RWE-Fan-Friedhof

Kirchengemeinde und Rot-Weiss Essen eröffnen Fan-Friedhof

Auf einem Friedhof in Essen-Bochold wurde der RWE-Fan-Friedhof eingeweiht.  Ab sofort können Fans von Rot-Weiss Essen nach ihrem irdischen Abgang neben oder in unmittelbarer Nähe des Vereinsgründers Heinrich Melches bestattet werden.

Auf einem Friedhof in Essen-Bochold wurde der RWE-Fan-Friedhof eingeweiht. Ab sofort können Fans von Rot-Weiss Essen nach ihrem irdischen Abgang neben oder in unmittelbarer Nähe des Vereinsgründers Heinrich Melches bestattet werden.

Foto: Martin Horn / FUNKE Foto Services

Bochold.  Ein Grabfeld für Fans von Rot-Weiss Essen eröffnet jetzt die evangelische Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim auf dem Matthäusfriedhof.

Rot-Weiss Essen Fans, die ihre Verbundenheit mit ihrem Club über den eigenen Tod hinaus ausdrücken möchten, können sich ab sofort neben dem Grab von Vereinsgründer Georg Melches (1893 – 1963) bestatten lassen. Die Evangelische Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim hat gemeinsam mit dem Traditionsverein am Mittwoch, 21. August, 10 Uhr, auf dem Matthäusfriedhof in Bochold einen „RWE-Fan-Friedhof“ eingeweiht. Möglich sind neben der Familiengrabstätte Melches sowohl Urnen- als auch Sargbestattungen.

Idee wurde vor acht Jahren geboren

Die Idee, eine besondere Grabstelle für RWE-Fans einzurichten, hatten Friedhofsverwalter Daniel Stender (39) und Friedhofsgärtner Uli Bylsma (50) bereits vor acht Jahren. Obwohl das Herz der beiden intensiv für Rot-Weiss schlägt, blickten sie über den Zaun zu den wenig geliebten Königsblauen. „Wir haben uns mit dem Thema befasst, als unsere Nachbarn aus Gelsenkirchen das gemacht haben“, gesteht Daniel Stender. Sie nahmen damals „vorsichtig Kontakt mit RWE auf“, wie sich Daniel Stender erinnert – um nach der Bereitschaft für ein ähnliches Projekt zu fragen – und stießen auf offene Ohren. Vereinspräsident Michael Welling besichtigte das Grabfeld. Doch irgendwie war das Thema damit gestorben. Daniel Stender: „Es ging nicht weiter voran.“

Das änderte sich erst, als im vergangenen Jahr das Nutzungsrecht für die Grabstätte der Familie Melches auslief. „Weil kein Angehöriger mehr lebt, ist RWE nutzungsberechtigt. Deshalb haben wir den Verein automatisiert angeschrieben“, schildert Daniel Stender. Dieser reagierte schnell auf den Steilpass, allerdings recht defensiv, nämlich mit der Bitte, erst einmal über die Zukunft der Grabstätte zu sprechen. „Es war klar, dass sie nicht abgeräumt wird. Vor jedem Heimspiel statten manche der treuen RWE-Fans der Grabstelle einen Besuch ab“, sagt der Friedhofsverwalter. Doch damit war das Spiel noch nicht entschieden, doch auf eine Verlängerung in Form eines neuen Nutzungsvertrags wollte sich der Club auch nicht einlassen.

Und so lebte die Idee des Fan-Grabfeldes wieder auf. Der Friedhofsausschuss der Evangelischen Kirchengemeinde konnte sich schnell mit ihr anfreunden. „Denn wo Menschen ihr Herz haben, da muss auch die Kirche sein und in Dialog treten“, lautet das Credo von Günter Kern-Kremp, Pfarrer der Gemeinde. Es sei „zutiefst menschlich, die Verbundenheit zum Verein über den Tod hinaus zu zeigen“.

Nun wurde also am Mittwoch, 21. August, um 10 Uhr, der RWE-Fan-Friedhof eingeweiht. Zur Verfügung stehen zwei Gemeinschaftsfelder mit Reihengrabstätten: Auf dem „Georg-Melches-Grabfeld“ werden bis zu 50 Urnen bestattet; das „Gemeinschaftsfeld 1907“ steht für 20 Sargbestattungen bereit. „Wir haben aber noch weitere freie Flächen“, beruhigt Daniel Stender.

Die Herrichtung der beiden Grabfelder hat die Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim allein finanziert, sie sind weiterhin Teil des Matthäusfriedhofs und deshalb gilt auch hier die Friedhofssatzung der Gemeinde.

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