70 Jahre Lindner

Tradition: Lindner in Kettwig feiert das 70-jährige Bestehen

Das Team von Audio & Video Lindner mit (v.l.) Malte und Sieglinde Roeder und Dennis Sprungmann.

Das Team von Audio & Video Lindner mit (v.l.) Malte und Sieglinde Roeder und Dennis Sprungmann.

Foto: Christof Köpsel

essen-Kettwig.   Malte Roeder und sein Team laden am Samstag ein: Audio & Video Lindner feiert das 70-jährige Bestehen – ein Kettwiger Geschäft mit Tradition.

Ein Gang durch das Kettwiger Geschäft von Malte und Sieglinde Roeder gleicht momentan einer Zeitreise. Anlässlich des 70-jährigen Bestehens von Audio & Video Lindner haben sie neben den modernsten Hifi-Anlagen und Fernsehgeräten auch jede Menge „alte Schätzchen“ aufgebaut.

Und am Samstag wird gefeiert. Von morgens um 10 Uhr „bis keiner mehr da ist. Unsere Tür steht durchgehend offen. Eigentlich wie immer“, sagt Malte Roeder.

Günther Lindner zog mit einem Handkarren durch Kettwig

Aus Erzählungen weiß er, wie alles begann. Damals, 1949. „Günther Lindner ist mit einem Handkarren durch Kettwig gezogen. Dabei hatte er fünf Meter Stromkabel und einen geliehen Hammer. Seine kleine Werkstatt war damals im Bunker an der Corneliusstraße – 15 Quadratmeter, natürlich ohne Fenster.“ 1951 eröffnete Günther Lindner dann sein erstes Geschäft. In der Kirchfeldstraße. Dort, wo Lindner auch heute noch zu finden ist. Damals ein paar Meter weiter, auf der anderen Straßenseite, in einem alten Fachwerkhaus, das schon lange nicht mehr steht.

Kirchfeldstraße 5 ist die aktuelle Adresse. Anfang der 1960er Jahre wurde es gebaut, Mitte der 1970er Jahre übernahm Jürgen Lindner die Leitung von seinem Vater. Damals war Malte Roeder, Jahrgang 1967, noch Schüler. „Mich gibt es, seit es Farb-TV gibt“, sagt er. Wie bezeichnend für jemanden, der später Radio- und Fernsehtechnikermeister werden wird.

Als Aushilfe für acht Mark die Stunde gearbeitet

Seine Laufbahn bei Lindner begann 1986, schloss quasi die Lücke zwischen Abitur und Bundeswehr. „Für acht Mark die Stunde habe ich als Aushilfe gearbeitet.“

Doch dann ging es Schritt für Schritt weiter. Lehrling, Geselle, Meister, Betriebsleiter – und nach dem Tod von Jürgen Lindner wurde Malte Roeder Eigentümer. Anseiner Seite ist seine Frau Sieglinde, „mit der ich leben und arbeiten kann. Das ist perfekt.“ Und Dennis Sprungmann, Informationstechnikermeister, komplettiert das Trio.

Die „weiße Ware“ wurde irgendwann abgeschafft

Die Firmengeschichte hat übrigens auch Jürgen Hölscher entscheidend geprägt. Seit 1969. „Damals gab’s hier noch ‘weiße Ware’. Waschmaschinen, Herde, Kühlschränke. Die wurden abgeschafft und Jürgen Hölscher baute den Hifi-Bereich auf“, weiß Malte Roeder. Für Hölscher war 2017 Schluss – „da war er schon 70.“

Wie überlebt die Firma Lindner in Zeiten von Media Markt, Saturn und Amazon? „Wir können nicht die Billigsten sein, aber wir bemühen uns, gut zu sein. Eine vernünftige Beratung und der anschließende Service sind einfach wichtig. 50 bis 60 Arbeitsstunden pro Woche kommen da schon zusammen.“

Einmal durchatmen – „70 Jahre, das ist einfach eine Hausnummer.“

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