Baumfällungen

Straßen.NRW: Diese Bäume sind ein Sicherheitsrisiko

Gefahrenpotenzial: Bäume wie dieser an der Graf-Zeppelin-Straße in Kettwig müssen gefällt werden, sagt Straßen.NRW. Daher die Markierung mit einem orangefarbenen „F“.

Gefahrenpotenzial: Bäume wie dieser an der Graf-Zeppelin-Straße in Kettwig müssen gefällt werden, sagt Straßen.NRW. Daher die Markierung mit einem orangefarbenen „F“.

Foto: Alexandra Roth

Essen-Kettwig.   Politik reagiert irritiert über den Zeitpunkt, für Straßen.NRW jedoch sind die bevorstehenden Fällungen von 49 Bäumen an der L 441 alternativlos.

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Die bevorstehende Fällung von derzeit 49 Bäumen an der Graf-Zeppelin-Straße in Kettwig und der Meisenburgstraße in Kettwig/Schuir (beide L 441) stoßen in der Politik auf Unverständnis. Irritationen lösten dabei nicht die Fällungen an sich aus, gleichwohl jedoch der angedachte Zeitpunkt in diesem Sommer. Der in diesen Bereichen der Landstraße für die Verkehrssicherung zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW erklärt die Pläne dagegen mit einer „akuten Gefährdungslage“.

Wie viele andere in der BV IX war Bezirksbürgermeister Michael Bonmann in der jüngsten Sitzung sichtlich verblüfft darüber, warum man nicht erst die Brutperiode verschiedener Vogelarten abwarten würde. „Täte ich das als Privatmann, würde es Ärger geben.“

Stürme, Pilzerkrankungen, Schädlingsbefall

Kritik, die Frank Hoffmann, Sachgebietsleiter „Betrieb und Verkehr“ bei Straßen.NRW, in diesem Fall nicht teilen kann. „Vor nicht allzu langer Zeit erst durchschlug an anderer Stelle ein abgebrochener Totholzast die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos. So etwas will man nicht erleben.“ Und daher sei es in der Abwägung wichtig, richtig und letztlich natürlich auch erlaubt, die Brutperiode verschiedener Vogelarten in Ausnahmefällen wie diesem zu vernachlässigen.

Neben den Stürmen „Ela“ und „Friederike“ haben laut Hoffmann in den vergangenen Jahren auch verschiedene Pilzerkrankungen und anderer Schädlingsbefall vielen Bäumen auch in und rund um Kettwig massiv zugesetzt. Nach ausgiebigen Beobachtungen sei man daher nun zu dem Schluss gekommen, an bestimmten Stellen auch schnellstmöglich zu handeln.

Vor Wochen bereits haben Baumkontrolleure im Auftrag von Straßen.NRW die betroffenen Bäume an der Landstraße 441 markiert. Diejenigen, die gefällt werden müssen, mit einem orangefarbenen „F“, ein blaues „T“ (Totholz) dagegen weist auf Bäume hin, die lediglich Pflege benötigen. Dort müssen etwa das Lichtraumprofil freigeschnitten, die Kronen gepflegt oder eingekürzt und auch das Totholz beseitigt werden. „Diese durchzuführenden Maßnahmen wurden von unserem Baumkontrolleur festgelegt, den Fällungen geht eine Dokumentation der Schadenentwicklung über einen mehrjährigen Zeitraum voraus.“

Beginn in vier bis sechs Wochen

Insgesamt müssen, so Hoffmann am Mittwoch, im bezeichneten Bereich 49 nicht mehr standfeste Bäume gefällt werden. 23 Eschen an der Graf-Zeppelin-Straße, elf weitere und insgesamt 15 vereinzelte Weiden, Ahorne, Hainbuchen, Buchen und Linden an der Meisenburgstraße. Zudem werden Arbeiten an mehreren Dutzend anderer Bäume durchgeführt.

Wann genau die Maßnahme beginnt, ist noch unklar, Hoffmann geht derzeit von Mitte Juni bis Anfang Juli aus. In jedem Fall sollen die ausgewählten Exemplare im direkten Vorfeld noch einmal begutachtet werden, zudem würden in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Essen Nachpflanzungen vorgenommen.

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