Freizeit

Werdener Turnerbund bietet jetzt Trendsportart Parkour an

Michi Boos übt mit Hilfe des Trampolins schon mal das Fliegen – und er landet auch unbeschadet auf der Matte.

Michi Boos übt mit Hilfe des Trampolins schon mal das Fliegen – und er landet auch unbeschadet auf der Matte.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Werden.   Freude an Bewegung ist eine wichtige Voraussetzung für den Trendsport Parkour. Wie der Werdener Turnerbund Jugendliche zum Mitmachen motiviert.

Johannes Binder wirbelt elegant durch die Luft. Der Parkourläufer überquert mühelos das Hindernis und landet sicher. An der Ludgerusschule wird aber kein Actionfilm gedreht, sondern geturnt. Und doch weht kein verstaubtes Flair à la Turnvater Jahn durch die kleine Halle, denn hier ist der Trendsport „Parkour“ angesagt.

Henrike Galla leitet beim WTB die Turnabteilung: „Wir bieten schon für Zweijährige Eltern-Kind-Turnen an.“ Der Bogen spannt sich über unzähligen Turnküken bis hin zu Gymnastikgruppen für ältere Semester. Die größte Abteilung des Werdener Turnerbundes hat nun wirklich keine Nachwuchsprobleme. Eher fehlen Übungsleiter für die vielen Gruppen.

Vereinen fehlen die mittleren Jahrgänge

Doch im Bereich der Jugendlichen und jungen Erwachsenen klafft eine Lücke. Übrigens in fast allen Sportarten ähnlich – den Vereinen fehlen die mittleren Jahrgänge. Gleichzeitig fehlt vor Ort die Infrastruktur für junge Menschen: „Es gibt im Stadtteil zu wenig Angebote für diese Zielgruppe.“

Grund genug für Henrike Galla, hier einzuwirken. Doch es geht ihr gar nicht so sehr um die Erfüllung einer sozialen Verpflichtung. Es geht um puren Spaß an Bewegung. So lädt der WTB die Kids ein: „Sei cool, überwinde Hindernisse, kombiniere Sprünge!“

Wo wir wieder beim Trainer gelandet wären. Johannes Binder kann mit seinem Körper Erstaunliches anstellen. Er ist seit neun Jahren aktiver Traceur und Teil des Trainerteams der Parkour-Anlage auf Zeche Zollverein.

Für Parkour gelten keine Grenzen

Nun möchte Binder auch tief im Essener Süden den Kindern und Jugendlichen das Fliegen beibringen. Denn für Parkour gelten keine Grenzen, keine Barrieren. Die Gesetze der Schwerkraft scheinen bei einigen Übungen förmlich außer Kraft gesetzt.

In etwas abgewandelter Form kann Parkour auch in der Sporthalle durchgeführt werden. Dabei geht es vor allem um die Überwindung von Hindernissen, die läuferisch verbunden werden – über Kästen, Barren, die Wände hoch. Wichtige Grundelemente sind Laufen, Balancieren, Drehen, Springen und Landen, Hangeln und Klettern.

Kreativität ist das A und O, aber auch die Sicherheit: „Wir lernen hier Techniken, um sauber und sicher über die Hindernisse zu kommen.“ Welche Voraussetzungen muss man mitbringen? Nicht viel: „Gute Turnschuhe, bequeme Kleidung, Freude an Bewegung.“

Parkour ist der Kampf gegen sich selbst

Joe, Michi und Justus üben schon mal ein wenig das Fliegen. Akrobatisch sausen sie durch die Lüfte und kommen dennoch immer heil auf der Matte herunter. Offensichtlich haben sie sich schon ein bisschen was abgeguckt vom Meister.

Johannes Binder: „Für Parkour braucht man keinen Gegner. Daher gibt es bei uns auch keine Wettkämpfe. Parkour ist der Kampf gegen sich selbst. Sich selbst überwinden. Ich möchte den Teilnehmern zeigen, was sie mit ihrem Körper machen können.“

Ein Parkourläufer zieht seine Spur durch die Stadt. Nutzt effizient die Hindernisse, die er dort vorfindet. Dafür soll hier vorbereitet werden in einem sicheren Umfeld: „Ich möchte einen Zugang geben zu dieser tollen und breit gefächerten Sportart.“

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