Landwirtschaft

Ungewöhnliches Jubiläum auf dem Kettwiger Friedrichshof

Reinhard Matschke und seine Frau Ulrike (vorn) mit (oben v.l.) Mathias, Alexander, Annette und Einhart im Brahm und Christoph und Hendrik Matschke.

Reinhard Matschke und seine Frau Ulrike (vorn) mit (oben v.l.) Mathias, Alexander, Annette und Einhart im Brahm und Christoph und Hendrik Matschke.

Foto: Tassos

essen-KETTWIG.   Seit 50 Jahren arbeitet der Mülheimer Reinhard Matschke auf dem Hof der Familie im Brahm an der Landsberger Straße. Zum Jubiläum gab’s ein Fest.

Es ist der Tag danach. Nach der Feier auf dem Friedrichshof der Landwirtfamilie im Brahm. Gefeiert wurde dort am Samstag ein seltenes und ungewöhnliches Jubiläum, denn der Mülheimer Reinhard Matschke arbeitet dort seit 50 Jahren. Großer Bahnhof für einen Mann, der „beruflich und mit Herz und Verstand mit diesem Hof verbunden ist“ heißt es in einer Laudation für den Mülheimer.

Und? Wie war das Fest? Mit Freunden und Verwandten, mit viel Politikprominenz aus Bund, Land und Kommune? Selbst Essens OB Thomas Kufen wäre gekommen, wenn er denn Zeit gehabt hätte. Aber eine Grußbotschaft hat das Stadtoberhaupt geschickt. „Der Tag war super. Mit Sternchen“, sagt Reinhard Matschke.

Am Sonntag ist die Aussaat der Zuckerrüben dran

Aber er wirkt ein bisschen unruhig in diesem Moment. Freundlich wie immer. Aber unruhig. Statt am Sonntagmorgen in der Küche zu sitzen und Fragen zu beantworten, will er lieber so schnell wie möglich auf den Acker. Heute werden Zuckerrüben gesät. Und dann ist das eben so.

Seine landwirtschaftliche Lehre hat der heute 66-Jährige bei Gustel und Wilhelm im Brahm gemacht. Deren Sohn Einhart übernahm den Betrieb, führt ihn heute mit seiner Frau Annette und den beiden Söhnen Mathias und Alexander. Zwei Jahrzehnte hat Reinhard Matschke sogar auf dem Hof an der Landsberger Straße gelebt, war (und ist immer noch) ein Teil der großen Familie. „Und in allen den Jahren war er keine drei Tage krank“, sagt Einhart im Brahm.

Reinhard Matschke ist staatlich geprüfter Landwirt

17 Jahre jung war Reinhard Matschke, als er seine Ausbildung bei den im Brahms begann. Er machte die Prüfung, ging zur Bundeswehr, besuchte die Landwirtschaftsschule und die höhere Landbauschule. Das Ergebnis: staatlich geprüfter Landwirt. Ackerbau ist ganz besonders das Ding von Reinhard Matschke. Und die Schweinezucht. Besonders die Freilandzucht von Alexander im Brahm. Mit dem Ruhrtaler Freilandschwein ist im Brahm-Junior vor nicht allzu langer Zeit an den Markt gegangen. Und das sehr erfolgreich.

Als Reinhard Matschke bei den im Brahms anfing, „hatten wir drei Festangestellte und zwei Lehrlinge“, weiß Wilhelm im Brahm. Heute gehören zum Betrieb – mit allen Nebenzweigen – rund 30 Angestellte. Einhart im Brahm: „Reinhard kommt ja noch aus der Fast-Pferde-Zeit. Und heute arbeiten wir mit GPS.“ Für Matschke kein Problem – auch in die Bedienung der hoch modernen Trecker hat er sich eingearbeitet.

„Vielleicht gleitend etwas weniger arbeiten?“

Ein großes Fest gab es auch damals, 2009. Da feierte Reinhard Matschke das 40-Jährige. Und er konnte sich vorstellen, „auch die 50 Jahre bei im Brahms voll zu machen”. Das hat problemlos geklappt. Heute sagt er: „Vielleicht gleitend etwas weniger arbeiten, in den nächsten drei Jahren.“ So recht kann man ihm das allerdings nichts glauben. Ein bisschen was hängt er sicherlich noch dran. Wetten?

  • Der Hof der Familie im Brahm an der Landsberger Straße in Kettwig wird bereits seit 1933 von der Familie bewirtschaftet.
  • Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb wird parallel zur Entsorgung von Speiseresten und weiteren organischen Reststoffen eine eigene Biogasanlage betrieben, in der die aufbereiteten Speisen verwertet werden.
  • Der Ackerbau umfasst rund 350 Hektar. Außerdem wird konventionelle Schweinezucht und Schweinezucht in Freilandhaltung betrieben.

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