Selbsthilfe

Krebs: Drei Abende in Essen für Betroffene und Angehörige

So sieht Leukämie – Blutkrebs – unterm Mikroskop aus.

So sieht Leukämie – Blutkrebs – unterm Mikroskop aus.

Foto: Markus Weissenfels

Essen.   Veranstaltungsreihe in Essen im Mai: „Krebs – wir reden darüber“. Es geht weniger um medizinische Aspekte, sondern um Ratschläge und Austausch.

An Betroffene und Angehörige richtet sich eine dreiteilige Veranstaltungsreihe der Selbsthilfeberatung „Wiese e.V.“. Das Thema: „Krebs – wir reden darüber.“ Dabei geht es weniger um medizinische Implikationen, sondern um die Folgen einer Krebs-Diagnose, mit denen die Patienten lernen müssen, umzugehen.

„Jeder dritte Bundesbürger erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs“, berichtet Annette Friedrich von der Krebsberatung des Paritätischen. „Eine Diagnose wirkt hinein in alle Lebensbereiche.“

Ein Abend widmet sich den sozialrechtlichen Hilfen

Wer an Krebs erkrankt, hat sofort Anspruch auf sozialrechtliche Unterstützung – was ist jetzt mit der Pflegeversicherung, mit einem Reha-Antrag, mit Anschlussbehandlungen? Allein diesen Themen widmet sich ein ganzer Abend, der den Auftakt der Reihe am Mittwoch, 8. Mai, macht. Eine Woche später spricht Psychologin Kathrin Bochmann über den Weg „zurück ins alte, neue Leben“.

„Da muss man mutig sein“, sagt Günter Eufinger. Er selbst ist gesund, doch seine Frau erkrankte vor dreieinhalb Jahren an Brustkrebs, starb schließlich im Februar. Eufinger besucht eine Selbsthilfe-Gruppe für Angehörige, auch nach dem Tod seiner Frau hinaus. Und Krebs-Patienten, die die Behandlung überstehen, müssten damit leben lernen, nicht mehr ganz die alten zu sein: „Man ist oft weniger leistungsfähig, auch das äußere Erscheinungsbild hat sich geändert“, sagt Annette Friedrich.

Der Weg zurück in den Alltag

Andererseits: Wer eine Krebs-Krankheit übersteht, „bekommt einen neuen Blick aufs Leben, auf die wirklich wichtigen Dinge.“ Nicht wenige seien übrigens geplagt von Schamgefühlen: „Manche glauben, selbst schuld zu sein an der Erkrankung. Und fragen sich: Was habe ich falsch gemacht?“ Darauf, so Annette Friedrich, gebe es aber keine Antwort. Welcher Weg ist für einen geheilten Patienten der Beste, um zurückzufinden in den Alltag? Das alles wird am Mittwoch, 15. Mai, besprochen.

Der letzte Abend der Reihe widmet sich dem Thema „Was kann ich als Angehöriger tun?“ Es spricht Brigitte Eiben, Krankenschwester und Psychoonkologin. Günter Eufinger, der seine Frau an den Brustkrebs verlor, weiß genau, wie sehr eine Diagnose das Familienleben belastet: „Gegen die Angst gibt es keine Patentrezepte. Es ist ein Leben zwischen Angst und Hoffnung, dass die nächste Therapie anschlägt. Man braucht gute Verbündete in dieser Zeit.“

25 Selbsthilfegruppen in Essen

Alle Abende werden moderiert von Michaela Weber-Freitag von der Selbsthilfeberatung „Wiese“; Zeit für Fragen und Erfahrungsaustausch ist stets gegeben. „Es gibt derzeit rund 25 Krebs-Selbsthilfegruppen in Essen“, berichtet Michaela Weber-Freitag. „Wir hoffen, dass besonders viele Bürger aus dem Norden Essens den Weg zu uns finden, denn die Mehrheit der Selbsthilfegruppen, die sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen, liegt im Süden.“

Die Veranstaltungen finden in der „Wiese“ statt, Beginn jeweils 18 Uhr, Pferdemarkt 5 (Gebäude Arbeiterwohlfahrt, fünfte Etage), Innenstadt, Nähe Viehofer Platz.

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