubensstraße ein- und aussteigen, und erhält Rückendeckung aus der Politik.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Holsterhausen.  Die Haltestelle Rubensstraße in Essen-Holsterhausen sei gefährlich, so die Kritik. Forderung nach mehr Sicherheit erhält Rückhalt aus der Politik.

Wie oft er schon brenzlige Situationen erlebt hat, kann Ernst Roth schon nicht mehr zählen. Zu viele waren es. Fast jedes Mal, wenn er die Rubensstraße in Höhe des Holsterhauser Platzes kreuzt, beobachte er, dass Fahrgäste an der Haltestetelle der Stadtbahn in Gefahr geraten würden.

Bürger aus Essen-Holsterhausen hat Sorgen um die Sicherheit der Fahrgäste

Der Holsterhauser steht auf dem Bürgersteig der Rubensstraße, vor ihm die Fahrbahn und er blickt in Richtung Cranachhöfe. Roth zeigt auf den Straßenverkehr, als ein Wagen der Linie 101 anhält. „Nach den gesetzlichen Regeln dürften die Autofahrer jetzt maximal mit Schrittgeschwindigkeit an der Bahn vorbeifahren“, erklärt er. „Am besten wäre es, wenn sie stoppen würden“. Denn die Warnblinkanlagen seien eingeschaltet und damit sei die Sache doch vollkommen klar. Doch sehr viele Fahrer würden sich nicht an die Vorgaben halten. Besonders häufig passiere das in den Morgenstunden. „Da wollen viele Leute zur Arbeit, haben es eilig“, so Roth. Vor lauter Stress und Hektik werde aber offensichtlich vergessen, dass es auch Regeln zu bedenken gebe.

Wenn aber nun die Fahrgäste aussteigen würden, „stehen sie direkt auf der Fahrbahn“. Erst vor wenigen Tagen habe es wieder einen Vorfall gegeben. Ein Mann habe die Bahn verlassen und sei von einem vorbeifahrenden Auto am Arm verletzt worden. Zum Glück „ist es glimpflich ausgegangen“. Beinah-Unfälle habe er schon zahlreiche gesehen. Vor allem auch ältere Menschen, die auf einen Rollator angewiesen seien, seien gefährdet. So schnell, wie der Pkw dann meistens verschwunden seien, könnte man auch kein Nummernschild notieren. Schwierig werde es in solchen Fällen ohnehin, einem Fahrer sein Verhalten nachzuweisen.

Bezirksbürgermeister will Gespräch mit der Ruhrbahn führen

Nach Roths Ansicht muss hier endlich etwas passieren. Entweder sollte die Polizei häufiger kontrollieren oder Warnschilder aufstellen. Ob eine zusätzliche Ampel als Lösung in Betracht komme, darüber lasse sich auch nachdenken. Er habe auf jeden Fall immer wieder Sorge, dass eines Tages Schlimmeres passiere.

Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Doris Eisenmenger (Grüne) weiß, wovon der Holsterhauser berichtet. Sie fahre dort auch häufiger lang und könne die Beobachtungen nur bestätigen. Wenn die neu gewählte Bezirksvertretung zusammenkomme, sollte alsbald das Thema auf die Tagesordnung kommen. Da findet sie in Werner Ernst (CDU) und Bezirksbürgermeister Klaus Persch (SPD) Gleichgesinnte. Der Christdemokrat hält es auch für dringend geboten, dass das Gremium sich in nächster Zeit mit dem Thema befasst. In der Vergangenheit habe man auch schon häufiger über die dort vorhandenen Probleme gesprochen, es sei jetzt aber gefragt zu handeln.

Für Klaus Persch ist es an der Zeit, einen Termin mit der Ruhrbahn zu vereinbaren. Bei einem solchen Gespräch sollten dann auch noch weitere Gefahrenstellen erörtert werden. Am Gervinusplatz besteht in eine Richtung eine so genannte Pförtnerampel, die Autofahrern Rot anzeigt, wenn die Bahn hält, in die andere Richtung nicht. „Darüber wollen und müssen wir mit dem Verkehrsbetrieb sprechen“. Es gebe noch weitere Haltestationen, die für Fahrgäste sicherer ausgestattet sein müssten, so Persch.

Ruhrbahn und Polizei sehen keinen „Unfallhäufungspunkt“

Für die Ruhrbahn wie auch für die Polizei handelt es sich bei der Haltestelle Rubensstraße allerdings nicht um einen „Unfallhäufungspunkt“. Seit Januar 2019 bis heute „habe es drei Verkehrsunfälle mit aus der Straßenbahn aussteigenden Fußgängern“ gegeben, so ein Polizeisprecher. Die Passanten seien dabei leicht verletzt werden. Solche Haltestellen wie an der Rubensstraße seien allerdings schon mit einem erhöhten Risiko für die Fußgänger verbunden. Autofahrer müssten besonders vorsichtig sein.

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