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Kettwiger Museumsfreunde wollen Exponate digital aufbereiten

Coronabedingt ist das Heimatmuseum zu. Für Helmut Wißler, Armin Rahmann und Marc Real (v.l.) Gelegenheit zum Aufräumen.

Coronabedingt ist das Heimatmuseum zu. Für Helmut Wißler, Armin Rahmann und Marc Real (v.l.) Gelegenheit zum Aufräumen.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Kettwig.  Das Kettwiger Heimatmuseum ist wegen Corona geschlossen. Im Hintergrund arbeiten Vereinsmitglieder an der Umgestaltung und wollen digital werden.

Besucher sind im Kettwiger Heimatmuseum zum Leidwesen der Museums- und Geschichtsfreunde derzeit nicht willkommen. „Es ist so eng hier, die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, wäre nicht gut möglich“, sagt der Vereinsvorsitzende Armin Rahmann. Dennoch herrscht in den Räumen in der dritten Etage des Kettwiger Rathauses geschäftiges Treiben. „Wir nutzen die Zeit, um einiges umzugestalten und Exponate neu zu arrangieren“, berichtet Vorstandsmitglied Helmut Wißler. Und nicht nur das: Das Museum wird digital.

Das fängt beim Logo an. Das stilisierte Männchen mit dem Kettwiger Wappen an der Trompete lässt sich schwer auf digitalen Endgeräten wie einem Smartphone darstellen. Stattdessen wird nur ein Teil des Wappens in den Fokus gerückt: die Brücke. Sie symbolisiert seit jeher den seit 1280 nachgewiesenen wichtigen Flussübergang über die Ruhr. Die Geschichtsfreunde deuten sie als „Brückenschlag zwischen gestern, heute und morgen“ und sehen darin auch ihre Funktion: Die Historie Kettwigs heute sichtbar zu machen und für die Generation von morgen zu bewahren.

Das neue Logo ziert bereits die überarbeitete Webseite

Kreiert hat das neue Logo Marc Real. Der 22-Jährige beschäftigt sich nicht nur mit der Kettwiger Mundart und den verschiedenen Sprachgebieten, die hier an der Ruhr aufeinander treffen, sondern auch mit der Digitalisierung des Vereinsbestands. „Die Webseite ist schon online“, berichtet er stolz. Hier können Interessierte Wissenswertes über den Verein, die Sammlung im Heimatmuseum sowie Stadthistorisches nachlesen. Außerdem gibt es Links zu weiterführender Literatur und anderen Kettwiger Institutionen.

Was noch fehlt – und sicher ein Projekt von mehreren Jahren werden wird – einige herausragende Exponate der Kettwiger Sammlung auf dieser Plattform vorzustellen. So wie andere Museen könnten Kettwiger dann einen virtuellen Rundgang durch ihre Heimatgeschichte erleben. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Vereinsarbeit soll mit Projektgruppen lebendiger werden

„Zunächst geht es darum, überhaupt eine Katalogisierung aller Museumsobjekte in digitaler Form mit einer normierten Verschlagwortung und entsprechenden Fotografien vorzunehmen“, sagt Marc Real. Und dazu müsse erst einmal einiges im Bestand selbst entrümpelt werden, „was nichts mit der Kettwiger Geschichte zu tun hat“, fügt der Vorsitzende Armin Rahmann an. Insofern sei man ganz froh über die zwangsweise Schließung.

Ferner ist geplant, weitere Arbeitsgruppen zu bilden, um die Vereinsarbeit künftig lebendiger zu gestalten. Eine Gruppe zum Thema Rohstoffgewinnung gibt es bereits. Marc Real, der eine erste Ausgabe der Zeitung „Dat Bergsche Wort“ herausgegeben hat, hat schon Interessenten für eine Arbeitsgruppe zur Mundart gefunden. Ebenfalls soll es eine Arbeitsgruppe zur Betreuung des Museums geben.

Auf den Wege gebracht werden soll ferner ein Buch. Ziel sei eine inhaltlich vorzeigbare und schön gestaltete Publikation zur Kettwiger Gesamtgeschichte.

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