Zukunft Löwental

Werdener Löwental braucht dringend ein Gesamtkonzept

Das ehemalige Flüchtlingsheim im Löwental steht leer – nach dem Abriss des Gebäudes will die Stadt Essen dort eine vierzügige Kita für 120 Kinder bauen.

Das ehemalige Flüchtlingsheim im Löwental steht leer – nach dem Abriss des Gebäudes will die Stadt Essen dort eine vierzügige Kita für 120 Kinder bauen.

Foto: STEFAN AREND

essen-werden.   Kita oder Hotel im Löwental? Oder beides? Der Werdener Heimatverein hat Architektenpläne in der Schublade und einen Investor an der Hand.

Für den Bau einer Kita auf dem Grundstück der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft im Löwental hatte die Stadt bereits im Februar 2018 den Vorbescheid erteilt. Dem immer wieder diskutierten Wunsch u.a. des Werdener Werberings, dort ein Hotel zu errichten oder zumindest über eine kombinierte Nutzung der Fläche mit einer Kita nachzudenken, erteilt die Verwaltung nach wie vor konsequent eine Absage.

Doch ein Arbeitskreis unter Federführung des Werdener Bürger- und Heimatvereins (WBHV) bleibt hartnäckig und möchte öffentlich „über eine nachhaltige städtebauliche Lösung für diesen Bereich diskutieren“.

Alle Grundstücke sind im Besitz der Stadt Essen

In einer gemeinsamen Erklärung des Arbeitskreises heißt es aktuell: „Der Werdener Landschaftsarchitekt Friedhelm Terfrüchte und Grün und Gruga haben mit der Aktion ‘Werden ans Wasser’ auf der gegenüberliegenden Fläche eine öffentliche Grünanlage mit Ruhrpromenade, beleuchteter Sitzstufenanlage und Biergarten geschaffen, die von den Besuchern gut angenommen wird. Das könnte man im Löwental fortsetzen, zumal sich die Grundstücke vom Parkplatz am S-Bahnhof bis zur Sportanlage im Löwental alle im Besitz der Stadt befinden und insgesamt neu entwickelt werden sollten.“

Dabei richten sich die Pläne des Arbeitskreises nicht gegen den Bau einer Kita – über die Notwendigkeit weitere Kitaplätze muss nicht diskutiert werden. Allerdings gäbe es auch Alternativen. So wäre das Bistum Essen bereit, ein Grundstück auf dem Gelände des Kardinal-Hengsbach-Hauses an der Dahler Höhe zur Verfügung zu stellen und eventuell auch als Betreiber zu fungieren.

Hotel und Kita – beides geht im Löwental

Aber es bestünde auch die Möglichkeit, die Hotel- und Kita-Pläne im Löwental gemeinsam zu realisieren. Dazu gibt es bereits einen Architektenentwurf, ein Investor für beide Projekte ist ebenfalls gefunden, und ein namhafter Essener Gastronom als Betreiber für das Hotel steht bereit. In der Stellungnahme des Arbeitskreises Löwental heißt es weiter: „Der Bebauungsplan weist an dieser Stelle, wo bereits ein schönes Hotel stand, ein Hotel aus.“

Der Arbeitskreis, zu dem neben Mitgliedern des WBHV auch Architekten gehören, fragt jetzt die Werdener Bürger explizit nach ihrer Meinung, will wissen, wie sie sich die Zukunft ihres Stadtteils vorstellen. Die provokante Fragestellung lautet: „Wollen Sie, dass wir uns mit einer Nur-Kita die Zukunft auf diesem Grundstück, einer Perle an der Ruhr, verbauen, oder wollen Sie eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung im Löwental?“ Sämtliche Antworten wird der Arbeitskreis an Rat und Verwaltung weiterleiten.

>>IHRE MEINUNG IST GEFRAGT

  • Wer mitdiskutieren möchte, wendet sich an den Werdener Bürger- und Heimatverein, Dietmar Rudert, Neukircher Straße 13a, 45239 Essen oder per E-Mail an vorstand@heimatverein-werden.de.

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