Hufergasse

Zwei Geschäfte an der Werdener Hufergasse schließen

Linda Strack (l.) und Katja Schulz werden ihre Läden in der Hufergasse schließen.

Linda Strack (l.) und Katja Schulz werden ihre Läden in der Hufergasse schließen.

Foto: Socrates Tassos

essen-Werden.   Katja Schulz von „Blütenfee“ und Linda Strack vom Café „Lindas Süß“ werden in Kürze ihre Geschäfte in der Werdener Hufergasse schließen.

Mitten in der Werdener Altstadt, in der Hufergasse, stehen Veränderungen an. Das Kindermodengeschäft „Kurz & Klein“ schließt und lockt mit kräftigen Rabatten. Und ein paar Häuser weiter werden bald weitere Läden dicht gemacht. Doch von Trauerstimmung ist nichts zu spüren. Da sitzen zwei Frauen mitten auf der Straße und frotzeln. Zwei, die sich bestens verstehen und auch bestens gelaunt sind. Katja Schulz von „Blütenfee“ und Linda Strack vom Café „Lindas Süß“.

Seit Sommer 2016 führte sie das Café zu großer Beliebtheit: „Ich bin hier unendlich glücklich.“ Ihre Familie wohnt in Rüttenscheid und unterstützt sie vorbehaltlos: „Ohne sie wäre es nicht gegangen. Habe ich schon erzählt, dass ich die beste Familie der Welt habe?“ Ihre Tochter war zwei Jahre alt, als die Mutter sich den Traum ermöglichte: „Ein entspanntes Kind, eine super Tagesmutter. Da konnte ich den Sprung wagen.“ Ein bisschen gewagt war das schon, denn eine wesentliche Voraussetzung fehlte: „Ich konnte gar nicht backen. Null Komma Null.“ Da kann sich Katja Schulz nicht mehr zurückhalten: „Kannste doch immer noch nicht…“

Die Familie soll bei Linda Strack im Mittelpunkt stehen

Ein gespielt böser Seitenblick und Linda Strack wird wieder ernst: „Der Laden fluppt. Wir haben gut zu tun.“ Das ist aber das Problem. Es sind halt stressige Jobs, die alles abverlangen. Doch die beiden Workaholics möchten bestimmt nicht klagen: „Das haben wir uns doch selbst ausgesucht.“

Der Traum von der Selbstständigkeit fordert nun mal die ganze Frau. Nach drei Jahren soll aber Familie Strack wieder mehr im Vordergrund stehen. Weiterer Nachwuchs ist geplant. Und das sei mit einem Vollzeitjob im Café nicht zu vereinbaren.

Einige Interessenten haben sich schon gemeldet

Es gibt bereits Interessenten für die Nachfolge, mit denen Linda Strack nun ganz in Ruhe reden wird: „In ein paar Wochen weiß ich mehr. Wenn ich den Richtigen finde, ist es dann so.“ Auf jeden Fall wolle sie später wieder arbeiten gehen. „Wo die Reise dann hingeht? Ich bin offen für fast alles.“

So ähnlich formuliert es Katja Schulz: „Was ich in Zukunft mache, weiß noch nicht. Es wird sich etwas finden.“ Zum Beispiel sich um das 15 Monate alte Enkelkind kümmern. Und auf jeden Fall eine Rücken schonendere Arbeit finden. Denn die gelernte Floristin spürt die Belastung: „Das ist ein super anstrengender Beruf. Den muss man schon gerne machen.“

Jeden Tag fährt sie von Wuppertal nach Werden: „Ich habe hier so viel Herzblut reingesteckt.“ Die Kunden wissen es zu schätzen. Hier gibt es viel mehr als „nur“ Schnittblumen. Verträumt-romantische Dekoration und Blumengestecke, alte Möbel.

Ende Mai schließt die „Blütenfee“

Mit ihrem Lebensgefährten Andre Nagel stöbert sie auf holländischen Märkten nach uralten Kommoden, Schränken und Fenstern. Das aber alles morgens vor dem Laden auf- und abends wieder abzubauen, geht in den Rücken. Da ist die 47-Jährige ehrlich: „Ich schaffe es körperlich nicht mehr.“ So wie es aussieht, wird Ende Mai geschlossen.

„Wenn es Interessenten für meine Blütenfee gibt, können wir gerne ins Gespräch kommen. Wir hoffen ja, dass hier wieder etwas Schönes hinkommt. Die Hufergasse ist so ein tolles Ensemble mit richtig guten Geschäften.“

>>WERBERING KÜMMERT SICH SEIT FAST 40 JAHREN

  • Um die Belange der Geschäftsleute kümmert sich seit fast 40 Jahren der Werdener WerbeRing. Zweck des am 8. Mai 1980 gegründeten Vereins ist, sich „fördern und werbend für die Belange Werdens und die Interessen seiner Wirtschaft“ einzusetzen.
  • Vorsitzender ist seit dem 11. März 2019 der Versicherungskaufmann Benjamin Neubert.
  • WerbeRing-Geschäftsführer Klaus Strehlau ist unter strehlau@essen-werden.de oder 0201/49 26 48 zu erreichen.

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