Kommentar

Streit um Kopftuch: Essener Apothekerin ist keine Rassistin

Foto: n.n.

Essen.   Viel zu lange ist in der Integrationspolitik versäumt worden, Leitplanken einzuziehen und verbohrten Muslimen deutlich zu widersprechen.

Der heftige Kopftuch-Streit in einer Essener Apotheke legt offen, welche alltäglichen Katastrophen die seit Jahren verfehlte Integrationspolitik auslöst.

Dass sich eine hilfsbereite und weltoffene Unternehmerin, die obendrein mehrere muslimische Frauen beschäftigt, von einem frommen und womöglich verbohrten Moslem als Rassistin beschimpften lassen muss, nur weil sie bei einer Schülerpraktikantin kein Kopftuch mag, ist skandalös.

Viel zu lange ist in der Integrationspolitik versäumt worden, Leitplanken einzuziehen und vor allem Verbotsschilder aufzustellen. Wer dies unterlässt, muss sich jetzt nicht wundern, dass über Jahre eine Parallelgesellschaft entstanden ist, die das hohe Gut der Religionsfreiheit sehr egoistisch und rücksichtslos interpretiert. Wenn dann auch noch Respektlosigkeit, überhöhtes Anspruchsdenken und religiöser Starrsinn hinzukommen, muss es irgendwann zum Knall kommen.

Es zählen die Werte der Republik und nicht des Korans

Eigentlich ist es überflüssig, dieses zu betonen: Die Grundlage unseres Zusammenlebens sind die kostbaren Artikel des Grundgesetzes und nicht die rückwärtsgewandten Worte des Propheten. Es zählen die Werte der Republik und nicht die des Korans, dem beispielsweise die Gleichheit von Mann und Frau völlig fremd ist.

Über den schlimm eskalierten Kopftuch-Streit in der Essener Apotheke, der mit Diskriminierung von Muslimen nichts zu tun hat, wird bald Gras gewachsen sein. Das Beunruhigende daran ist aber: Alltagskonflikte wie diese wird es demnächst noch häufiger und vermutlich noch erbitterter geben.

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