Kunstprojekt

Streetart-Projekt erobert das Ruhrufer in Essen-Werden

Lara Ido (r.) und Sarah Teufer setzen am Aufgang zum Biergarten am Werdener Ruhrufer eines von drei großen Motiven um, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen.

Lara Ido (r.) und Sarah Teufer setzen am Aufgang zum Biergarten am Werdener Ruhrufer eines von drei großen Motiven um, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen.

Foto: Julia Tillmann

Essen-Werden.  Jugendliche engagieren sich im Stadtteil: Wie Schüler des Werdener Gymnasiums gemeinsam mit einem Kunstpädagogen den Treidelplatz gestalten.

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Der Treidelplatz ist bunter geworden. Der Treppenaufgang der Brücke und die Wände am wenige Meter entfernten Biergarten sind vor einigen Tagen neu gestaltet worden – von Werdener Schülern. Es ist ein gemeinsames Projekt des Jugend- und Bürgerzentrums JuBB und des Gymnasiums Werden. Finanziert wurde es von Grün und Gruga, der Bezirksvertretung IX und dem Jugendamt. Ziel ist, neben der Verschönerung des Ruhrufers, Jugendliche anzuregen, sich im Stadtteil zu engagieren.

Die Wälder auf der Erde brennen, im Weltall lassen Menschen die Blumen blühen. „Es ist eine positive Utopie, dass wir durch unsere Ideen die Erderwärmung doch noch stoppen können“, erzählt Han-Um Kim. Die 16-Jährige ist mit ihren Kollegen und Kolleginnen vom Kunst-Leistungskurs des Gymnasiums Werden mit Pinsel und Acrylfarbe am Treppenaufgang der Brücke beschäftigt. Auf der schwarzen Grundierung erheben sich feine silber-weiße Nebel und Sterne. Ein Astronaut schwebt durchs All, der Blumen hinter sich herzieht.

Klimawandel ist das große Thema für die Schüler

Am Biergarten ist der Klimawandel ebenfalls Thema der öffentlichen Malaktion: Dem Erdball entsprießen mächtige Bäume, die die Schlote der Industrie überragen. Und an einer kompletten Wand entlang ist die Evolutionsgeschichte des Menschen dargestellt.

„Bis zur Industrialisierung und ihren Folgen“, erklärt Janos, 16. „Wie wir diese Situation drehen können, es schaffen, wieder eine stabile Umwelt zu haben, das beschäftigt uns Jugendliche schon sehr im Alltag. Deshalb kreisen die eingereichten Motive für das Kunstprojekt wohl auch hauptsächlich um dieses Themenfeld“, führt der Gymnasiast weiter aus.

Martin Domagala, seines Zeichens Kunstpädagoge und Streetart-Künstler (unter anderem bei Festival „Hafendampf“), hat mit den Schülern drei große Motive aus den zahlreichen Entwürfen im Kunstkurs von Alexandra Gollan ausgewählt. Zehn Schüler des Leistungskurses der Stufe 11 haben dann zwei Tage lang unter der Anleitung des versierten Straßenmalers Martin Domagala die Motive realisiert.

„Wir freuen uns sehr, dass dieses Projekt so gut umgesetzt werden konnte“, sagt Zinat Jafari, Mitarbeiterin im JuBB, die bereits im Frühjahr Anträge zu stellen begann und schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte, dass sich so ein Streetart-Projekt auf einer öffentlichen, und dazu prominenten Fläche am Ruhrufer realisieren lassen würde.

Bezirksvertreter besichtigten Malaktion am Ruhrufer

Doch bei den Bezirkspolitikern stieß das Projekt sehr wohl auf Zustimmung. „Das ist ganz toll geworden“, lobte Bezirksbürgermeister Michael Bonmann die engagierten Schüler bei einem Besuch mit anderen Bezirksvertretern die Malaktion. „Eine wirklich tolle Kooperation“, fand auch Schulleiterin Felicitas Schönau, die stolz auf die Straßenkunst ihrer Kunstschüler schaut. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir das fortsetzen und weiter entwickeln“, stellte sie in Aussicht.

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