Dank Spendenaktion

Werdener Arzt kann OP für Mohamed finanzieren

Glücklich über den Ausgang der OP sind (v.l.) Moussa Toure, ein Freund von Claudio Schlegtendal und der Familie Jawara, Tati Jawara, die Mutter des kleinen Patienten, Claudio Schlegtendal mit Mohamed und der Vater Mahamadou Jawara.

Foto: Rolf Krane

Glücklich über den Ausgang der OP sind (v.l.) Moussa Toure, ein Freund von Claudio Schlegtendal und der Familie Jawara, Tati Jawara, die Mutter des kleinen Patienten, Claudio Schlegtendal mit Mohamed und der Vater Mahamadou Jawara. Foto: Rolf Krane

Essen-Werden.   Todkrank war Mohamed, als der Werdener Arzt Claudio Schlegtendal vom Schicksal des Jungen aus dem Niger hörte. Er sammelte Spenden für die Herz-OP.

Bekanntlich schreibt das Leben die schönsten Geschichten. Dass die Geschichte des ehemals todkranken Mohamed Jawara jetzt ein Happy-End fand, daran hat Dr. Claudio Schlegtendal vom St. Josef Krankenhaus in Werden einen sehr großen Anteil.

Der kleine Junge aus dem Niger hatte einen schweren Herzfehler, unter anderem ein großes Loch in der Herzwand. Nur Spezialisten war es möglich, sein Leben zu retten, die Operation und alle begleitenden Maßnahmen kosteten allerdings ein kleines Vermögen. Claudio Schlegtendal ging fast ein halbes Jahr in Deutschland und Afrika Klinken putzen, um die aufwändige Behandlung des Dreijährigen in Bonn zu ermöglichen. Sein unermüdlicher Einsatz machte sich bezahlt: Er bekam die benötigten 41 000 Euro zusammen.

Der unermüdliche Einsatz machte sich bezahlt

Moussa Toure, ein Freund Schlegtendals, machte ihn Ende 2016 auf das Schicksal der Familie und des schwerkranken Jungen aufmerksam. Moussa Toure war vor fast 20 Jahren als Flüchtling in Werden gelandet. Schlegtendal operierte damals im St. Josef Krankenhaus die Kriegsverletzung des Mannes aus Togo. „Dann blieb er viele Jahre in Essen und baute sich eine kleine Existenz auf“, berichtet der 69-jährige Arzt, „und im Laufe der Jahre entwickelte sich eine echte Freundschaft. Als mich Moussa dann vor über einem halben Jahr fragte, ob ich irgendwas für die Familie aus dem Niger tun könne, habe ich sofort zugesagt.“

Viel musste organisiert werden, „aber das hat mich auch nicht abgeschreckt, als klar war, was alles zu tun war“, sagt Schlegtendal, „ich musste etliche Briefe und Mails schreiben, unzählige Telefonate führen und zu vielen Gesprächen und Treffen fahren.“

Hilfsorganisationen stellten Mittel zur Verfügung

Er habe in seiner Laufbahn schon so einiges erlebt, „als ich jedoch den kleinen Mohamed mit seinen großen traurigen Augen das erste Mal auf dem Arm hielt und merkte, wie er leidet, war ich sehr berührt. Da musste ich helfen.“

Eine neue positive Erfahrung war für ihn die Tatsache, „dass die diversen Hilfsorganisationen tatsächlich eine Menge bewegen und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.“ So steuerte die „Aktion Kindertraum“ 10 000 Euro bei, weitere 10 000 Euro kamen von der Aktion „Ein Herz für Kinder“, die restlichen 20 000 Euro spendeten ein wohlhabender afrikanischer Geschäftsmann, früherer Patient von Schlegtendal, und die Dorfgemeinschaft der Familie Jawara.

Ende der Woche fliegt Mohamed zurück nach Hause

Anfang Mai war dann die erste Untersuchung im Deutschen Kinderherzzentrum in der Spezialklinik in Sankt Augustin bei Bonn möglich, Anfang Juni stand die komplizierte Operation an. Die übernahm der international anerkannte Experte Prof. Dr. Boulos Asfour. „Es hat super geklappt“, berichtet Claudio Schlegtendal, „der Kleine hat sich schnell erholt und konnte in den vergangenen Wochen das erste Mal in seinem Leben richtig spielen.“ Das sei vorher nicht möglich gewesen, da sich sein Herzfehler auch auf die Lunge ausgewirkt habe und ihm deswegen sofort die Luft ausgegangen sei. Und Ende dieser Woche können Mohamed und seine Eltern bereits zurück in die Heimat fliegen.

„Ich bin sehr froh, dass alles so gut geklappt hat“, sagt Schlegtendal erleichtert, „die andere positive Erfahrung ist, dass die Gelder der Kinderhilfsorganisationen auch bei denen ankommen, die es dringend brauchen. Ich kann nur jeden ermuntern, für solche Organisationen zu spenden.“

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