Werdener Sangesfreunde

Werdener Sangesfreunde brauchen dringend Nachwuchs

Chorleiter Norbert Bunse genießt bei den Werdener Sangesfreunden großen Respekt – hier bei der Probe im Benediktsaal der Gemeinde St. Ludgerus.

Chorleiter Norbert Bunse genießt bei den Werdener Sangesfreunden großen Respekt – hier bei der Probe im Benediktsaal der Gemeinde St. Ludgerus.

Foto: Uwe Möller

essen-werden.   Die Werdener Sangesfreunde sind der größte Männerchor der Stadt Essen. Wegen des Durchschnittsalters von 80 Jahren wird Nachwuchs gesucht.

Norbert Bunse gibt auf dem Klavier den Ton vor, dann erheben die Mitglieder des Werdener Männerchors ihre Stimmen. Der Benediktsaal im Schatten der Basilika füllt sich mit mächtigen Tönen. Gänsehaut pur. Es ist Montag. Probentag. Pünktlich sind alle Sänger. Wer fehlt, hat sich entschuldigt. Drei Geburtstage gibt es zu verkünden, ein Jubilar hat Süßigkeiten mitgebracht. Auf den festen Sitzplätzen liegen die Notenmappen, mit Namen versehen.

Mit über 60 aktiven Mitgliedern sind die Sangesfreunde Essens größter Männerchor, In letzter Zeit hat sich allerdings vieles verändert, vieles wird sich noch ändern. Besonders einschneidend war der Tod von Manfred Vogt. 35 Jahre lang war er Vorsitzender, hat den Chor geprägt. „Wir mussten uns ganz neu aufstellen“, sagt Ludger Katz, Sprecher des Vereins – und erst einmal einen neuen Vorsitzenden finden. Nicht so leicht, denn das Durchschnittsalter der Sangesfreunde liegt bei 80 Jahren.

Der Neue hat viel Erfahrung in Sachen Chorarbeit

Einer, der mit 68 Jahren zu den Jüngeren gehört, hat sich dann letztendlich bereit erklärt, den Posten zu übernehmen. „Meine Frau Dagmar hat zugestimmt – also mache ich das“, sagt Oskar Pappert. Der gebürtige Steelenser hat viel Erfahrung in Sachen Chorarbeit. Vor vier Jahren ist er zu den Sangesfreunden gestoßen, weil „mich mein Freund Hermann Fleckhaus überredet hat“. Vorher war er 17 Jahre lang bei „Harmonie Hösel“ aktiver Sänger, bis sich der Verein auflöste. „Wie so viele andere Männerchöre auch.“ Bei Oskar Pappert laufen jetzt die Fäden zusammen, aber „ich habe ein Team von sieben, acht Leuten, das mich unterstützt“.

Seit zehn Jahren gibt Norbert Bunse bei den Sangesfreunden nicht nur den Takt vor. „Er holt aus uns das Maximum heraus“, sagt Oskar Pappert. „Und ihn zu beobachten, ist immer eine Wucht. Er ist mit soviel Eifer dabei.“ Der neue Vorsitzende hat auch ein Lieblingslied. „Ihr von morgen“, Udo Jürgens’ Hymne an die Zukunft, mag er besonders gern. „Das ist allerdings nicht leicht zu singen.“

„Wir brauchen junge Leute, wir brauchen Nachwuchs“

Das Alte bewahren und mit Elan Neues umsetzen. Das ist Oskar Papperts Motto. Und er weiß, wo der Schuh drückt. „Wir brauchen junge Leute, wir brauchen Nachwuchs.“ Dabei hätten die Sangesfreunde viel mehr zu bieten als Chorgesang. „Unser Name kommt nicht von ungefähr“, sagt Ludger Katz. „Wir sind wirklich mehr als nur Sangesbrüder. Wir passen gut aufeinander auf, helfen uns gegenseitig. Wir sind Freunde.“

Das Alte bewahren – das wird allerdings künftig wohl nicht immer funktionieren. Die Gemeinde St. Ludgerus stellt sich gerade neu auf. Der Benediktsaal wird den Sangesfreunden danach nicht mehr als Probenraum zur Verfügung stehen, und auch ihre Jahreshauptversammlung und die Stammtische können nicht mehr in den Domstuben stattfinden. Für die Gaststätte direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite wird es ein neues Nutzungskonzept geben.

>>WEITERE INFOS ZU DEN WERDENER SANGESFREUNDEN

  • Wer die Werdener Sangesfreunde bei ihrer „Verjüngungskur“ stimmgewaltig unterstützen möchte, ist herzlich willkommen.
  • Der Chor trifft sich zur wöchentlichen Probe immer montags um 19 Uhr im Benediktsaal der Schatzkammer, Brückstraße 54 in Werden (neben der Basilika St. Ludgerus).
  • Für das nächste Projekt wird schon seit Monaten geprobt: Am Samstag, 9.Juli, veranstalten die Werdener Sangesfreunde gemeinsam mit dem Blasorchester Essen-Werden im Mariengymnasium ein Sommerkonzert.
  • Alle weiteren Infos zum Verein auf der Homepage: www.werdener-sangesfreunde.de

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