Grüne Hauptstadt

Grüne Hauptstadt: Kinder pflanzen ihr Essen selbst in Kita

Familiencoach Yvonne Hartung pflanzte mit Eren und Julian den ersten Basilikum ins Hochbeet.

Familiencoach Yvonne Hartung pflanzte mit Eren und Julian den ersten Basilikum ins Hochbeet.

Essen.  Grüne-Hauptstadt: In der „Essbaren Kita“ pflanzen Kinder in zahlreichen Kindertagesstätten Gemüse an. So lernen sie, woher Lebensmittel kommen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Eltern packten im März auf dem Außengelände der Kita Schalthaus Beisen, im Schatten des Zechenturms von Zollverein 3/7/10 und in Nachbarschaft vom „Phänomania“ Erfahrungsfeld , kräftig mit an. Es entstanden acht Hochbeete. Die gehören zum Grüne-Hauptstadt-Projekt „Essbare Kita“ der Kinderstiftung Essen.

Hervorgegangen ist das Projekt aus „Fünf am Tag – machen Kinder stark“ aus dem Jahre 2010. Seinerzeit ging es darum, schon Kleinkindern einen gesunde Ernährung näher zu bringen. Täglich werden die Kinder mit Obst und Gemüse versorgt.

Möhren gibt es nicht nur im Glas – lernen die Kinder

„Essbare Kita“ ist nur die logischen Konsequenz daraus, erst recht in der „Grünen Hauptstadt Europas“. Die Mädchen und Jungen in den Kindergärten fragen sich, woher das Gemüse und das Obst kommen. „Manche kleinen Kinder kennen Möhren bisher nur als Brei im Glas“, sagt Yvonne Hartung, Erzieherin in der Kita Schalthaus Beisen. Die Frage, wie sie wachsen, ob über oder unter der Erde, werden sie bald selbst beantworten können.

Holzkisten mit Kräutern wie Petersilie und Basilikum, Minze und Zitronenverbene sowie Erdbeerpflanzen bringt Projektleiterin Elke Remiorsch, die Expertin für Ernährungsbildung für Kinder und Erwachsene, in die Kitas. Eine gute Basis für die Kinder und ihre pädagogischen Fachkräfte, um zu zeigen, wie man öffentliches Grün gemeinsam nutzbar macht und Kindergärten in grüne Oasen verwandelt. Zum Auftakt in der Kita Schalthaus Beisen mussten die Kinder nicht zweimal gefragt werden, ob sie die Erdbeerpflanzen in den Boden bringen wollten. Beim ersten Gießen gab es hier und da kleine Eifersüchteleien um die bunten Kannen. „Kinder wollen die Welt entdecken und gestalten“, ergänzt Elke Remiorsch. „Beim Pflanzen und Ernten, Riechen und Schmecken erleben sie den Kreislauf der Natur ganzheitlich und mit allen Sinnen.“

Die Aktionen, die in den Kitas vorbereitet werden, sind so vielfältig wie die Bedingungen vor Ort. Im Vordergrund stehen die Wünsche der Kinder, und seien sie noch so ungewöhnlich: In der katholischen Kita St. Marien in Karnap etwa wird es ein Schneckenbuffet geben – dabei werden nicht die Schnecken verspeist, sondern diese werden gefüttert und gepflegt. Die Kinder in der Kita Schalthaus Beisen wollen auch erfahren, welche Blumen sie essen können. Eine weitere Kindertagesstätte hat sich zum Ziel gesetzt, ein Insektenhotel zu bauen.

Übers Grüne Hauptstadtjahr hinaus

Dass es im Schalthaus Beisen Hochbeete werden mussten, ist übrigens der Bergbauvergangenheit des Standorts geschuldet. Beim tieferen Buddeln wäre nicht auszuschließen gewesen, dass Relikte aus der Bergbauzeit den Gesundheitsgedanken des Projekts hätten durchkreuzen können. Elke Remiorsch freut sich, dass es bald in den Kitas blühende Obstbäume und duftende Kräutergärten, Schmetterlingswiesen, ein Schneckenbuffet und vieles mehr geben wird, das weit über das Jahr der Grünen Hauptstadt Europas hinausreichen wird.“

>> 18 KINDERTAGESSTÄTTEN NEHMEN TEIL

Katernberg: Awo-Kindertagesstätte Neuhof; Evangelische Kindertagesstätte Schniedtkamp; Awo-Kindertagesstätte Schalthaus Beisen/Familienzentrum; Kindertagesstätte Katernberg-Mitte; VKJ Kinderhaus Windvogel; Kindertagesstätte Schonnebeckhöfe.

Altenessen: Städtische Kindertagesstätte und Familienzentrum Grünstraße.

Holsterhausen: Städtische Deutsch – Spanische und integrative Kindertagesstätte Barthel-Bruyn-Straße.

Karnap: Katholische Kindertageseinrichtung St. Marien.

Nordviertel: Städtische integrative Kindertagesstätte und Familienzentrum Helen-Keller-Straße.

Kray: Städtische Kindertagesstätte Kellinghausstraße; Katholischer Kindergarten St. Winfried; Katholisches Kinder- und Familienzentrum St. Joseph; Kindertagesstätte Fünfhandbank.

Dellwig: Katholische Kindertageseinrichtung St. Michael.

Stoppenberg: Katholische Kindertageseinrichtung St. Anno.

Bedingrade: Städtischer Kindergarten und Familienzentrum Barchemhöhe.

Byfang: Katholische Kindertageseinrichtung St. Barbarba.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben