Brehminsel

Kosten für Werdener Fußgängerbrücke steigen auf 610.000 Euro

Die neue Stahlbrücke zur Brehminsel in Essen-Werden wird von der Bevölkerung durchweg gelobt. Aber sie kostet erheblich mehr als ursprünglich geplant.

Die neue Stahlbrücke zur Brehminsel in Essen-Werden wird von der Bevölkerung durchweg gelobt. Aber sie kostet erheblich mehr als ursprünglich geplant.

Foto: Svenja Hanusch

Essen-Werden.  Für die Stahlbrücke zur Brehminsel waren 455.000 Euro eingeplant. Nun muss die Stadt 155.000 Euro mehr zahlen. Was die Kosten nach oben treibt.

Die Fußgängerbrücke zur Brehminsel ist fertig. Bau- und Verkehrsausschuss sowie Finanzausschuss bekommen in diesen Tagen die Rechnung präsentiert: Die Baukosten klettern von 455.000 Euro auf 610.000 Euro. Die zusätzlichen Mittel müssen überplanmäßig von den politischen Gremien zur Verfügung gestellt werden. Wie kommt es überhaupt zu den Mehrkosten von sage und schreibe 155.000 Euro?

Der Teufel steckt wie immer im Detail. Zur Errichtung der neuen Brehmbrücke wurde ein Kran aufgestellt, der wie berichtet den Stahlkorpus in zwei Teilen an die richtige Stelle gehoben hat. Um die Standhaftigkeit des Krans zu gewährleisten, musste eine sichere Aufstellfläche geschaffen werden. Bei diesen Bauarbeiten wurden „im Vorhinein nicht bekannte, ungünstige Bodenverhältnisse sowie sehr hoch gelagerte Leitungen vorgefunden“, erklärt Patrick Opierzynski, Pressereferent der Stadt, auf Nachfrage.

Leitungen direkt unter der Erdoberfläche

Grundsätzlich erfolge bei allen Projekten vor Planungsbeginn eine Abfrage bei den zuständigen Versorgern zu etwaigen Leitungen im Boden. Opierzynski: „Eine Garantie auf Vollständigkeit und Korrektheit gibt es hier allerdings nicht.“

Um das Absacken des Krans und Beschädigungen der Leitungen (Wasserleitung sowie Abwasserkanal) zu verhindern, wurde von einem Bodengutachter (den die Stadt auch extra beauftragen musste) eine neue Gründungsart für die Aufstellfläche des Krans angeordnet. Es musste eine aufwendigere Lösung umgesetzt werden.

Mikropfähle wurden in den Boden gerammt

Was wurde gemacht? „Kleine, sogenannte Mikropfähle wurden in den Untergrund eingebracht sowie eine Tragschicht aus Schotter geschaffen, um die Leitungen zu schützen“, so Opierzynski. Damit habe die Standfestigkeit des Krans gewährleistet werden können. „Diese zusätzlichen Maßnahmen trugen zur entsprechenden Kostensteigerung bei.“

Bezahlt werden müssen dabei nicht nur die Arbeiten der Firmen und das Material. Auch die Honorare für die Planungs- und Prüfleistungen müssten angepasst werden, ist der Vorlage zu entnehmen.

Stetige Kostensteigerungen sind bei diesem Projekt von Beginn an zu verzeichnen. Im Frühjahr 2018 bekamen die Politiker die ersten Kalkulationen für den Neubau der Fußgängerbrücke auf den Tisch. Von 270.000 Euro ging die Verwaltung aus. Schnell wurden daraus 300.000 Euro aufgrund von Änderungswünschen der Politiker.

Weitere Honorare für Planer treiben die Kosten

Der Etatbeschluss des Rates lautete im Mai 2019 auf 355.000 Euro (55.000 Euro davon waren 2018 bereits als Planungsleistungen eingepreist). Ein erhöhter Bauaufwand sowie Honorare für Planer trieben die Summe auf 455.000 Euro hoch.

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