Musik

Konzert des Essener Unichors gefällt mit winterlichen Tönen

Eine winterfeste Chorgemeinschaft: Der Unichor begeisterte mit Werken von Schubert und Randall Thompson.

Eine winterfeste Chorgemeinschaft: Der Unichor begeisterte mit Werken von Schubert und Randall Thompson.

Foto: Unichor

Essen.   Unichor-Konzert mit Schauspieler Claus Dieter Clausnitzer als Gast. Schuberts „Winterreise“ und Randall Thompsons „Frostiana“ begeistern Publikum

Draußen nieselte kalter Schneeregen, drinnen – im Alten Audimax auf dem Campus Essen – kam eine für Chor arrangierte Schubertsche Winterreise sowie „Frostiana“ des amerikanischen Komponisten Randall Thompson zur Aufführung. Ein ungewöhnliches, anspruchsvolles Programm für den Unichor Essen, das der Chorleiter Hermann Kruse mit seinen 170 Sängerinnen und Sängern erarbeitet hatte. Christoph Weßkamp übernahm dabei souverän den Part am Klavier. Und der Clou: Der vielen Zuschauern von Theater und Fernsehen bekannte Schauspieler Claus Dieter Clausnitzer wurde in den Abend als Sprecher mit eingebunden. Zwölf Lieder las er aus dem Schubert-Zyklus vor, die übrigen zwölf kamen als Arrangements für Chor und Klavier zur Aufführung. Das war eine geschickte Programmgestaltung. Und nicht nur das. Der Chor konnte hoch sensibel und expressiv die düsteren Lieder gestalten, ohne den Bogen an Traurigkeit zu überspannen.

Winterliche Gemälde als stimmige Begleitung zur Musik

Dann die „Frostiana“: Wer meinte, „Frostiana“ habe mit Frösteln zu tun, der lag schon mal falsch und bezeugte nur sein Unwissen. „Frostiana“ nämlich nannte Thompson seine Musik, mit der er Verse des Dichters Robert Frost vertont hatte. Komponist und Dichter waren miteinander befreundet. Gleichwohl dauerte es, bis Thompson den Dichter mit seiner Vertonung begeistern konnte. Und nicht nur ihn. Zahlreiche Chöre amerikanischer Universitäten interpretierten die in den Jahren 1958/59 als spätromantische, musikalische Verarbeitung der Texte entstandene „Frostiana“. Clausnitzer las dankenswerter Weise dabei die Übersetzung der Texte vor. Winterliche Gemälde von Herbert Lippert und Herman Bergmann wurden dazu auf eine große Leinwand im Hintergrunde der Bühne projiziert, stimmig zu den Liedern. Das zahlreiche Publikum war begeistert.

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