Bewegung

Kinder im Kita-Alter toben durch Turnhalle im Essener Norden

Der zweijährige Luka hangelt sich von Seil zu Seil. Gut macht er das. Sein Vater Djoni Babic hilft ihm nur beim ersten Durchgang ein bisschen, ebenso wie Mini-Coach Julie Schröder.

Der zweijährige Luka hangelt sich von Seil zu Seil. Gut macht er das. Sein Vater Djoni Babic hilft ihm nur beim ersten Durchgang ein bisschen, ebenso wie Mini-Coach Julie Schröder.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Neues Angebot für Kleinkinder im Essener Norden. Beim Mini-Sonntag gehört eine Halle in Katernberg den Zwei- bis Sechsjährigen.

Luka ist kaum zu bremsen. Zum fünften Mal in Folge balanciert der Zweijährige nun auf seinen kleinen Füßen durch einen wackeligen Seil-Parcours, der zwischen einem Barren aufgespannt ist. Lukas Vater Djoni Babic sieht das mit Freude. Endlich wird sein Junge richtig gefordert. „In ihm steckt so viel Energie, dass er sich am liebsten selbst im Schlaf pausenlos bewegen würde“, sagt der Vater und lacht. Die beiden gehören zu den ersten Gästen eines neuen Angebots für Kinder im Kita-Alter: Mini-Sunday. Der Mini-Sonntag bringt den Essener Norden in Bewegung.

Dahinter stecken das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Uni Duisburg-Essen, das städtische Familienzentrum Imbuschweg und andere Unterstützer. Es ist die Erweiterung einer Idee, die in Essen schon längere Zeit viel Beifall bekommt: Turnhallen in weniger verwöhnten Stadtbezirken werden am Sonntag geöffnet, damit sich Kinder hier austoben können. Zunächst als Projekt für Kinder im Grundschulalter, seit Sonntag auch für Kita-Kinder.

Rund 50 Kinder bei der Premiere

Schon in der ersten Stunde waren rund 50 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren mit ihren Eltern in die Sporthalle der Grundschule an der Viktoriastraße in Katernberg gekommen. Auf Stoppersocken oder in Sportschuhen stürmten sie zu den Spiel- und Sportstationen. Schaukeln an den langen Seilen, Trampolinspringen, Balancieren und Bobbycar fahren. Am liebsten hätten sie alles gleichzeitig gemacht. „Es ist schön, zu sehen, wie sich Luka freut. Wir haben vier Kinder und gar nicht die Möglichkeit, jedem von ihnen regelmäßig Sport zu bieten“, sagt Djoni Babic, der zuschauende Vater.

Prof. Ulf Gebken von der Uni hatte sich die Idee mit den offenen Turnhallen in der Schweiz abgeschaut und nach Essen gebracht. Bei den Grundschülern ist das Angebot längst ein Dauerbrenner. Und auch die Premiere für die Kita-Kinder halten alle Beteiligten für sehr gelungen: „Für das erste Mal ist die Resonanz großartig“, sagt Gebken. Der Sportwissenschaftler kann genau erklären, warum Sport in jungen Jahren so wichtig ist: „Die Bewegung ist für die Entwicklung eines Kindes entscheidend. Es erschließt sich die Welt und findet zu Selbstbewusstsein.“

Auch die Eltern sollen etwas von dem Angebot haben

Helfer mit T-Shirts, auf denen „Mini-Coach“ steht, sorgten in der Turnhalle dafür, dass alle zwar springen und laufen, aber eben nicht kreuz und quer durcheinander. Andrea Schuster vom Familienzentrum Imbuschweg hat bei der Organisation geholfen und Reklame bei vier Kitas aus dem Norden gemacht. „Wir möchten auch, dass sich die Eltern an solch einem Nachmittag vernetzen.“ Emilia ist mit ihren drei Jahren schon jetzt eine geniale Netzwerkerin. Mit ihrer Freundin Delia (3) ist sie hier und wechselt von der Schaukel zum Rollbrett und von dort auf die nächste Schaukel. Ihr Vater Norman Reeck sieht staunend zu: „Wir sind viel auf Spielplätzen, aber das Angebot hier ist unschlagbar.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben