Löwental Werden

Viele Werdener sind für den Bau eines Hotels im Löwental

Ein Filetgrundstück in Werden: Das Freizeitgelände Löwental liegt zwischen Sportpark und Ruhr.

Ein Filetgrundstück in Werden: Das Freizeitgelände Löwental liegt zwischen Sportpark und Ruhr.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Viele Werdener plädieren für den Bau eines Hotels im Löwental – die Stadt plant dort eine Kita. Beides wäre möglich.

ESSEN-WERDEN. Die Staffel V des Kita-Ausbauprogramms hat der Rat der Stadt Essen am Mittwoch verabschiedet. Auf der langen Liste der künftigen Standorte steht auch das Grundstück Löwental 19. Die ehemalige Asylunterkunft, die schon lange leer steht, soll abgerissen und an gleicher Stelle eine dreigruppige Kita gebaut werden. Allerdings gab der Rat den Fachämtern mit auf den Weg, dort alles, was möglich ist, auch möglich zu machen.

Für den Arbeitskreis Löwental ist der Kita-Plan allein zu kurz gedacht, denn „das gesamte Gelände hat ein großes Potenzial und muss als Einheit betrachtet werden“, sagt Dietmar Rudert. Er ist in dieser Gruppe die Stimme des Werdener Bürger- und Heimatvereins und hat gemeinsam mit seinen Mitstreitern die Werdener aufgerufen, ihre Meinung zu diesem Thema abzugeben.

Viele Bürger unterstützen Forderung nach Gesamtkonzept

Zahlreiche E-Mails sind eingegangen, und Dietmar Rudert hat alle gesichtet. „Ein Fazit kann ich schon einmal ziehen. Viele Bürger unterstützen unsere Forderung nach einem Gesamtkonzept, schließen sich unserer Meinung an, dass an dieser Stelle der Bau eines Hotels viel sinnvoller wäre.“

Die Bauvoranfrage bezüglich des Planungsrechtes für das Grundstück im Löwental wurde schon im Februar 2018 positiv beschieden. Am anhaltenden Protest in Werden ändert das aber nichts. Und auch die Bezirksvertretung IX stimmt den Kita-Plänen nicht vorbehaltlos zu. Erst in der vergangenen Sitzung wurde den Kommunalpolitikern eine Alternative vorgestellt, quasi ein Kompromiss. Denn sowohl Kita als auch Hotel fänden problemlos gemeinsam in einem Gebäude Platz (diese Zeitung berichtete).

Es wäre schade, diese Chance nicht zu nutzen

Für dieses Vorhaben gibt es sowohl Investoren als auch Betreiber – für Dietmar Rudert und seine AK-Kollegen „ein Glücksfall, quasi ein Sechser im Lotto, und es wäre jammerschade, wenn wir diese Chance nicht nutzen könnten“. Wenn sich die Stadt komplett gegen ein Hotel entscheiden würde, „wären die Bürgerinteressen nicht gewahrt. Eine Bürgerbefragung wäre ein gutes Mittel, denn es kann nicht sein, dass der Wille der Werdener nicht zählt“.

Im Arbeitskreis Löwental, der sich für das Gesamtkonzept und den Bau eines Hotels einsetzt, ist auch der Werdener Werbering vertreten. Das sei enorm wichtig, denn „wir müssen uns hier einig sein. Wenn wir uns vor Ort streiten, machen die Beamten der Stadt, was sie wollen. Und wir sind uns einig“.

Werden fehlt ein zentral gelegenes Hotel

Wichtig ist Dietmar Rudert auch, dass „wir auf keinen Fall gegen eine Kita an diesem Standort sind. Aber wenn die Domstuben schließen, fehlt uns ein zentral gelegenes Hotel. Und der Standort Löwental wäre zentral, hätte gute Anbindung, und er läge am Ruhrtalradweg. Uns könnte nichts Besseres passieren.“ So gäbe es auch einige gute Alternativen für einen Kita-Standort: den Volkspark in Heidhausen, ein Grundstück an der Jacobsallee und auf dem Gelände des Kardinal-Hengsbach-Hauses.

Der AK Löwental will auch weiter für ein Hotel an diesem Standort kämpfen. „In Werden ist der Bau eines Hotels längst überfällig. Das Löwental hat ein großes Potenzial für die Stadt Essen, aber wir wissen, dass jetzt eine starke Opposition nötig ist.“

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