Karneval

Kettwigs Karnevalszug wird zum großen Straßenfest

Die Narren freuten sich: Endlich wieder ein Umzug in der Kettwiger Innenstadt.

Die Narren freuten sich: Endlich wieder ein Umzug in der Kettwiger Innenstadt.

Essen-Kettwig.   Alle zwei Jahre stemmt ein kleiner Verein die Organisation. Fast 1000 Aktive zogen am Sonntag durch die Altstadt Kettwigs. Ein Stimmungsbericht.

Gegen 16 Uhr ziehen die letzten Motivwagen und Fußgruppen an der großen Bühne am Kettwiger Marktplatz vorbei. Und Dirk Bonkhoff zieht eine erste Bilanz. „Es war einfach nur wunderschön. Alle Teilnehmer haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben – kein Jeck sah aus wie der andere. Großartig.“

Bonkhoff ist Vorsitzender des kleinen Vereins „Kettwiger Jecken“, der alle zwei Jahre die Organisation stemmt. Die viele Arbeit im Vorfeld ist am Karnevalssonntag vergessen. Dazu gehörte auch, die erhöhten Sicherheitsauflagen zu erfüllen. So stehen an der großen Kreuzung entlang des Zugweges Traktoren und Lkw. Als Terrorsperren. „Die parken versetzt, damit im Notfall Rettungswagen noch ungehindert passieren können“, sagt Dirk Bonkhoff. „Das packen wir aber nur, weil hier im Stadtteil alle gut zusammenarbeiten. Wenn wir Hilfe brauchen, ist immer jemand da.“

Alles verlief friedlich, bilanziert die Polizei

Auch die Polizei zieht schon am frühen Nachmittag ein positives Fazit. Ralf im Spring hatte Dienst an diesem Karnevalssonntag: „Die Stimmung war bestens, und alles verlief friedlich.“

Knapp 1000 Aktive zogen durch die Gassen der Altstadt – 28 Fußgruppen und Motivwagen. Mit 200 Teilnehmern stellten das Kettwiger Kinderheim und zwei Kitas die größte Gruppe, mit der besten Choreographie überzeugten die Mädchen und Jungen der Dance Company Tanz Moto. Und gäbe es einen Preis für das originellste Kostüm, wäre Lia Weber eine Anwärterin. Die 19-jährige hatte sich jede Menge blaue Luftballons angeheftet – und das Outfit als Weintraubendolde vervollständigte ein Teil ihrer Zimmerpflanze. „Ich habe einfach ein paar Blätter abgeschnitten und mir ins Haar gesteckt.“

Viele Narren kommen von auswärts

Die Wartezeit, bis sich der Zug um 14.11 Uhr in Bewegung setzte, verkürzte Moderator Wolfgang Weber. Der Präsident des FSV Berleburg führte auch durchs Programm und motivierte die vielen tausend Jecken am Straßenrand zum Dauerschunkeln. Er meint auch, den Grund dafür zu kennen, dass es nach einem kurzen Regenschauer trocken blieb: „Ich war am Samstag in der Kapelle Maria im Maien und habe drei Kerzen angezündet...“

Düsseldorf? Köln? „Nee, wir kommen schon seit Jahren lieber nach Kettwig“, sagt die Mülheimerin Gerda Vogtland. „Erst mit unseren Kindern, jetzt mit den Enkeln. Das ist immer ein großes Straßenfest und noch so richtig, wie Karneval sein sollte.“

Ganz früh im Einsatz waren übrigens Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Einige wenige Wagen entlang der Zugstrecke mussten abgeschleppt werden.

>> Vier Jahre lang gab es in Kettwig keinen Zug

Vier Jahre lang musste der Stadtteil ohne Karnevalszug auskommen – bis sich der Verein „Kettwiger Jecken“ gründete und 2014 erstmals wieder einen Narrenumzug auf die Beine stellte. Für 11,11 Euro im Jahr kann man Mitglied werden. Alle Infos dazu unter kettwig-jecken.de.

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