Kita

Werdener Eltern setzen sich für Verbleib von Erzieherin ein

Die Eltern demonstrieren mit Kinderzeichnungen vor der Kita „Pusteblume“ für den Verbleib der Erzieherin in der Werdener Einrichtung.

Die Eltern demonstrieren mit Kinderzeichnungen vor der Kita „Pusteblume“ für den Verbleib der Erzieherin in der Werdener Einrichtung.

Foto: Uwe Möller

Essen-Werden.  In der Werdener Kita „Pusteblume“ soll eine Erzieherin kurzfristig versetzt werden. Die Eltern reagieren empört – und sammeln Unterschriften..

Mit einer Online-Petition sowie einer zweitägigen Malaktion protestieren Kinder und Eltern der Kindertagesstätte „Pusteblume“ gegen die Versetzung einer Erzieherin. Diese wird aus „betriebsinternen Gründen“ von ihrem Arbeitgeber, dem Diakoniewerk Essen, zum 1. Dezember in eine andere Einrichtung versetzt. Dies erfuhren die Eltern allerdings erst zu Beginn dieser Woche.

„Wir sind entsetzt und empört über diese Vorgehensweise“, sagt Fatuk Sari, dessen zweijährige Tochter die evangelische Kindertagesstätte an der Heckstraße besucht. Gemeinsam mit den anderen Eltern aus der betroffenen „Eichhörnchen“-Gruppe hat er deshalb eine Online-Petition verfasst, die sich an Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie an das Diakoniewerk Essen und die Kindergartenleitung wendet.

Die Erzieherin erfährt große Wertschätzung

Darin heißt es unter anderem: „Mit dieser Petition möchten wir zeigen, dass Erzieherinnen und Erzieher mehr sind als nur austauschbare Arbeitskräfte, sie sind aus der Sicht der Elternschaft unsere Superhelden des Alltags, die absolut unverzichtbar sind.“ So verhalte es sich auch mit der betroffenen Erzieherin. Diese habe in der Kindertagesstätte „Pusteblume“ ein sehr großes Engagement an den Tag gelegt, „die kleinen Herzen unserer Kinder gewonnen und ein sehr harmonisches Klima in den Gruppen geschaffen“.

Mit Bedauern habe die Elternschaft die Versetzung zur Kenntnis genommen. „Diese Versetzung ist weder im Interesse unserer Kinder, die ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu ihr haben und sie als Erzieherin besonders wertschätzen, noch kann sie im Interesse der Kindertagesstätte sein.“ Die betroffene Erzieherin sei eine sehr kompetente und engagierte Frau, für die die Tätigkeit als Erzieherin kein Beruf, sondern eine Berufung sei.

„Wir fordern die Leitung der Kindertagesstätte Pusteblume auf, die aus Sicht der Elternschaft offenkundig fehlerhafte Versetzung zu verhindern bzw. rückgängig zu machen. Mit dieser sehr kurzfristigen Versetzung wurde die Elternschaft übergangen.“

Kinder haben auf den Bildern viele Herzen gemalt

Dass den Kindern ihre Erzieherin ans Herz gewachsen ist, bekundeten diese mit zahlreichen selbst gemalten Bildern. Diese wurden am Mittwoch und Donnerstag vor dem Eingang der Kindertagesstätte für alle sichtbar aufgehängt. Die Bilder zeigen Tiere, Blumen, Kinder – und immer wieder ganz viele Herzen.

Ob das die Herzen der Entscheider berührt und sie umstimmt? Auch für die Diakonie sei eine Erzieherin keine einfach austauschbare Arbeitskraft. Man wisse um die enge Bindung der Kinder an die Erzieherinnen, erklärt Bernhard Munzel, Sprecher des Diakoniewerks Essen. Es habe zuvor mehrere Gespräche mit der betroffenen Erzieherin und der Kita-Leitung gegeben. Munzel: „Es geht darum, eine verantwortliche

Entscheidung zum Wohle des Kita-Betriebs zu treffen.“

Arbeitgeber bietet neue Arbeitszusammenhänge

Die Diakonie biete als Träger von 21 Kindertagesstätten im Stadtgebiet „zum Glück die Möglichkeit und auch die Flexibilität, den Mitarbeitern neue Arbeitszusammenhänge zu ermöglichen.“ So tausche die Erzieherin ihre Stelle mit einer anderen Erzieherin in einer Kita. Die Entscheidung sei der Betroffenen am 11. November mitgeteilt worden, der Elternbeirat sei am 18. November informiert worden. Es gebe zudem einen Aushang in der Kita, betont Munzel.

Für Fatuk Sari, der bislang fast 200 Unterschriften mit der Online-Petition sammeln konnte, hat der Stellenwechsel noch eine weitere bittere Note: „Am 1. Dezember hat die Erzieherin ihr zehnjähriges Dienstjubiläum.“ Sollte es bei dieser Personalentscheidung bleiben, überlegten die Eltern im Übrigen, die Politik einzuschalten.

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